Ukraine attackiert Russlands Krim-Nachschub

2 months ago 14
  1. Startseite
  2. Politik

Stand: 22.06.2026, 12:48 Uhr

Von: Lukas Richter

Kommentare

Uns auf Google folgen

Nach Ministerdrohung: Die Ukraine greift russische Nachschubwege zur Krim an.

Krim – Jetzt scheint das ukrainische Militär eine Warnung aus Kiew wahr zu machen: Die von Russland besetzte und annektierte Halbinsel Krim soll immer stärker isoliert werden. Brücken, Häfen, Treibstofflager, Bahnstrecken – neue Angriffe sollen genau jene Infrastruktur getroffen haben, über die Moskau seine Truppen im Süden der Ukraine versorgt.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

In der Nacht zum 21. Juni haben ukrainische Kräfte Treibstoff-Terminals und Hafenanlagen auf beiden Seiten der Straße von Kertsch getroffen, berichteten Telegram-Medienkanäle wie Exilenova unter Berufung auf Anwohner.

 Militär attackiert Russlands Krim-Versorgung

Nach Ministerdrohung: Die Ukraine greift russische Nachschubwege zur Krim an. © © IMAGO / Ukrinform / Symbolbild

Die 35 Kilometer lange Meerenge trennt die besetzte Krim von der russischen Taman-Halbinsel und verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer. Für Russland ist sie ein wichtiger Logistikkorridor.

Ukraine greift Krim-Versorgung an

Der ukrainische Generalstab bestätigte am Sonntagmorgen Angriffe auf den Ölterminal „TES-Terminal-1“ in Kertsch und den Hafen „Kawkas“. Auf dem Gelände des Terminals sei ein Feuer registriert worden. Nach ukrainischen Angaben gehört die Anlage zu den wichtigen Umschlag- und Lagerorten für Treibstoff und Schmierstoffe auf der Krim und werde zur Versorgung russischer Truppen genutzt.

Telegram-Angaben und ukrainische Militärmeldungen lassen sich im Kriegsgebiet nicht immer unabhängig überprüfen. Doch auch Satellitendaten deuten auf Brände hin. Das FIRMS-System der US-Raumfahrtbehörde NASA, das weltweit Feuer nahezu in Echtzeit erfasst, zeigte am Sonntag an mehreren Stellen in Kertsch Wärmesignale.

Schon zuvor hatten ukrainische Kräfte Brücken und Verkehrswege zwischen dem besetzten Gebiet Cherson und der Krim angegriffen, wie das Institute for the Study of War in seiner Analyse vom Samstag schreibt. Demnach trafen ukrainische Einheiten in der Nacht zum 20. Juni eine Straßenbrücke über die Henitschesk-Straße, etwa 120 Kilometer von der Front entfernt.

Brücken nur noch eingeschränkt nutzbar

Russland nutze diese Brücke, um Nachschub von der Krim zu Truppen im Süden der Ukraine zu bringen, erklärten ukrainische Militärvertreter laut ISW. Ein ukrainisches Regiment meldete demnach auch Angriffe auf eine Straßenbrücke über den Nord-Krim-Kanal nahe Woinka. Dabei seien Stützpfeiler und Fahrbahn beschädigt worden.

Ein ukrainisches OSINT-Projekt habe Satellitenbilder vom 19. Juni ausgewertet und schwere Schäden an der Henitschesk-Brücke bestätigt, schreibt das ISW. Demnach sei nur noch eine Fahrspur nutzbar, Lastwagen könnten die Brücke nicht mehr passieren. Auch die Tschonhar-Brücke habe nur noch eine Spur für leichte Fahrzeuge. Militärgerät und Lkw müssten auf Pontonübergänge ausweichen.

Fedorow warnte vor Folgen für Russland

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte diese Entwicklung wenige Tage vor den neuen Angriffen angekündigt. „Die Krim wird durch Drohnen isoliert. In naher Zukunft sieht es so aus, als werde die Halbinsel Krim zu einer Insel“, sagte Fedorow in einem am 17. Juni veröffentlichten Interview mit dem YouTube-Kanal „Pressing“.

Fedorow sagte weiter, die wachsende Nutzung ukrainischer Drohnen mittlerer Reichweite störe zunehmend russische Versorgungsrouten zur besetzten Krim. Das könne für Russland „sehr unerwartete Folgen“ haben. Mehr könne er nicht sagen.

Read Entire Article