Wasserzeichen für KI Claude: Coder entwickelt Tool zum Entfernen

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Seit Anfang August 2026 gilt in der EU die KI-Kennzeichnungspflicht. Seither müssen KI-generierte Inhalte als solche gekennzeichnet werden, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Um der Verordnung nachzukommen, hat auch Anthropic erste Änderungen an seinen Modellen durchgeführt. Claude fügt jetzt automatisch ein unsichtbares Wasserzeichen in generierte Inhalte ein.

Schon kurz nach der Ankündigung zeigte sich, dass Claudes Wasserzeichen einigen Usern ein Dorn im Auge ist. Sie fürchten, dass sie für die KI-Nutzung bestraft werden oder Anthropic dadurch die Lorbeeren für ihre Arbeit mit dem Tool einstreichen könnte. Wie Wired berichtet, hat es nach dem Release des Claude-Wasserzeichens aber nur ganze vier Stunden gebraucht, bis ein erster Workaround veröffentlicht wurde.

Das GitHub-Projekt stammt vom Entwickler Guillaume Meyer. Sein Werk heißt „Watermarks Remover“ und soll nicht nur für Claude funktionieren, sondern auch für alle anderen Tools, die SynthID nutzen. Die Technik, die von Google schon 2023 vorgestellt wurde, tauscht Wörter in KI-Antworten aus, um ein maschinenlesbares Muster zu generieren. So können andere KI-Tools die Inhalte identifizieren. Für User soll sich indes die Qualität des Outputs nicht ändern.

Der „Watermarks Remover“ wirkt dem Ganzen mit KI entgegen. Dafür muss nur ein Modell eingebunden werden, das kein Wasserzeichen produziert. Im Anschluss analysiert die KI den generierten Text und tauscht in mehreren Durchläufen immer wieder Wörter gegen Synonyme aus und ordnet die Sätze neu. So soll das für Maschinen erkennbare Muster, das SynthID hinterlässt, mit jedem Durchlauf etwas mehr verschwinden.

Das GitHub-Projekt von Meyer wurde schon mit über 15.000 Sternen bewertet und davon mehr als 1.700 Mal ein Fork erstellt. Zudem haben sich mittlerweile mehrere Entwickler gefunden, die ebenfalls am „Watermarks Remover“ mitarbeiten. Nach Meyer, der insgesamt 91 Änderungen zum Projekt beigetragen hat, steht Claudes KI-Coding-Agent mit elf Änderungen auf dem zweiten Platz.

Gegenüber Wired sagte Meyer zu seinem Tool: „Ich bin nicht gegen Transparenz, ich bin tatsächlich für die Attribution von Inhalten. Ich glaube nur, dass Wasserzeichen eine wirklich schlechte Lösung dafür sind.“ Der französische Entwickler nutzt unter anderem Tools wie Claude und Grammarly, um seine Texte vom Französischen ins Englische zu übersetzen. Obwohl KI nur die Übersetzung übernommen hat und im Original seine Arbeit steckt, würde ein Wasserzeichen den Anschein erwecken, er hätte alles mit KI erstellt.

Während einige Kritiker von Anthropic Meyers Tools schon als Befreiung vom Wasserzeichen feiern, muss sich die Wirksamkeit noch zeigen. Noch hat Anthropic kein Tool veröffentlicht, mit dem Claudes Wasserzeichen ausgelesen werden können. Erst wenn das der Fall ist, kann gesagt werden, ob die Methode funktioniert. Andere Coder haben inzwischen ähnliche Methoden vorbereitet.

Leon Chlon von der Universität Oxford will etwa Wasserzeichen entfernen, indem er englische Texte ins Arabische und wieder zurückübersetzen lässt. Durch die unterschiedliche Semantik verschwindet laut ihm das Wasserzeichen. Anthropic betont, dass Inhalte, die nach ihrer Generierung stark bearbeitet, zusammengefasst oder übersetzt werden, das Wasserzeichen verlieren könnten.

Dieser Beitrag ist zuerst bei t3n.de erschienen.

(jle)

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