US-Blockade gegen Iran: 82 Schiffe umgeleitet

4 hours ago 2

Ein halbes Jahr nach Beginn des Irankriegs stecken einem Bericht zufolge noch immer rund 400 Schiffe im Persischen Golf fest. "Während einige Schiffe und ihre Besatzungen den Persischen Golf verlassen konnten, haben bis zu 400 Schiffe mit rund 6000 Seeleuten seit Beginn des Konflikts nicht sicher abfahren können", sagte der Generalsekretär der Weltschifffahrtsorganisation (IMO), Arsenio Dominguez.

Die Organisation verifizierte seit Kriegsbeginn Ende Februar eigenen Angaben zufolge 70 Attacken auf internationale Schiffe im Persischen Golf. Dabei seien 19 Seeleute getötet worden. Die schlechte Sicherheitslage schade allen, sagte Dominguez. "Besonders bedrückend ist sie jedoch für die Tausenden unschuldigen Seeleute, die davon betroffen sind."

Bei Attacken starben bislang 19 Seeleute

Die Straße von Hormus am Persischen Golf ist ein zentraler Streitpunkt im Krieg zwischen den USA und Iran. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Rund ein halbes Jahr nach Beginn der ersten israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran stecken die Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts in einer Sackgasse. Iran fordert Zugeständnisse der US-Regierung, während Präsident Trump die Führung in Teheran mit einem »Wirtschaftskrieg« unter Druck setzen will.

Während die iranischen Streitkräfte Reedereien mit Drohungen und Attacken zur Kooperation zwingen wollen, hält die US-Marine eine Seeblockade gegen iranische Häfen aufrecht, um Teheran den Geldhahn zuzudrehen. Laut dem für die Region zuständigen US-Kommando Centcom hat das US-Militär im Zuge der Blockade bislang 82 Handelsschiffe umgeleitet, drei außer Gefecht gesetzt und zwei geentert.

US-Präsident Donald Trump (80) hatte jüngst behauptet, die Meerenge sei minenfrei, vollständig geöffnet und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert. Ein israelischer Experte mahnte jedoch zur Vorsicht. "Dass der Präsident sagt, die Straße von Hormus sei offen, bedeutet nicht, dass sie tatsächlich offen ist. Tanker nachts mit ausgeschalteten Transpondern und unter dem Schutz des US-Militärs durch die Meerenge zu bringen, ist nicht dasselbe, wie die Straße von Hormus zu kontrollieren oder den Zustand vor dem Krieg wiederherzustellen", schrieb Danny Citrinowicz auf der Nachrichtenplattform X.

Iran räumt wirtschaftliche Schäden ein

Die Marine der iranischen Revolutionswächter beharrt genau wie die US-Regierung darauf, die volle Kontrolle über die Straße von Hormus zu haben. Das Regime räumte am Samstag schwere wirtschaftliche Schäden durch den Krieg mit den USA ein, signalisierte zugleich jedoch Härte. ​Iran werde nicht einknicken, hieß es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung ‌der Führung in Teheran.

Zuvor hatte der oberste Führer Mojtaba Khameneis, der seit seiner Verletzung bei dem Angriff am 28. Februar nicht mehr öffentlich aufgetreten ist, ​die Regierung ‌in einer schriftlichen Erklärung aufgefordert, die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zu bekämpfen. Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, dass der iranische Außenhandel unter der Last von US-Sanktionen und einer US-Seeblockade um fast 35 Prozent eingebrochen sei.

Read Entire Article