Der chinesische Tech-Riese Tencent will seine Ausgaben für KI-Infrastruktur deutlich erhöhen, da sich der Chipmangel in China langsam entspannt. Chefstratege James Mitchell erklärte bei einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, dass im zweiten Halbjahr 2026 deutlich mehr investiert werde, weil chinesische Chiphersteller "Monat für Monat" mehr eigene KI-Chips liefern könnten.
Im ersten Quartal stieg Tencents Umsatz um 9 % auf 196,5 Milliarden Yuan, der Nettogewinn um 21 %. Tencent verhandelt zudem über eine Beteiligung an Deepseek. Auch Bytedance will die KI-Ausgaben in diesem Jahr deutlich erhöhen.
Mitchells Optimismus steht im Widerspruch zu einem ebenfalls heute veröffentlichten Bericht von Bloomberg, der die Lieferkette für KI-Hardware ins Visier nimmt: Demnach gibt es Engpässe bei Vorprodukten und Bauteilen wie Chips, Platinen und optischen Komponenten. Diese Engpässe würden sich kurzfristig kaum lösen lassen.
China hatte chinesische Unternehmen zuletzt dazu verpflichtet, chinesische KI-Hardware zu nutzen. Doch wenn die Zulieferer nicht nachkommen, könnte Tencents geplante Investitionsoffensive ins Stocken geraten – oder die Preise für KI-Hardware steigen. Ohnehin liegen Chinas Infrastrukturinvestitionen noch weit unter jenen der großen US-Tech-Konzerne.
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