"Superintelligenz": Microsoft-CEO Satya Nadella gehorcht Trumps Sprachvorschriften

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Microsoft-CEO Satya Nadella folgt den Sprachregelungen von US-Präsident Trump und hat weiter Angst vor OpenAI und Anthropic.

In seinem neuen Blogbeitrag spricht er von "Super Intelligence" (Superintelligenz) statt von Künstlicher Intelligenz. Trump hatte zuvor gepostet, dass jeder, der weiter "Artificial Intelligence", also Künstliche Intelligenz, sagt, als Feind gelte. Dass die Umdeutung von "Super Intelligence" auf aktuelle Sprachmodelle mit der jahrzehntelangen wissenschaftlichen Bedeutung des Begriffs bricht, scheint der US-Tech-Elite egal zu sein, solange Trump seinen Willen bekommt.

Nadella schießt weiter gegen OpenAI und Anthropic

Inhaltlich arbeitet sich Nadella weiter an den vermeintlichen Risiken der Modellhersteller Anthropic und OpenAI ab, die natürlich primär Microsofts Business betreffen. In dieser Episode: Unternehmen sollten KI-Modelle wie interne Sicherheitsrisiken behandeln. Nicht, weil sie böswillig seien, sondern weil jeder ausreichend fähige Akteur mit Zugang zu wichtigen Systemen Fehler machen oder kompromittiert werden könne.

Nadella argumentiert, dass bei heutigen KI-Systemen nicht nachvollzogen werden könne, warum sie eine bestimmte Antwort oder Entscheidung treffen. Trotzdem würden diese Systeme mit Zugang zu sensiblen Daten eingesetzt und träfen eigenständig wichtige Entscheidungen.

Er fordert deshalb, die Intelligenz von der Kontrolle darüber zu trennen. Konkret schlägt er vor: Modellvielfalt statt Abhängigkeit von einem einzigen Modell, lückenlose Protokollierung aller Aktionen, unabhängige Prüfbarkeit und jederzeit mögliche Abschaltung durch Menschen. Das vertrauenswürdigste System sei nicht das mit dem besten Modell, sondern das, bei dem man dem Modell am wenigsten vertrauen müsse.

Microsofts Geschäftsmodell könnte unter Druck geraten

Nadella argumentiert dieses Mal aus dem Cybersecurity-Blickwinkel, verfolgt aber dieselbe Strategie wie in seinen letzten Beiträgen: Er will das Vertrauen in die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic schwächen.

Zuvor versuchte er es mit dem Datenklau-Argument, warf den KI-Unternehmen Doppelmoral vor, wenn sie gegen Destillation vorgehen, und sagte, KI-Modelle würden ohnehin austauschbare Standardware. Microsoft, ausgerechnet das Unternehmen, das bekannt ist für sein geschlossenes Ökosystem und aggressive Bundle- und Upselling-Strategien, lobbyiert für ein offenes KI-Ökosystem, während es heimlich leistungsfähigere OpenAI- und Anthropic-Modelle in den eigenen Office-Produkten gegen billige Microsoft-Modelle austauscht, um die eigene Marge zu optimieren.

In seinem neuesten Beitrag geht Nadella jetzt sogar so weit, die Technologie an sich an den Pranger zu stellen. Ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt, letztlich steckt dahinter ein klares wirtschaftliches Kalkül: Die großen KI-Labore sind drauf und dran, ihre KI-Modelle als primäres Interface für den Computer zu etablieren. Ich sage dem Computer etwas, und der Computer tut es.

Microsoft ist mit seinen eigenen, in Legacy-Software eingebetteten Produkten hier gnadenlos abgehängt und hat zudem, ähnlich wie Google bei der Suche, ein schwergewichtiges Geschäftsmodell dahinter, das es nicht von heute auf morgen auf ein neues Paradigma umstellen kann. Außerdem hat es keine eigenen Frontier-Modelle. Selbst wenn es Microsoft gelänge, sich als Distributor dieses KI-Interfaces zu etablieren, geriete es in Abhängigkeit der KI-Unternehmen und die eigenen Margen unter Druck.

Einfach gesagt: Für Microsofts Business geht das gerade alles etwas schnell, und Nadella drückt mit ein wenig Angstmacherei auf die Bremse. Viel ändern wird es nicht.

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