Unmut über mutmaßlichen KI-Slop in offiziellem „Spider-Man“-Artbook

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Das offizielle, rund 40 Euro teure Marvel-Artbook „Spider-Man: Brand New Day – The Art Of The Movie“ sorgt bei Fans für Unmut. Das Buch mit zahlreichen Illustrationen soll einen Einblick in die Konzeptphase und Entwicklung des Kinofilms „Spider-Man: Brand New Day“ gewähren. Doch Fans stören sich an zahlreichen Hinweisen, dass hier KI im Spiel ist.

Vor allem Seite 52 steht wegen möglichen „KI-Slops“ in der Kritik. Das Bild zeigt seltsam deformierte Taxis, ein Auto, das mit einer Wand verschmilzt, kaputte Fluchtleitern an Häusern, uneinheitliche Fenster. Je länger man hinschaut, desto mehr Details fallen auf. Marvel ordnet das Bild dem Illustrator Scott McInnes zu, der ausweislich seines LinkedIn-Profils Anfang 2025 als Concept Artist an dem Film mitgearbeitet hat.

Die am stärksten kritisierte Seite im Artbook.

(Bild: heise medien / Marvel / Scott McInnes)

Auf Seite 58 (Aufmacherbild) springt Spider-Man ein Hochaus herunter, allerdings mit unförmigem Kopf und auffälligen Armen. Ivan Weightman ist hier als Urheber angegeben, der nach eigenen Angaben ein Spezialist für generative KI ist und ebenfalls für Marvel gearbeitet hat.

Die Illustrationen zeigen vor allem eines: Filmstudios wie Marvel gestalten Konzepte nicht mehr detailliert aus, vermutlich verwenden sie auch KI-Tools. Bob Iger, bis März 2026 Chef der Marvel-Mutter Disney, sagte schon 2025: „KI könnte tatsächlich die mächtigste Technologie sein, die unser Unternehmen jemals gesehen hat, einschließlich ihrer Fähigkeit, den Zugang der Verbraucher zu unseren Unterhaltungsangeboten zu verbessern und ihnen zu ermöglichen, diese zu erleben und zu genießen.“

Fans rechneten offenbar nicht damit, dass es solche Illustrationen in ein offizielles Artbook schaffen, zumindest nicht unbearbeitet. Marvel selbst beschreibt „Spider-Man: Brand New Day – The Art Of The Movie“ so:

„Entdecken Sie die Magie hinter den Kulissen der visuellen Entwicklung des Films – von ersten Konzeptskizzen bis hin zu fertig gestalteten Figuren. Erkunden Sie Schauplätze, Kostüme und exklusive Einblicke in das nächste Kapitel des Marvel-Helden aus der Nachbarschaft!“

Andere Bilder sind weniger auffällig, enthalten aber ebenfalls Merkwürdigkeiten. Seite 41 etwa zeigt einen 3D-Drucker beim Herstellen einer Spider-Man-Maske. Abgesehen von der ungewöhnlich komplexen Apparatur ist ein PC über einen dicken Kabelklumpen mit dem 3D-Drucker verbunden. Ein Tischbein endet oben vor der Tischplatte.

Ein eher ungewöhnlicher 3D-Drucker.

(Bild: heise medien / Marvel / Paul Chandler)

Häuserwände auf Seite 11 sind gezeichnet von Artefakten. An einem anderen Haus ist ausschließlich eins von vielen Fenstern abgerundet, genau da, wo sich der Fuß eines Mannes befindet.

Die Hausfassaden in der Mitte wirken ungewöhnlich unruhig.

(Bild: heise medien / Marvel / Ryan Meinerding)

Mehrere Illustrationen enthalten chaotische Spinnennetze, vor allem auf den Doppelseiten 12/13 und 26/27. Ein echter Spinnenfaden würde niemals mitten in der Luft einen Knick machen. Auffällig sind zudem die zahlreich aneinander aufgewickelten Spinnenfäden.

Spinnennetze im „Spider-Man“-Artbook (4 Bilder)

(Bild:

heise medien / Marvel / Ryan Meinerding

)

Jess Harrold ist der Autor des Buchs, war allerdings maßgeblich für die Begleittexte verantwortlich. Die Illustrationen hat Marvel ausgesucht. Eine offizielle Stellungnahme zum „Spider-Man“-Artbook bleibt aus, obwohl die Kontroverse schon seit einigen Tagen brodelt. Es kursiert lediglich ein Reddit-Kommentar, dessen Urheber angeblich für Marvels Verlagsseite arbeitet. Er hält den Einsatz von KI für unwahrscheinlich und die beobachteten Fehler für Photoshop-Artefakte. Spätestens bei dem Stadtbild mit den Taxis wirkt das anhand der Menge von Fehlern jedoch unwahrscheinlich. Der Reddit-Account ist inzwischen gelöscht; eine Verifizierung gab es nie.

Entlassungswellen bei Disney sollen derweil vor allem Marvels Kreativabteilung getroffen haben. Unter anderem Künstler, Illustratoren und Designer aus dem „Visual Development“ mussten gehen.

(mma)

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