Bundeswehrsoldaten am Freitag nach der Ankunft in Nuuk
Foto: Julia Wäschenbach / dpaDas Erkundungsteam der Bundeswehr soll schon am heutigen Sonntag wieder aus Grönland abreisen. Die 15 Soldaten werden die Arktisinsel mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen verlassen, wie ein Sprecher des operativen Führungskommandos der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die »Bild« über den Abzug berichtet.
»Das Erkundungsergebnis ist so, dass alle zufrieden sind und in Deutschland nun die Auswertung vorgenommen wird«, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Reuters weiter. Der Einsatz sei nicht etwa abgebrochen worden. »Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden.«
Das deutsche Team ist erst seit Freitagabend deutscher Zeit in Nuuk. Noch am Samstagabend hatte es geheißen, es sei nicht absehbar, wie lang der Aufenthalt andauern werde.
Soldaten einer Reihe weiterer Nationen hatten sich an der Übung beteiligt. Ihr Auftrag war es, Möglichkeiten zur besseren Sicherung Grönlands gegen eine Bedrohung etwa durch Russland zu erkunden. Die USA waren ausdrücklich eingeladen worden, sich zu beteiligen, hatten dies aber nicht getan. Wann genau die Bundeswehrsoldaten wieder in Deutschland eintreffen, ließ der Sprecher des Führungskommandos offen.
Trump droht mit Zöllen im Februar
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag unter Verweis auf den Konflikt um Grönland zusätzliche Zölle gegen acht europäische Staaten angekündigt, die zuvor Soldaten nach Grönland geschickt hatten. Betroffen sind Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland.
Der Zoll »auf alle Güter«, die in die USA gesendet würden, betrage ab dem 1. Februar zehn Prozent, erklärte Trump am Samstag auf der Plattform Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie demnach auf 25 Prozent steigen. Dieser Aufschlag werde so lange fällig, »bis eine Einigung über den vollständigen und kompletten Kauf Grönlands erzielt ist«.
»Gefährliches Spiel«
In seinem Post erwähnte Trump die Mission ausdrücklich. Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland spielten ein »gefährliches Spiel«. Er warf den betroffenen Ländern vor, im Konflikt um Grönland ein »Risiko« in Kauf zu nehmen, das nicht länger »tragbar« sei. Die Zölle dienten dem Ziel, die potenziell gefährliche Situation »schnell und ohne Fragen zu beenden«.
Die Europäer hatten am Wochenende teils empört auf Trumps Ankündigung reagiert. »Weder in der Ukraine noch in Grönland oder anderswo auf der Welt lassen wir uns in solchen Situationen durch Einschüchterungen oder Drohungen beeinflussen«, schrieb etwa der französische Präsident Emmanuel Macron. Am Sonntag soll es eine Sondersitzung der EU-Botschafter geben.
Trump erhebt seit Monaten Anspruch auf Grönland – offiziell aus Gründen der nationalen Sicherheit. Auch eine Militäraktion schließt er nicht aus. Die teilautonome Insel gehört zum Nato-Mitglied Dänemark. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen warnte zuletzt, dass ein US-Angriff auf Grönland das Ende der Nato bedeuten würde.



