Trump kündigt Iran-Deal fürs Wochenende an

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Eine Vereinbarung könnte laut Trump am Wochenende in Europa unterschrieben werden. Er telefonierte am Abend mit Israel. Der Iran dagegen dementierte große Fortschritte.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, AFP, Reuters, 12. Juni 2026, 4:44 Uhr

 Schiffe stecken vor der Küste des Oman weiter wegen der blockierten Straße von Hormus auf dem Meer fest.
Schiffe stecken vor der Küste des Oman weiter wegen der blockierten Straße von Hormus auf dem Meer fest. © Stringer/​Reuters

US-Präsident Donald Trump hat erneut Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Irankriegs geschürt und für das Wochenende ein mögliches Abkommen in Aussicht gestellt. Ein Abschluss werde »wahrscheinlich« in den nächsten Tagen unterzeichnet und »vielleicht« geschehe dies in Europa, sagte Trump in Washington, D. C. Zuvor hatte er angedrohte Angriffe auf den Iran abgesagt. Der Iran äußerte sich zurückhaltender. Es sei noch nichts beschlossen worden, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Irna den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei.

Trump sprach ​von einer »Absichtserklärung« (Memorandum of Understanding), auf die man sich einigen wolle. Eine solche Erklärung wird oft gewählt, wenn zwei Seiten etwas ernsthaft angehen wollen, ohne sich endgültig ‌festzulegen. Die entsprechenden Dokumente würden noch finalisiert, sagte Trump. »Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt.«

Der Iran dementierte dagegen große Fortschritte in den Verhandlungen. Laut Baghai sind zwar weite Teile des Verhandlungstextes fertiggestellt, doch Berichte über den Zeitpunkt und den Ort der Unterzeichnung des Abkommens seien nach wie vor spekulativ.

JD Vance soll zur Unterzeichnung reisen

Trump sagte auf Nachfrage, seinem Verständnis zufolge habe das iranische Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei bereits zugestimmt. Das Rahmenabkommen umfasse unter anderem eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus sowie das Ende der US-Seeblockade. Dies würde geschehen, sobald die USA unterschrieben hätten, sagte Trump. Er selbst werde bei der Unterzeichnung nicht dabei sein können, aber Vizepräsident JD Vance.

Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen mehrfach angekündigt, die Kriegsparteien stünden kurz vor einer Einigung. Ein Erfolg war bislang jedoch stets ausgeblieben. Auf die Frage, warum er diesmal so zuversichtlich sei, antwortete Trump: »Weil sie schwer getroffen wurden.« Zu Details blieb Trump jedoch vage. Er bezeichnete die mutmaßliche Vereinbarung als »eine starke Absichtserklärung«, die zugleich »ein wenig konzeptionell« sei. Über den Iran sagte er: »Sie wollen den Deal viel mehr als ich.«

Trump telefoniert mit Netanjahu

Am Donnerstag kündigte er an, er werde mit dem ​türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sprechen. Auch telefonierte er am späten Abend nach Angaben des israelischen Ministerpräsidentenbüros bereits mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu über eine »sich abzeichnende Absichtserklärung« zwischen den USA und dem Iran zur Aufnahme von Verhandlungen. Israel sei daran nicht beteiligt, stellte Netanjahus Büro klar.

In dem Telefonat habe Trump aber zugesichert, die israelischen Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen, hieß es. Ein endgültiges Abkommen würde demnach den Iran verpflichten, seine Anlagen zur Anreicherung von Uran abzubauen und angereichertes Material zu entfernen. Außerdem müsste der Iran aufhören, verbündete Gruppen wie die palästinensische Terrororganisation Hamas und die libanesische Hisbollah zu unterstützen.

USA sagen angedrohte Angriffe ab

Ursprünglich hatte Trump dem Iran für Donnerstagabend noch mit »sehr heftigen« Angriffen gedroht. »In nicht zu ferner Zukunft« würden die US-Streitkräfte die strategisch wichtige Ölexportinsel Charg und andere Orte der iranischen Ölinfrastruktur »einnehmen«, hatte er angekündigt, die Pläne aber am Ende doch wieder abgesagt. Nach Einschätzung von Militärexperten würde eine Einnahme von Charg Bodentruppen erfordern. Einen solchen riskanten Einsatz hatte Trump bisher nicht befohlen.

Der Parlamentspräsident und Verhandlungsführer des Iran, Mohammad Bagher Ghalibaf, hatte die USA zuvor bei »impulsiven« Entscheidungen im Irankrieg vor einem »endlosen Sumpf« gewarnt. »Ihr werdet einen anderen Iran kennenlernen«, schrieb er auf X.

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