Im Internet überschlagen sich die Kunden von Synology. Wir hatten vor einer Woche darüber berichtet, dass Synology uns informiert hat, dass große Änderungen ins Haus stehen. Kurzform: Die neue Plus-Serie wird nur noch mit zertifizierten Festplatten laufen.
Muss man nicht viel rechnen: Synology hat eine Partnerschaft mit Toshiba, da werden dementsprechend die eigenen Syno-Modelle zertifiziert, dazu natürlich welche von Toshiba – und auch Western Digital und Seagate werden nicht außen vor sein. Grundsätzlich gab es vorher schon von Synology zertifizierte Platten. Synology leistete vorher schon keinen technischen Support, wenn ein Gerät nicht in der Synology-Kompatibilitätsliste erschien.
Nun wird das Ganze aber ein bisschen daumenschraubiger, zwar sollen nicht zertifizierte Platten wohl verbaut werden können, es gibt aber Einschränkungen. Dazu zählen beispielsweise die Erstellung von Pools und der Support bei Problemen und Störungen, die auf den Einsatz inkompatibler Speichermedien zurückzuführen sind. Volumenweite Deduplizierung, Lifespan-Analysen und automatische Firmware-Updates der Festplatten werden künftig nur noch für Synology-Festplatten zur Verfügung stehen.
Das ist für normale Anwender natürlich Mist, gerade die Pools sind so eine Sache. Muss man sehen, wie das später mit kompatiblen Platten aussieht. Grundsätzlich ist weniger Auswahl natürlich Mist. Und ja, grundsätzlich darf man Unternehmen solche Dinge eigentlich nicht durchgehen lassen und man sollte beim nächsten Mal mit dem Geldbeutel abstimmen.
Allerdings ist es so, dass Synology eben auch einen ganzen Schwung von Geschäftskunden hat, die auf Plus-Modelle und größere zielen. Denen ist es latte, ob sie ein paar Euro mehr für die Platte ausgeben, sie dafür aber Support und flott Ersatz bekommen. Synology ist auch ein Unternehmen, da interessieren eben auch die Gewinne.
Eine Diskussion ist sicher schwierig, da jeder seine eigenen Voraussetzungen und Bedürfnisse hat. Wer nur ein Datengrab braucht, der kauft vielleicht kein Plus-NAS, wer mehr in der Materie steckt, baut sich vielleicht etwas mit TrueNas, Unraid oder anderem auf. Ansonsten gibt es natürlich noch andere Hersteller, wobei man da schauen muss, was die nackte Software macht.
Die Originalsoftware von Terramaster ist lahm, QNAP ist auch zu verbessern – und bei Ugreen sieht es ebenso aus (Software buggy, verschlüsselte Volumes gibt es nicht etc.). Wobei ich denen feine Hardware attestiere – und man kann notfalls etwas andere installieren, wie auch bei Terramaster teilweise. Aber das sind Dinge, die der „einfache“ Nutzer nicht macht.
Mal schauen, wann Synology die ersten Kompatibilitätslisten rausrockt. Zwar hat man aktuell die Synology DS925+ mit der neuen Regelung vorgestellt, allerdings hat man auf meine Nachfrage weder den deutschen Preis noch die kompatiblen Laufwerke genannt (ich habe gar keine Antwort bekommen). Immerhin gibt es auf den australischen Seiten des Unternehmens schon kompatible Festplatten für die DS925+, da werden momentan aber nur die Synology-eigenen gelistet.
Ich warte ab, was da noch in den nächsten Tagen passiert . Persönlich mache ich mir als Privatmensch keine Sorgen. Es gibt einige Player am Markt und ein NAS ist eines der einfachsten Dinge, die ich schmerzlos gegen ein anderes austauschen könnte. Trotz der letzten 16 Jahre mit Synology…
Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

8 months ago
9


