Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Krieges gegen Iran ein
Iran gibt USA Schuld für Ende der Gespräche
Pakistan ruft dazu auf, die Waffenruhe weiterhin einzuhalten
Keine Einigung zwischen USA und Iran – Vance: „Schlechte Nachrichten für Iran“
USA: Zwei Kriegsschiffe durchqueren Straße von Hormus
Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an
Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit Iran hat US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade angekündigt. Die US-Marine werde allen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus oder das Verlassen der Meerenge versperren, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. Die Blockade werde mit sofortiger Wirkung beginnen. Die Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine „illegale Maut“ entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, von Iran gelegte Seeminen in der Meerenge zerstören zu lassen.
Trump begründete den Schritt mit Drohungen aus Teheran und sprach von „Welterpressung“. Iran habe erklärt, es könnten Minen in der Meerenge liegen. Zugleich stellte der Präsident in Aussicht, dass die Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein.
Nach Trumps Worten sollen sich auch andere Staaten an der Blockade beteiligen – er sagte aber nicht, welche. Für den Fall von Angriffen auf US-Kräfte oder zivile Schiffe drohte Trump mit massiver militärischer Gewalt. „Jeder Iraner, der auf uns oder auf friedliche Schiffe schießt, wird zur Hölle gejagt“, schrieb er.
Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, insbesondere für den globalen Ölhandel. Seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel, den USA und Iran haben nur wenige Schiffe die Straße von Hormus passieren können. Teheran hatte die Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert, was einen weltweiten Anstieg besonders von Energie- und Rohstoffpreisen auslöste.
Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Krieges gegen Iran ein
Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.
Das Militär solle sich „auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten“, hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.
Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Krieges gegen Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne in Iran sei weiterhin nicht beendet.
Laut ynet hat die Armee Gefechtsvorbereitungen ähnlich wie vor den beiden Iran-Kriegen – dem jüngsten und dem im vergangenen Jahr – aufgenommen. Dabei würden „sämtliche Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigt“. Es sei Anweisung erteilt worden, eine hohe Einsatzbereitschaft in allen Bereichen aufrechtzuerhalten, Reaktionszeiten zu verkürzen und operative Lücken zu schließen.
Iran gibt USA Schuld für Ende der Gespräche
Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten. „Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.
Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe. Ghalibaf dankte Pakistan zudem für die Vermittlungsbemühungen.
Pakistan ruft dazu auf, die Waffenruhe weiterhin einzuhalten
US-Vizepräsident J. D. Vance und seine Delegation sitzen schon im Flugzeug zurück von den erfolglosen Verhandlungen in Islamabad, als sich auch die Ausrichter der Gespräche äußern. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar warnt die USA und Iran eindringlich, an ihrer Verpflichtung zur Waffenruhe festzuhalten, um einen „dauerhaften Frieden“ zu erreichen. Dar dankte den Delegationen, dass sie dem Aufruf des Landes zu Friedensgesprächen gefolgt seien.
Das Außenministerium in Teheran bestätigt, man habe sich mit der US-Delegation in einigen Punkten verständigt. Nur in zwei Fragen habe es unterschiedliche Ansichten gegeben. Ein Sprecher des Ministeriums berichtet zudem von einer „Atmosphäre des Misstrauens“ bei den Verhandlungen. Dass beide Seiten in nur einer Gesprächsrunde zu einer Einigung hätten kommen können, sei deshalb gar nicht zu erwarten gewesen. Auch im iranischen Staatsfernsehen war am Sonntagmorgen die Rede davon, die Friedensverhandlungen mit den USA würden in einer Woche fortgesetzt.
J. D. Vance ließ weitere Gespräche vor seiner Abreise unerwähnt. Er sprach vom „besten und letzten Angebot“ der USA. Wie es nun weitergehe, liege in den Händen der Iraner.
