Arduino Ventuno Q kann jetzt vorbestellt werden

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Arduino nimmt ab sofort Vorbestellungen für das KI-Board Ventuno Q an. Das im März angekündigte Board richtet sich vor allem an Anwendungen rund um Edge-AI und Robotik und kostet knapp 300 Euro. Laut Hersteller sollen vorbestellte Boards in etwa vier Wochen ausgeliefert werden.

Technisch setzt Arduino auf eine „Dual Brain“-Architektur. Für Linux und KI-Anwendungen kommt Qualcomms Dragonwing IQ8 QCS8275 mit acht Kryo-Gen-6-Kernen, Adreno-623-GPU und Hexagon-NPU zum Einsatz. Letztere soll bis zu 40 TOPS erreichen. Daneben sitzt ein STM32H5F5 mit Cortex-M33 bei 250 MHz, 4 MByte Flash und 1,5 MByte RAM auf dem Board. Der Mikrocontroller übernimmt zeitkritische Aufgaben und läuft mit Arduino Core auf Zephyr RTOS. Zwischen Linux-System und MCU erfolgt die Kommunikation über eine RPC-Brücke.

Rechenintensive Aufgaben wie Objekterkennung, Sprachmodelle oder Bildverarbeitung können unter Linux laufen, während Motoren, PWM-Signale oder GPIOs unabhängig davon mit vorhersehbaren Reaktionszeiten angesteuert werden. Bei einem Roboter könnte das Ventuno Q also beispielsweise Kamerabilder lokal auswerten und gleichzeitig die Motorregelung übernehmen. Dafür musste man bisher häufig mehrere Boards miteinander verbinden.

Das Board bringt 16 GByte LPDDR5-RAM und 64 GByte eMMC-Speicher mit. Über einen M.2-Anschluss lässt sich zusätzlich eine NVMe-SSD über PCIe Gen 4 anbinden. Für Kameraprojekte stehen drei MIPI-CSI-Anschlüsse zur Verfügung, außerdem gibt es HDMI, DisplayPort-Ausgabe über USB-C, zwei USB-3.0-A-Ports und 2,5-Gigabit-Ethernet. Drahtlos funkt das Ventuno Q mit Wi-Fi 6 im 2,4-, 5- und 6-GHz-Band sowie Bluetooth 5.3.

Auch klassische Embedded-Schnittstellen sind mit dabei. I2C, SPI, UART, PWM und mehrere CAN-FD-Anbindungen. Ein CAN-FD-Transceiver sitzt direkt am Schraubterminal, weitere CAN-FD-Schnittstellen liegen auf den Headern. Dazu kommen ein Qwiic-Anschluss, vier steuerbare RGB-LEDs und eine 8 × 13 Pixel große blaue LED-Matrix. Mit 160 × 100 × 25,8 mm ist das VENTUNO Q allerdings deutlich mehr Werkbank als Hosentasche.

Auf der Linux-Seite ist Ubuntu vorgesehen, Debian soll folgen. Docker und apt sind laut Arduino bereits verfügbar. Für die Entwicklung kann man klassische Linux-Werkzeuge, VS Code oder das Arduino App Lab nutzen. Letzteres verbindet Arduino-Sketches, Python-Skripte und containerisierte KI-Modelle in einer Oberfläche. Arduino stellt außerdem bereits optimierte Modelle bereit, darunter Qwen, Gemma, Whisper, YOLOX und MediaPipe. Eigene GGUF-Modelle lassen sich über llama.cpp einbinden, zudem ist Edge Impulse für selbst trainierte Modelle integriert.

Interessant ist das Ventuno Q damit vor allem für Maker, die Robotik, lokale Sprachsteuerung, Computer Vision oder Automatisierung ohne Cloud-Abhängigkeit ausprobieren wollen. Der Preis von 298,99 Euro liegt allerdings deutlich über typischen Arduino-Boards und macht das Ventuno Q eher zu einer Plattform für größere Projekte als zum spontanen Blink-Experiment. Wer genau solche Projekte plant, kann das Board jetzt vorbestellen.

Wer sich über den Vorgänger, den Uno Q, informieren möchte, findet in unserem Test alle Infos.

(das)

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