OpenAI verspricht Transparenz bei Rechenzentren nach politischem Gegenwind bei US-Midterms

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Nach dem klaren Votum der US-Wähler gegen neue Rechenzentren startet OpenAI eine Charmeoffensive mit neuen Selbstverpflichtungen. Diese weisen jedoch Lücken auf.

OpenAI reagiert wie erwartet mit einer PR-Offensive auf den wachsenden Widerstand gegen den Ausbau der KI-Infrastruktur. In einem National Community Compact und einem Policy Blueprint legt OpenAI Selbstverpflichtungen für künftige Standorte vor und fordert den Gesetzgeber auf, diese Regeln für die gesamte Branche verbindlich zu machen.

Unklar bleibt jedoch die genaue Reichweite der freiwilligen Zusagen: Laut OpenAI gelten diese für künftige Standorte, die das Unternehmen selbst besitzt und betreibt. Ein Großteil von OpenAIs Rechenzentrums-Infrastruktur wird allerdings von Partnern wie Oracle gebaut und gehalten.

An eigenen Standorten will OpenAI bei Verhandlungen mit Behörden künftig etwa auf Geheimhaltungsvereinbarungen verzichten. Geschäftsgeheimnisse, Sicherheitsinteressen und wettbewerbsrelevante Informationen sind allerdings weiter von der Regelung ausgenommen. Zudem verspricht das Unternehmen, die vollen Kosten für Strom und Netzausbau zu tragen, den Verbrauch zu Spitzenzeiten zu drosseln sowie Baupläne, Lärmstudien und Daten zum Wasserverbrauch offenzulegen.

Um die skeptischen Anwohner zu überzeugen, stellt OpenAIs Politikchef Chris Lehane wirtschaftliche Vorteile in Aussicht. Die Anlagen seien keine "Black Box auf einer Weide", sagte Lehane gegenüber Reuters, da regelmäßige Hardware-Upgrades dauerhafte Jobs sichern würden. Für Ohio stellt er 2.500 Stellen in Aussicht, zudem verweist OpenAI auf lokale Zahlungen wie 4,8 Millionen US-Dollar für Schulessen in Georgia. Im Vergleich zu den dort geplanten Projektkosten von über 30 Milliarden US-Dollar handelt es sich dabei jedoch um kaum mehr als symbolische Summen.

US-Wähler bremsen den Rechenzentrums-Boom aus

Die Ankündigung folgt nur zwei Tage auf die US-Zwischenwahlen, die sich auch als Denkzettel für die Tech-Branche lesen lassen. Bei 40 von 41 lokalen Bürgerentscheiden stimmten die Wähler gegen neue Rechenzentren. Zudem eroberten die Demokraten nicht nur den Kongress, sondern auch die Gouverneursposten in wichtigen Infrastruktur-Staaten wie Texas, Georgia und Ohio.

Die neue texanische Gouverneurin Gina Hinojosa forderte bereits ein sofortiges Moratorium für neue Anlagen. Laut der Forschungsgruppe Data Center Watch wurden im zweiten Quartal 2026 bereits 45 Projekte im Wert von 88 Milliarden US-Dollar durch lokalen Widerstand behindert. Lehane räumte ein, dass sich auch Projekte von OpenAI verzögern könnten.

An der Wall Street sorgten die Wahlergebnisse für eine Spaltung der KI-Aktien. Während spezialisierte Rechenzentrums-Betreiber wie Hut 8 (-23 Prozent), IREN (-11 Prozent) und Core Scientific (-10 Prozent) aus Angst vor strengeren Genehmigungen einbrachen, legten kapitalstarke Tech-Konzerne wie Microsoft (+6,7 Prozent), Amazon (+6,1 Prozent) und Alphabet (+3,2 Prozent) zu. Investoren erwarten, dass ein gebremster Ausbau die explodierenden Infrastruktur-Ausgaben der Konzerne dämpft und ihnen im Wettbewerb gegen kleinere Rivalen in die Karten spielt, auch weil sie bereits große Rechenzentren betreiben.

Elon Musks 446-Millionen-Dollar-Wette geht nicht auf

Zu den größten Verlierern der Wahl zählt übrigens Elon Musk. Wie Politico berichtet, investierte der Tech-Milliardär die Rekordsumme von rund 446 Millionen US-Dollar in republikanische Kandidaten, davon allein über 200 Millionen US-Dollar in Texas. Fast alle von ihm unterstützten Politiker verloren ihre Rennen.

Damit stehen auch Musks eigene Ausbaupläne für Rechenzentren in seiner Wahlheimat Texas vor ungewissen Zeiten, während die Aktien von SpaceX (-3,9 Prozent) und Tesla (-3,3 Prozent) nachgaben. Auf X kommentierte Musk die Niederlage mit einem Verweis auf seine orbitalen Infrastrukturpläne: "Rechenzentren im Weltraum sehen gerade ziemlich attraktiv aus."

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