Tesla 3 und Y: neue Standard-Versionen

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Der Elektroautohersteller Tesla hat etwas günstigere, abgespeckte Versionen seiner beiden wichtigsten Modelle 3 und Y eingeführt. Die am Dienstag vorgestellten, nun als »Standard« bezeichneten Versionen kosten in den USA gut zehn Prozent weniger als die bisherigen Basisversionen, die künftig »Premium« heißen.

So kostet das Model Y Standard ab 39.990 Dollar (rund 34.400 Euro), während die Premium-Variante des mit Abstand meistverkauften Tesla-Modells für 44.990 Dollar zu haben ist. Noch deutlicher ist die Preissenkung für das überraschend ebenfalls präsentierte Mittelklassemodell 3: Die Standardversion kostet 36.990 statt 42.490 Dollar für die Premium-Version.

Der texanische Konzern steht unter Druck von Investoren, seinen zuletzt schwächelnden Absatz mit bezahlbaren Autos wieder zu steigern. Auch das vorgeschlagene Gehaltspaket von einer Billion Dollar für Firmenchef Elon Musk ist unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass Tesla in den nächsten zehn Jahren 20 Millionen Fahrzeuge ausliefern kann. Ursprünglich hatte Musk ein eigenständiges Massenmodell für einen Preis um 25.000 Dollar in Aussicht gestellt, wie es inzwischen mehrere Wettbewerber anbieten. Doch im vergangenen Jahr kassierte er das Versprechen wieder. Das für das billigere Modell entwickelte Fertigungssystem soll nun bei den geplanten Robotaxis namens Cybercab eingesetzt werden, die ohne Lenkrad und Pedale fahren sollen. So bleiben die Standardversionen vorerst die größte Hoffnung, wieder mehr Kunden für Tesla zu gewinnen.

Kürzere Reichweite und weniger Funktionen

Äußerlich sehen die Wagen ähnlich aus wie die teureren Versionen. Die »Standard«-Version vom Model 3 hat lediglich andere Felgen. Das Model Y hat in der günstigeren Variante jetzt eine andere Stoßstange und vorn wie hinten jeweils zwei getrennte Scheinwerfer statt einer durchgehenden Lichtleiste – nur rund ein halbes Jahr, nachdem das Modell insgesamt aufgefrischt wurde, bislang jedoch ohne durchschlagenden Verkaufserfolg .

Zumindest das neue Model Y »Standard« wird voraussichtlich auch in Europa auf den Markt kommen. Es soll unter anderem in der deutschen Tesla-Fabrik in Grünheide gebaut werden. Deutschlandchef André Thierig hat angekündigt, dass die Auslieferung in wenigen Wochen beginnen soll. Auf der deutschen Website ließ sich die Version bislang jedoch noch nicht konfigurieren, auch ein Preis wurde nicht genannt. Bislang kostet das Model Y (künftig Premium) in Deutschland ab 45.970 Euro. Falls die Preissenkung sich an der in den USA orientiert, dürfte das Standardmodell für rund 40.000 Euro zu haben sein.

Die Reichweite fällt kürzer aus. Die »Standard«-Versionen schaffen mit einer Akkuladung nach US-Werksangaben bis zu 321 Meilen – für das Model Y Premium in der bisher einfachsten Version mit Lithium-Eisenphosphatakku und Hinterradantrieb nennt der Hersteller 357 Meilen Reichweite, für das Model 3 sollen es 363 Meilen sein. Außerdem beschleunigen die Standardversionen langsamer. Zu den technischen Details äußerte sich Tesla nicht.

Im Innern fallen einige Funktionen weg, etwa das Radio, das elektrisch verstellbare Lenkrad oder der Spurhalteassistent »Autosteer«. Die Sitze sind mit Stoff statt veganem Leder bezogen. Für die Passagiere auf der Rückbank gibt es keine Sitzheizung und Monitore mehr, auch das Ambientelicht und die Lautsprecher fallen einfacher aus als bisher. Das Model Y wird nicht mehr standardmäßig mit Panorama-Glasdach angeboten. Die abgespeckten Modelle werden zudem nur in drei Lackfarben angeboten statt in sechs.

Autoverkauf Nebensache

Der bis zum Frühjahr von Musk beratene US-Präsident Donald Trump und seine Regierung hatten dafür gesorgt, dass zum 30. September in den USA die Steuervergünstigung von 7500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos wegfiel. Tesla bescherte das im vergangenen Quartal bei den Auslieferungen einen überraschend starken Sprung auf 497.099 Fahrzeuge weltweit. Das war im Jahresvergleich ein Plus von 7,4 Prozent – nachdem die Verkäufe im ersten Halbjahr gefallen waren. Marktexperten gehen jedoch davon aus, dass mit vielen vorgezogenen Käufen der Absatz jetzt wieder unter Druck geraten dürfte.

In Europa waren die Verkäufe teils um 50 Prozent und mehr eingebrochen. (Wie Tesla mit seinem wichtigsten Auto den Anschluss verpasst, lesen Sie hier.) Musk kündigte unterdessen an, dass Autoverkäufe für Tesla künftig nicht mehr so wichtig sein würden, weil die Zukunft des Unternehmens bei Robotaxis und humanoiden Robotern liege.

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