Tusk warnt vor russischer Ost-Aggression

1 month ago 18

Ende August reiste CIA-Direktor John Ratcliffe für Gespräche nach Russland, sogar ein Treffen mit Wladimir Putin war geplant. Doch der russische Präsident sagte es in letzter Minute ab – angeblich, weil ihm das Anliegen des US-Geheimdienstchefs nicht gefiel.

Mit seinen Ansprechpartnern beim russischen Geheimdienst sprach Ratcliffe laut US-Medien in Moskau über ein mögliches Kriegsende in der Ukraine und warnte den Kreml davor, Nato-Verbündete anzugreifen. Details, welche konkreten Informationen der US-Geheimdienst über Russlands mögliche Pläne verfügt, wurden jedoch nicht bekannt. Bis jetzt.

Am Donnerstag hat Donald Tusk eindringlich vor einem russischen Angriff auf die EU-Ostflanke gewarnt. Er habe von der CIA einen „ziemlich präzisen Bericht“ über mögliche Ereignisse in den kommenden Monaten erhalten, sagte der polnische Premierminister laut „Politico“ auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Visegrád-Gruppe am Donnerstag in Bratislava.

„Wir müssen von verschiedenen Szenarien ausgehen“, so Tusk. „Sowohl Polen als auch ganz Europa müssen auf unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der Lage nicht nur an der russisch-ukrainischen Front, sondern auch entlang der Ostflanke der EU vorbereitet sein.“

 xDanielxAlfoldix

Polens Premierminister Donald Tusk nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Visegrád-Gruppe am Donnerstag in Bratislava.

© IMAGO/ZUMA Press Wire/IMAGO/Daniel Alfoldi

Bereits am Mittwoch sei es zu einem Vorfall gekommen, berichtet „Politico“ weiter. Tusk zufolge sei am Mittwochabend an einem Grenzübergang zur Ukraine eine „direkte Bedrohung“ abgewehrt worden. Um welchen der 18 Grenzübergänge zwischen Polen und der Ukraine es sich handelte, sagte er nicht.

„Dank der Zusammenarbeit unserer Dienste mit ihren ukrainischen Partnern konnte gestern Abend eine unmittelbare Bedrohung eines Grenzübergangs abgewendet werden“, sagte Tusk. „Wie Sie wissen, hat Russland bereits zu provokativen Angriffen auf Grenzübergänge gegriffen – beispielsweise in Moldau.“

Eskalation an Grenzübergängen

Erst am Mittwoch hatten russische Drohnen den ukrainisch-moldauischen Grenzübergang Starokosatsche in der Südukraine attackiert. Zwei Menschen wurden dabei getötet, drei weitere verletzt. Laut Zivilschutz brach ein Großbrand aus; Grenzanlagen, Busse, Lastwagen und Autos wurden beschädigt

Die moldauische Präsidentin Maia Sandu schrieb auf der Plattform X, dass ihr Land bereits am Vortag seinen Luftraum wegen einer russischen Drohne vorübergehend habe schließen müssen. Auch der Fährgrenzübergang Orliwka über die Donau zwischen Rumänien und der Ukraine wurde schon mehrfach von Russlands Militär angegriffen.

Bereits Ende August hatte Donald Tusk nach einem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte, dass die Eskalation von russischer Seite voranschreite und die kommenden sechs Monate entscheidend seien. Rutte forderte mehr Luftunterstützung für die Ukraine – auch für „unsere Sicherheit“ sei dies zentral. (tsp, mit Agenturen)

Read Entire Article