Keine Einigung zwischen USA und Iran – Vance: „Schlechte Nachrichten für Iran“
Nach einem 21-stündigen Treffen in Islamabad erklärt US-Vizepräsident J. D. Vance, die iranische Delegation habe die amerikanischen Bedingungen zur Beendigung des Krieges nicht akzeptiert. Beide Seiten sprechen von „überzogenen Forderungen“. In einem Pressestatement erklärt Vance: „Wir haben eine Reihe substanzieller Gespräche mit den Iranern geführt. Das sind die guten Nachrichten. Die schlechten Nachrichten sind, dass wir keine Einigung erzielt haben – und ich denke, das sind schlechte Nachrichten für Iran weit mehr als für die Vereinigten Staaten von Amerika.“
Es habe mangelnde Fortschritte bei den Gesprächen gegeben und die Führung in Teheran habe die US-Bedingungen nicht akzeptiert, zu denen der Verzicht auf den Bau von Atomwaffen gehöre. Während der Verhandlungen habe er ein halbes Dutzend Mal mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, fügte der Vizepräsident hinzu. Auf dem Tisch liege ein letztes und bestes Angebot. Iran müsse entscheiden, ob sie es annehmen würden, erklärt Vance. Die Delegation kehrt nun in die USA zurück.
Auch iranische Nachrichtenagenturen berichten von ernsthaften Meinungsverschiedenheiten zwischen den Delegationen. Die Agentur Fars schreibt, dass beide Seiten ihre Differenzen in der jüngsten Runde nicht beilegen konnten. Als zentraler Streitpunkt gilt weiterhin die Straße von Hormus.
Iranische Medien berichten von großen Differenzen bei Verhandlungen mit USA
Iranische Medien haben über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA in Pakistan berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von „überzogenen Forderungen“ der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.
Tasnim zufolge besteht die iranische Delegation auf der „Wahrung der militärischen Errungenschaften“, eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den größten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus geben.
USA: Zwei Kriegsschiffe durchqueren Straße von Hormus
Das US-Militär teilt mit, zwei seiner Kriegsschiffe hätten die Straße von Hormus durchfahren. Das sei Teil des Vorhabens, mit der Minenräumung in der Passage zu beginnen, erklärt das US-Zentralkommando auf X.
Iran hatte die US-Marine am Nachmittag vor einem Durchfahren der Meerenge gewarnt und mit einem Angriff auf Schiffe gedroht, die dies versuchten. Die Revolutionsgarden wurden von iranischen Medien zitiert, auf jeden Versuch, die Wasserstraße mit einem Kriegsschiff zu durchfahren, werde Iran eine "starke Antwort" geben. Berichte des Portals Axios, US-Schiffe hätten die Hormus-Straße durchquert, hatte das iranische Militär zurückgewiesen.
Protest in Libanon gegen Gespräche mit Israel
Hunderte Anhänger der proiranischen Hisbollah haben in Beirut gegen die Entscheidung der Regierung protestiert, Verhandlungen mit Israel aufzunehmen. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete von starken Sicherheitsvorkehrungen. Protestierende riefen „Nieder mit Nawaf“ mit Bezug auf den aktuellen Ministerpräsidenten Nawaf Salam. Andere riefen „Gott segne Nasrallah“ und meinten damit den von Israel getöteten Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Viele schwenkten die iranische Fahne oder Hisbollah-Flaggen. Ein Mann rief: „Sie werden uns nicht dazu bringen, uns zu ergeben.“
Die libanesische Regierung und Israel werden kommende Woche zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit und seit Ausbruch des jüngsten Krieges zwischen Israel und der Hisbollah mehrfach ein Interesse daran bekundet. Die Hisbollah hat sich bisher entschieden dagegengestellt.
Neue Raketenangriffe aus Libanon treffen Israel
Bei neuen Angriffen aus Libanon ist nach Angaben von Rettungskräften ein Haus in Nordisrael getroffen worden. Es gab jedoch zunächst keine Angaben zu Verletzten, wie der Rettungsdienst Magen David Adom am frühen Abend (Ortszeit) mitteilte. Nach israelischen Medienberichten feuerte die libanesische Hisbollah-Miliz rund zehn Raketen auf den Norden Israels. Bei zusätzlichen Drohnenangriffen sei ein Haus in dem Grenzort Schlomi beschädigt worden. Andere Geschosse seien von der Raketenabwehr abgefangen worden.
Die Hisbollah teilte derweil mit, sie habe israelische Truppen im Süden Libanons mit einer Rakete angegriffen. Von Israels Armee hieß es, sie habe binnen 24 Stunden mehr als 200 Hisbollah-Ziele in Libanon beschossen.
Erste Supertanker passieren Straße von Hormus
Erstmals seit der Feuerpause zwischen den USA und Iran passieren Schifffahrtsdaten zufolge wieder drei Supertanker die Straße von Hormus. LSEG-Daten zufolge umfahren die unter liberianischer Flagge fahrende "Serifos" sowie die chinesischen Schiffe "Cospearl Lake" und "He Rong Hai" dabei die iranische Insel Larak. Die Durchfahrt erfolgt parallel zu den beginnenden Friedensgesprächen in Pakistan.
