Super Pocket NEOGEO Edition im Test: Retro-Handheld mit Evercade-Support

2 months ago 4

Blaze Entertainment bzw. Hyper Mega Tech haben mit den Handhelds der Reihe Super Pocket neues Futter für Retro-Gamer veröffentlicht. Es handelt sich hier um sehr kompakte Geräte, die sowohl mit vorinstallierten Spielen daherkommen als auch zu Evercade-Modulen kompatibel sind. Die Preise sind recht verträglich, sodass ich mir mal ein Modell für euch angeschaut hab: das Super Pocket NEOGEO Edition.

Um es klarzumachen: Es gibt zwar verschiedene Varianten des Super Pockets, technisch sind die Geräte aber grundsätzlich identisch. So dient als Basis ein LC-Display mit IPS-Panel, 2,8 Zoll Diagonale, 60 Hz Bildwiederholrate und einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Obendrein werkelt im Inneren ein Quad-Core mit bis zu 1,2 GHz Takt, begleitet von 256 MByte RAM. Die Handhelds wiegen ca. 165 g und ähneln in ihrem Design am ehesten dem klassischen Game Boy. Aufgeladen wird der integrierte Akku des Retro-Handhelds per USB-C. Es steht auch ein Anschluss für 3,5-mm-Kopfhörer zur Verfügung.

Das mir vorliegende Super Pocket NEOGEO Edition koste 59 Euro. Es sind hier folgende 14 Spiele vorinstalliert:

  • Alpha Mission II
  • Blazing Star
  • Fatal Fury Special
  • King of the Monsters 2: The Next Thing
  • Last Resort
  • Metal Slug X
  • Mutation Nation
  • OverTop
  • Samurai Shodown
  • Sengoku 3
  • Shock Troopers 2nd Squad
  • Soccer Brawl
  • The Last Blade
  • Top Hunter: Roddy & Cathy

Ausstattung und Verarbeitung

Das Super Pocket misst 7,8 x 1,25 x 2,5 cm, ist also so klein, dass ihres locker in eure Handfläche legen könnt. Analogsticks fehlen bei diesem Handheld. Die Bedienung erfolgt an der Vorderseite über ein D-Pad, Tasten für Start und Select sowie das Menü und vier weitere Face-Buttons. An der Rückseite sitzen noch die zusätzlichen vier Tasten L1 und L2 sowie R1 und R2.

An der unteren Seite am findet ihr den bereits erwähnten Ladeanschluss (USB-C), den Kopfhöreranschluss sowie den Powerbutton bzw. vielmehr Schieberegler. Als Akkulaufzeit nennt der Hersteller im Übrigen ca. vier Stunden, was in meinem Testzeitraum ziemlich gut hingekommen ist. Es ist übrigens auch ein kleiner Lautsprecher vorne integriert. Der klingt ziemlich blechern und wird von den Speakern jedes Mittelklasse-Smartphones ausmanövriert, verrichtet aber seinen Dienst.

An der Rückseite befindet sich auch ein Schacht für die Evercade-Module, der ab Werk von einem Platzhalter geschützt wird, sodass das Gehäuse immer noch geschlossen und wie aus einem Guss wirkt. Generell ist das Super Pocket NEOGEO Edition weder haptisch noch optisch mit einem vollwertigen Gaming-Handheld wie dem Ayaneo Pocket S zu verwechseln, das kann man aber zum ausgerufenen Preis von 59 Euro auch kaum erwarten. Das geht durchaus so in Ordnung.

Praxistest des Super Pocket NEOGEO Edition

Ergonomisch solltet ihr vom Super Pocket nicht zu viel erwarten. Für mich ist z. B. die sinnvolle Bedienung der rückseitigen L- und R-Tasten kaum möglich, weil sie zum einen direkt nebeneinander liegen und zum andere eben das Gehäuse so schmal ist, dass man im Zweifelsfall versehentlich zwei der Buttons gleichzeitig drückt. Mit ein wenig Gewöhnung kriegt man es hin, bequem oder natürlich hat es sich für meine mittelgroßen Hände aber nie angefühlt.

Den günstigen Preis merkt man auch dem Steuerkreuz sowie dem Anschlagsweg der weiteren Buttons an. Kniffelige Sprungpassagen oder Spezialattacken in Kämpfen sind hier jedenfalls nochmal eine ganze Ecke schwerer als mit einem Controller oder höherwertigen Handheld. Das wirkt sich im Falle der NEGOGEO Edition natürlich in Spielen wie dem Arcade-Klassiker „Fatal Fury Special“ direkt aus. Zumal das Gros der hier enthaltenen Titel schon damals bockschwer gewesen ist und jüngere Gamer mit entgeistertem Blick zurücklassen dürfte – wobei die hier wohl auch nicht die Zielgruppe sind.

Die enthaltenen Games sind aus meiner Sicht im Übrigen solide ausgewählt, als weitere Highlights sehe ich persönlich noch das Prügelspiel „Samurai Shodown“, den Run-and-Gun-Titel „Metal Slug X“ sowie auch Beat em up „Mutation Nation“. Erwähnenswert ist auch, dass hier kein offenes Betriebssystem à la Android verwendet wird, ihr könnt also nicht manuell selbst Spiele nachladen. Das geht nur über den Kauf von Evercade-Modulen.

Die Nutzeroberfläche ist dabei recht simpel gehalten. Ihr wählt in einem Karussell aus den vorinstallierten Games und könnt in einem Untermenü des Super Pocket auch stattdessen zu einem möglicherweise eingesetzte Evercade-Spiel wechseln sowie ein paar Grafikoptionen nutzen. Etwa könnt ihr Scanlines, wie an Röhrenbildschirmen, an- bzw. ausschalten oder zwischen Originalformat, Fullscreen oder dem Pixel-Perfect-Darstellungsmodus wechseln. Dazu lassen sich die Lautstärke regeln und verschiedene Systemsprachen wählen – darunter auch Deutsch.

Der Screen ist generell, wie man es von so einem günstigen LCD wohl auch erwartet, eher grell. Die Helligkeit könnt ihr nicht manuell justieren. Am Ende ist der Bildschirm zweckmäßig, die niedrige Auflösung stört auf der kleinen Diagonale und bei den gebotenen Titeln nicht. Allerdings lassen sich Texte auf dem Mini-Display manchmal schlecht ablesen – etwa die kleinen Punktzahlen am oberen Bildschirmrand in einigen Arcade-Games.

Mein Fazit

Für 59 Euro weiß man ungefähr, was man hier bekommt: Das Super Pocket NEOGEO Edition ist ein günstiges Handheld mit einer soliden, vorinstallierten Spielbibliothek, um mal als Gimmick unterwegs in Nostalgie zu schwelgen. Oder ihr nutzt es, um euch drei Jahrzehnte später eins zu grinsen, weil ihr euch in den 1990er-Jahren nie ein NeoGeo hättet leisten können und nun quasi eins in der Westentasche herumtragt.

Ergonomisch hätte ich mir ein größeres Gerät gewünscht, denn insbesondere die L- und R-Tasten an der Rückseite sind schwer korrekt zu betätigen. Kinderhände hätten damit keine Probleme, für die sind die enthaltenen, martialischen Games des Super Pocket NEOGEO Edition aber eher nicht gedacht – vielleicht findet ihr da ein passendes Evercade-Modul, die ja unterstützt werden.

Wer auf möglichst einfachem und günstigen Weg ein wenig in Nostalgie schwelgen will und ein Retro-Handheld ohne Schnörkel sucht, macht mit dem Super Pocket NEOGEO Edition jedenfalls für 59 Euro nicht wirklich etwas falsch.

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