
Ugreen hat zur IFA 2026 neue NAS-Modelle vorgestellt. Mittlerweile hat sich der Hersteller im NAS-Segment etabliert. Mit dem DXP8800 Ultra gibt es ein 8-Bay-NAS im Portfolio, welches sich mit 10 GbE und Intel-Core-7-Prozessor sich an die Spitze der DXP-Serie setzt und sich auch an professionelle und anspruchsvolle Nutzer richtet. Lediglich die idX-Serie hat da mehr (KI)-Power. Ich konnte mit dem NAS in den vergangenen Wochen bereits erste Erfahrungen sammeln.
Zu meinem Hintergrund: Seit knapp 8 Jahren werkelt – mit Höhen und Tiefen – bei mir im Haushalt ein NAS aus dem Hause Synology, die DS918+. Für einen Tech-Enthusiasten eine (wie ich finde) durchaus beachtliche Nutzungszeit. Neben Dateiverwaltung und Zugriff auf meine Dateien, auch von unterwegs, werkelt dieses bisher unter anderem als Plex-Medienserver und zeichnet sich auch für den einen oder anderen (Docker)-Container verantwortlich. Softwareseitig schiebt da Synology nun den Updates den Riegel vor. Wenig Entwicklung gab es in den letzten Jahren mit diversen Synology-Apps (abseits der Foto-Verwaltung). Grund genug für etwas frischen Wind. Ich bin also in die Vollen gegangen und habe – mit externen Platten und diverser Kopier-Arbeit – den Umzug von der DS918+ auf den Neuzugang von Ugreen gewagt und konnte bereits erste Erfahrungen sammeln.
Vorneweg ein Blick aufs Datenblatt, welches wohl kaum Wünsche offenlassen dürfte: Das Ugreen DXP8800 Ultra beherbergt bis zu 8 Platten (Gesamtkapazität von bis zu 272 TB) und mit zwei M.2-Slots lassen sich auch noch jeweils eine 8 TB NVMe SSD einbauen. Das System von Ugreen (UGOS Pro) arbeitet auf einer dedizierten, 128 GB großen SSD – bei meiner 918+ ist das auf die HDDs verteilt. Unter der Haube werkelt der Intel Core 7-150U mit 10 Kernen und 12 Threads mit Taktraten von bis zu 5,4 GHz in der Spitze. Zur Seite stehen 8 GB in der Standardkonfiguration, auf bis zu 96 GB erweiterbarer Arbeitsspeicher (DDR5 Dual-Channel-RAM).
Neben zweimal 10 GbE gibt es zweimal Thunderbolt 4 für kabelgebundene, schnelle Datenübertragung per Direktverbindung vom (mobilen) Endgerät. Daneben gibt es, ebenfalls jeweils in zweifacher Ausfertigung, USB 2.0 und USB 3.2 Gen 2 nebst HDMI-Port (mit 8K 60Hz). Mit von der Partie sind zudem einmal SD und einmal PCIe x4, beispielsweise für eine Grafikkarte. Kostenpunkt: 1779 Euro – zuzüglich der Festplatten.

Einrichtung: Festplatten rein und ab dafür
Das NAS ist tatsächlich recht flott einsatzfähig. Die Montage der Platten funktioniert ohne Werkzeuge oder Schrauben: Festplatten in den Rahmen klipsen (das hält auch ohne Schrauben absolut wackelfrei), Rahmen in das NAS reinschieben. Fertig. Das funktioniert – soweit ich darüber urteilen vermag – wie auch die restliche Einrichtungsprozedur, auch für unbedarfte Nutzer gut. Da kommt man für die Ersteinrichtung auch problemlos und binnen Minuten per Smartphone ran.
Die Hardware: Hochwertige Verarbeitung, Top-Specs und ordentlich Power unter der Haube
Das Gehäuse besteht fast vollständig aus massivem Aluminium. Das fühlt sich sehr wertig an. Auch in Sachen Verarbeitung kann man da durchaus punkten. Direkt nach dem Auspacken ist mir direkt die magnetische Staubmatte positiv ins Auge gefallen: So hat sich bei meiner DS918+ nach diversen Nutzungsjahren an den Lüftungsschlitzen durchaus einiges an Staub festgesetzt. Bei der Ugreen reicht: Magentisches Gitter abnehmen, reinigen. Klingt für mich, auch wenn es hier an Langzeiterfahrungen fehlt, sehr sinnig und wartungsfreundlich.
Alleine von den technischen Spezifikationen dürfte das DXP8800 Ultra wohl kaum Wünsche offenlassen. Aus Performance-Sicht hatte ich da auch absolut keine Bedenken: Plex-Server, diverse Docker-Container und auch sonst lief da wirklich alles reibungslos. Das Ugreen-eigene Betriebssystem läuft ohnehin auf einer dedizierten SSD: flott und flüssig. Mit 128 GB ist die SSD da wohl auch gut bemessen, ich kann aber nicht – auch nicht kleinere und wenige Anwendungen da zusätzlich mit drauf schieben. Da sollte man dann vermutlich eben eine weitere SSD im M.2-Format verbauen, wenn man das nicht gerade auf den HDDs laufen haben möchte.

