Westen warnt vor russischer Eskalation

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Stand: 28.09.2026, 17:12 Uhr

Von: Myriam Nollte

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Drohnenabstürze, ein Feuer in Polen, Warnungen aus Dänemark und den USA.

Mehrere jüngste Vorfälle in Europa – Drohneneinflüge, ein Brand an einer Satellitenstation, eine kurzzeitige Sperrung des Flughafens Berlin-Brandenburg – fügen sich nach Einschätzung westlicher Regierungsvertreter in ein Muster russischer Provokationen gegen europäische Verteidigungs- und Logistikinfrastruktur.

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Das geht aus einer aktuellen Lageeinschätzung des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) hervor. In der Nacht vom 23. auf den 24. September führten russische Streitkräfte demnach kombinierte Drohnen- und Raketenangriffe gegen die Ukraine, auch gegen westliche Landesteile. Dabei stürzte eine russische Drohne vom Typ Gerbera im moldauischen Cernița ab, wie geolokalisierte Videoaufnahmen und Angaben der moldauischen Polizei zeigten.

 Warnung vor russischer Eskalation in Europa

Drohnenabstürze, ein Feuer in Polen, Warnungen aus Dänemark und den USA. © © IMAGO / Ukrinform / Symbolbild

Drohnen stürzen in Moldau und Rumänien ab

Das rumänische Verteidigungsministerium meldete zudem, ein nicht näher identifiziertes Fluggerät sei rund vier Minuten in rumänischen Luftraum eingedrungen und nahe der Ortschaft Solca abgestürzt – auch hier bestätigten geolokalisierte Aufnahmen eine Gerbera-Drohne. Der Leiter der Militärverwaltung der Oblast Czernowitz, Ruslan Ossypenko, teilte mit, vier russische Drohnen seien über die westukrainische Bukowina geflogen und hätten gezielt Grenzübergänge zu Moldau und Rumänien angesteuert; drei seien abgeschossen worden, eine weitere sei in Richtung des rumänischen Kreises Suceava weitergeflogen.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, seine Behörden hätten die Grenzübergänge Zosin und Dorohusk vorsorglich für 30 Minuten geräumt.

Feuer an Starlink-Station als mutmaßliche Sabotage

Auch zwei Vorfälle in Polen und Deutschland ordnet das ISW in dieses Muster ein, ohne dass sie bislang offiziell Russland zugeschrieben worden seien. Am Abend des 23. September brach ein Feuer an der Starlink-Bodenstation im polnischen Wola Krobowska aus, die unter anderem die ukrainische Armee mit Internetzugang versorgt. Polens Vizepremier Krzysztof Gawkowski sagte dem staatlichen Sender TVP Info, der Brand sei gezielt gelegt worden, um die Station lahmzulegen und Internetverbindungen zu kappen. Einen Verantwortlichen habe man noch nicht ermittelt – vieles deute aber auf Russlands „neue“ Angriffsdoktrin hin, so Gawkowski.

In Deutschland stellte die Flugsicherung am Abend desselben Tages eine nicht identifizierte Drohne nahe des Flughafens Berlin-Brandenburg fest, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Der Flugbetrieb wurde für rund 45 Minuten unterbrochen, mehrere Maschinen nach Dresden und Leipzig umgeleitet.

Geheimdienste warnen vor weiteren Angriffen

Der dänische Militärgeheimdienst DDIS erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, Russland werde seinen „hybriden Krieg“ gegen den Westen in den kommenden Monaten voraussichtlich verschärfen, unter anderem durch Cyberangriffe und Sabotage. Ein begrenzter militärischer Angriff auf ein oder mehrere NATO-Grenzstaaten zu Russland sei zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Eine Quelle im litauischen Verteidigungsministerium erklärte laut ISW, Russland könne Gerbera-Drohnen künftig auch von einem Schiffscontainer im Mittelmeer aus gegen Spanien, Frankreich und Italien einsetzen. Der US-Geheimdienst CIA habe Polen zudem vor einer möglichen Sabotage an Unterwasser-Telekommunikationskabeln gewarnt, die das polnische Bankensystem stören könnte, hieß es beim ISW weiter. Bereits im Frühjahr habe die NATO demnach einen russischen Sabotageversuch an Unterseekabeln nahe der Arktis-Inselgruppe Spitzbergen vereitelt. Quellen: AP, ISW, Reuters, TVP Info, nif/red.

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