WeatherNext 2: Googles KI-Wettermodell wird schneller und präziser

1 month ago 3

Google DeepMind und Google Research haben die nächste Generation ihres KI-Wettervorhersagemodells vorgestellt. Das System mit dem Namen WeatherNext 2 soll globale Prognosen effizienter und mit einer deutlich höheren Auflösung erstellen als bisherige Methoden. Anstatt nur einen einzigen wahrscheinlichen Wetterverlauf zu berechnen, kann WeatherNext 2 Hunderte möglicher Szenarien generieren. Dies hilft Meteorologen, die gesamte Bandbreite möglicher Entwicklungen – einschließlich Extremszenarien – besser zu erfassen.

Die technische Grundlage bildet ein neuer Ansatz, den Google als Functional Generative Network (FGN) bezeichnet. Dieses Modell wird trainiert, indem künstliches „Rauschen“ direkt in die Modellarchitektur eingespeist wird, um eine realistische Variabilität der Prognosen zu erzeugen. Das Modell wird laut Google primär mit sogenannten „Marginals“ trainiert. Dabei handelt es sich um einzelne, isolierte Wetterelemente, wie etwa die Temperatur an einem spezifischen Ort oder die Windgeschwindigkeit in einer bestimmten Höhe.

Aus diesen einzelnen Datenpunkten lernt das Modell selbstständig, komplexe Zusammenhänge (sogenannte „Joints“) vorherzusagen. Diese „Joints“ sind für realistische Prognosen entscheidend, beispielsweise um ganze Regionen zu identifizieren, die von einer Hitzewelle betroffen sind, oder um die zu erwartende Energieerzeugung eines gesamten Windparks zu kalkulieren.

Die Generierung einer einzelnen Prognose (eines Szenarios) soll auf einer Google TPU weniger als eine Minute dauern. Zum Vergleich: Herkömmliche, physikbasierte Modelle benötigen für ähnliche Berechnungen oft Stunden auf Supercomputern, so Google. Im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell „WeatherNext“ soll die neue Version bei 99,9 % der Variablen (wie Temperatur, Wind oder Luftfeuchtigkeit) und über alle Vorhersagezeiträume (0 bis 15 Tage) überlegene Ergebnisse liefern.

WeatherNext 2 ist nicht nur ein Forschungsprojekt, sondern wird bereits aktiv ausgerollt:

  • Google-Produkte: Die Technologie ist bereits in die Google Suche, Gemini, Pixel Weather und die Weather API der Google Maps Platform integriert. Google Maps soll in den kommenden Wochen ebenfalls darauf zugreifen.
  • Entwickler und Forschung: Die Prognosedaten von WeatherNext 2 sind ab sofort in Earth Engine und BigQuery verfügbar. Zudem startet ein „Early Access“-Programm auf der Google Cloud Vertex AI-Plattform, das Forschern und Entwicklern Zugriff auf angepasste Modellinferenzen (Ableitungen) gewährt.

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