Möchte man meckern, dann wohl eher bei der RAM-Ausstattung im Auslieferungsstatus. Mit 8 GB Arbeitsspeicher hat man da – Chip-Krise hin oder her – eher das „Bare Minimum“ eingebaut. Von einem standesgemäßen NAS in dieser Preiskategorie würde ich mir da schon mindestens 16 GB, eher gar 32 GB wünschen – um auch lokale KI-Anwendungen im kleineren RAhMen nutzen zu können. Immerhin: Modular und mit zwei Slots kann man den RAM, bei entsprechender Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger, eigenmächtig aufstocken. Für RAM- und SSD-Riegel muss man dann doch zum Schraubendreher greifen: Die sitzen quasi im Unterboden.

Erfrischend finde ich zudem die Ausstattung an Ports: Neben standesgemäßem 10 GbE ist auch Thunderbolt 4 mit von der Partie. Für meine Migration habe ich auf eine externe SSD zurückgegriffen, da war das Hin- und Herschaufeln von Dateien eine schnelle Angelegenheit und maximal durch die HDDs bei den Schreibgeschwindigkeiten gebremst. Ansonsten gibt es neben USB-A für Sticks und externe Festplatten auch einen SD-Karten-Slot. Da lässt man nichts zu wünschen übrig.

Während in den vergangenen Jahren meine DS918+ irgendwann nur noch gerödelt hat, vor allem, was die Geräuschkulisse durch die HDDs angeht, arbeitet das Ugreen-NAS angenehm ruhig und die Platten gehen auch in den Tiefschlaf. (Zugegebenermaßen, vielleicht hab ich da selbst mal an der Synology was verstellt bzw. ungünstig aufgesetzt und mir da auch nie die Zeit für genommen, das nochmals ordentlich unter die Lupe zu nehmen. Bei solchen Dingen gilt: Es ist immer besser, wenn es halt einfach funktioniert, wie erwünscht). Lüftergeräusche? Im Automatik-Betrieb hört man, wenn überhaupt, ein leises Surren unter Last. Ist also auch durchaus im Büro für mich nutzbar und muss nicht in den Keller verbannt werden.
Ohne Last, aber mit laufenden Platten sowie einigen Anwendungen und Containern – nicht mit professionellem Equipment erfasst– komme ich auf knapp 40 Watt beim Stromverbrauch. Hängt natürlich von der Anzahl und Art der Platten sowie der generellen Auslastung dennoch ab und ist entsprechend schon in gewisser Art und Weise subjektiv. Befinden sich die Platten im Tiefschlaf, pendelt sich das Ganze bei knapp 25 bis 28 Watt ein.

Software
Die grafische Benutzeroberfläche wirkt modern und ansprechend. Es gibt diverse Standard-Apps, für Aufgaben wie die Foto-Verwaltung. Für diverse Software gilt: Statt nativen Apps, wie Jellyfin, greift Ugreen auf Docker-Container zurück – Hardware-Transcoding mit der Grafikeinheit wird hier unterstützt. Im eigenen App Store verwischen da die Grenzen zwischen nativen Apps und Docker-Anwendungen. Die dort zur Verfügung gestellten Apps verlinkt man aber, mit Logo. Zudem muss man für gängige Apps, wie Plex, den (für unbedarfte Nutzer) nicht so intuitiven Weg direkt über Docker nehmen. Unschön: Hier zeigt man dann auch keine App-Verknüpfung auf dem Desktop der Weboberfläche an.
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Da sind die Grenzen aber, auch auf anderen Gerätschaften, schier endlos. Zu meiner Standard-Ausstattung gehören da, neben Paperless, unter anderem auch Home Assistant, was nicht mehr zwangsläufig auf einem externen Mini PC laufen muss.

Auch die App macht einen modernen und aufgeräumten Eindruck. Die meisten Funktionen und Einblicke lassen sich somit auch übers Mobilgerät tätigen und vor allem: Sämtliche Funktionen sind in einer App vereint. Man muss da nun nicht für Fotos auf eine andere App zurückgreifen, sodass man am Ende für zig Funktionen zig Apps (mit unterschiedlich (modernen) Nutzeroberflächen – Wir wollen hier ja nun niemanden schief anschauen.) hat. Womit man klarkommen muss: Manches wirkt auf der anderen Seite etwas überfrachtet.