Irans Marine warnt US-Kriegsschiff vor Eindringen in Straße von Hormus
Irans Marine hat mit Beginn der Friedensverhandlungen ein US-Kriegsschiff vor einer Durchquerung der Straße von Hormus gewarnt. Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran beobachteten den US-Zerstörer genau, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen, drohe ein Angriff. Irans Delegation, die in Islamabad mit den USA Friedensgespräche aufgenommen hat, legte beim Vermittler Pakistan Beschwerde ein und forderte, dass der US-Zerstörer die Meerenge wieder verlasse. „Wenn die Bewegung des Schiffs fortgesetzt wird, wird es innerhalb von 30 Minuten angegriffen“, ließ Iran Tasnim zufolge den USA mitteilen.
Axios-Reporter Barak Ravid hatte zuvor unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter berichtet, dass mehrere Schiffe der US-Marine die Straße von Hormus durchquert hätten. Der Schritt sei nicht mit Iran koordiniert worden. Daten des Trackingdienstes Vesselfinder zeigten ein Schiff der US-Regierung im Persischen Golf mit, wie beim Militär üblich, nicht näher genannter Typenbezeichnung.
Trump: US-Militär beginnt mit Räumung der Straße von Hormus
Das US-Militär startet nach Angaben von Präsident Donald Trump die Öffnung der Straße von Hormus. „Wir beginnen jetzt mit dem Prozess der Räumung der Straße von Hormus“, schreibt er in sozialen Medien. Was er damit genau meint, bleibt zunächst offen. Weiter erklärt das amerikanische Staatsoberhaupt, alle iranischen Minenleger seien versenkt worden. Iran hat die Meerenge während des Krieges mit den USA geschlossen.
Ein Vertreter des iranischen Militärs weist unterdessen einen Bericht zurück, nach dem US-Schiffe die Straße von Hormus passiert haben sollen. Zuvor hatte ein Reporter des Medienportals Axios auf X berichtet, mehrere Schiffe der US-Marine hätten die Meerenge durchquert.
Friedensverhandlungen zwischen Iran und USA begonnen
Begleitet von hohen Erwartungen haben in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Iran-Konflikts begonnen. Das teilten pakistanische Regierungsvertreter mit, auch der iranische Staatssender Irib meldete den Beginn.
Der Auftakt der Verhandlungen wurde begleitet von einander widersprechenden Aussagen beider Seiten. Ein Vertreter der US-Regierung dementierte Berichte, wonach die USA der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen zugestimmt hätten. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider dies der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Freigabe der Mittel sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus geknüpft, sagte der Insider. Die Meerenge ist von großer Bedeutung für den Transport von Öl und Gas der Golfstaaten an Abnehmer weltweit.
Die US-Delegation leitet Vizepräsident J. D. Vance, auf iranischer Seite führt Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf die Delegation an. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und der Armeechef des Landes, Feldmarschall Asim Munir, übernehmen die Vermittlung.
Der genaue Ablauf der Gespräche ist bislang nicht bekannt. Möglich sind direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen. Nach iranischen Angaben sollen die Gespräche nur einen Tag dauern.
Libanon meldet Tote nach israelischen Angriffen
In Libanon sind nach Behördenangaben erneut mehrere Menschen durch israelische Angriffe getötet worden. Bei verschiedenen Angriffen in der Gegend um Nabatija im Süden des Landes seien zehn Menschen getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit.
Unter den Opfern waren demnach erneut auch Sanitäter. Auch ein Mitarbeiter des Zivilschutzes sei getötet worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Es hatte der proiranischen Hisbollah-Miliz zuletzt jedoch vorgeworfen, Krankenwagen als Schutz vor Angriffen zu nutzen.
Im Rahmen der Waffenruhe zwischen dem Israel, den USA und Iran gab es auch in Libanon Hoffnung auf eine Deeskalation im Krieg zwischen der Hisbollah und Israel. Nach einem Großangriff des israelischen Militärs am Mittwoch ließ die Intensität der Angriffe vorerst nach. Für kommende Woche sind direkte Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in Washington geplant. Seit Anfang März wurden in Libanon rund 2000 Menschen getötet.




