Vodafone macht das 5G-Netz zum Radar: Tests mit Tiami Networks

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Vodafone und das US-Unternehmen Tiami Networks führen derzeit in Barcelona vor, wie sich Mobilfunknetze in präzise Sensoren verwandeln lassen. Auf dem Mobile World Congress zeigen die Partner eine Technik, die im Grunde wie die Echoortung bei Fledermäusen funktioniert. In der Fachsprache nennt sich das Integrated Sensing and Communication, kurz ISAC. Damit werden gewöhnliche Mobilfunknetze zu smarten Sensoren, die Objekte oder Personen mittels Radar erfassen, selbst wenn diese gar kein Smartphone oder eine SIM-Karte dabei haben. Eigentlich wird solche Funktionalität erst mit der kommenden 6G-Generation erwartet, erste Tests belegen aber die Machbarkeit bereits im bestehenden 5G-Netz.

Michael Reinartz, Innovationschef bei Vodafone Deutschland, sieht darin diverse Anwendungsmöglichkeiten, die unter anderem die Sicherheit erhöhen sollen. Nutzer könnten gewarnt werden, wenn Bahnsteige überfüllt sind, oder Gebäude lassen sich auf versteckte Wasserlecks prüfen. Auch Einkaufszentren könnten Besucherströme datenschutzkonform ganz ohne Kameras messen, während Flughäfen Drohnen detektieren. Die theoretischen Einsatzfelder reichen bis zur Landwirtschaft oder dem Wiederfinden verlegter Schlüssel. Die Technik erlaubt es dem Netz, die Umgebung zu visualisieren, ohne dass dafür spezielle neue Hardware nötig wäre, denn in den Tests kamen handelsübliche 5G-Antennen zum Einsatz.

Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass die Erfassung von Gegenständen und Personen die laufenden Datenverbindungen oder Telefonate nicht beeinträchtigt hat. Zwar gilt ISAC als Kernkomponente für 6G, dessen Start wohl erst um 2030 erfolgen dürfte, doch die Partner zeigen die Funktion schon heute mit dem aktuellen Spektrum. Vodafone arbeitet daran, die Ergebnisse aktiv in die Standardisierung einzubringen, etwa beim 3GPP Release 19. Ziel ist es, ISAC künftig so simpel wie eine Softwareanwendung im Netz zu aktivieren. Die gemeinsame Testreihe soll im Jahr 2026 fortgesetzt werden.

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