Fernzugriff, ähnlich Quick-Connect meiner Synology: Ist mit dabei und funktioniert mit einer anpassbaren ID. Funktioniert auch für mich bisher wie erwartet. Am Mac im Heimnetzwerk nutze ich ohnehin für die meisten Dinge die SMB-Freigabe um Dateien hin- und herzuschaufeln, auch da hat sich nichts an der Funktionalität geändert.
Benutzerordner müssen alle auf demselben Speicherpool liegen. Den kann man aber auf Wunsch auch nachträglich, nachdem ein weiterer Speicherpool erstellt wurde migrieren. Für freigegebene Ordner kann der Speicherpool je Ordner gewählt werden, ebenso auch für installierte Anwendungen (Die sind bei mir alle auf der M.2-SSD). So ein Speicherpool lässt sich spielend einfach, selbst via App anlegen. Grundsätzlich gilt für Speicherpools die Wahl zwischen JBOD und den gängigen RAID-Systemen (0, 1, 5, 6 und 10) – je nach Plattenanzahl. Beim Dateisystem hat man die Wahl zwischen Btrfs (Fokus auf Datenintegrität) und ext4 (Fokus auf Performance). Snapshots werden nur für Btrfs-Volumes unterstützt und können für Benutzerordner und freigegebene Ordner erstellt werden. Auf Wunsch gibt es auch eine Versionierung der Dateien für aktivierte Ordner. Mittels Sync-and-Backup kann man auch Sicherungen zwischen Speicherpools erstellen, nicht nur des NAS oder des Computers. ZFS gibt es weiterhin nicht, wohl aber inzwischen auch Verschlüsselung für Ordner (ohne den Tresor).

Synchronisieren mit gängigen Clouds wie Google Drive, OneDrive oder Dropbox: Gibt es und man kann zwischen Upload/Download oder Synchronisation wählen. Es gibt aber scheinbar nicht die Möglichkeit Ordner auf der Cloud verschlüsselt abzulegen. Zudem vermisse ich die Möglichkeit die externe Cloud, ganz ohne Sync-Aufgabe, einfach in meinem Dateisystem angezeigt zu bekommen, um bei Bedarf auf Dateien zuzugreifen und Dinge hin- und herzukopieren, ohne dass da was synchronisiert wird.

Wie bei der Synology vermisse ich die Möglichkeit automatisiert und nativ etwa meine Google-Fotos-Bibliothek auf dem NAS abzulegen – vielen NAS-Nutzern fehlt das sicher nicht, denn sie setzen dann auf das NAS-only.
In Sachen Dateien: Fotos kann man direkt in der Vorschau öffnen. Auch eine Vorschau von PDF-Dateien hätte ich mir direkt im Browser gewünscht. Geht nicht, muss man erst herunterladen. Dafür muss man vorher das Office-Paket auf dem NAS installieren, dann klappt auch das. Beim Versuch des Öffnens gibt es keine Hinweise darauf, da wird nur der Datei-Download vorgeschlagen. Positive Randbemerkung zur nativen Fotos-App: Selbst Live-Fotos werden da, per Backup des Mobilgeräts überspielt, unterstützt.

Es gibt diverse KI-Funktionen, da fehlt es mir noch an Langzeiterfahrungen. Die integrierte Bilderkennung sortiert Aufnahmen lokal und ohne Cloud-Zwang nach Objekten, Personen und Texterkennung sortiert Aufnahmen lokal und ohne Cloud-Zwang nach Objekten, Personen und Texten und erkennt Duplikate. Im Vergleich zu den „KI-NAS“-Geräten von Ugreen ist da der Funktionsumfang leider wohl abgespeckt. Mit entsprechend aufgestocktem RAM oder mit der API-Anbindung von LLMs würden da sicherlich auch mit dem vorliegenden Test-Modell diverse KI-Use-Cases funktionieren.
An den Funktionsumfang von Synology DSM kommt man da weiter nicht heran. Die Frage ist für die meisten (privaten) Nutzer aber auch: Braucht es, mit dem derzeitigen Ausbaustadium, da für die meisten wirklich noch so viel mehr?

Unterm Strich?
Caschy war vormals Synology-Nutzer und ist von Ugreen durchaus angetan und ich kann mich diesbezüglich nur anschließen, dass Ugreen da bereits echt viel richtig macht. Vor allem von der Hardware bin ich begeistert, lediglich mehr RAM wäre bei diesem gehobenen Modell und damit auch Preis schon angebracht. Gerade wenn man einige Docker-Container am Laufen hat, sind die verbauten 8 GB dann doch recht wenig. Softwareseitig gibt es vor allem beim Funktionsumfang Ausbaupotenzial. Wobei man da wirklich auch festhalten muss, dass die meisten Consumer-Features ihr Pendant haben und wenn dann Prosumern und Enthusiasten einige Features fehlen dürften. Viele Lücken füllt da, auch Ugreen selbst, mit Docker. Ich würde mir dennoch mehr native Apps bzw. App-Integrationen wünschen. Die App und auch die Weboberfläche sind prima und sehr einfach nutzbar.

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3 weeks ago
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