„Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ im Test: Eine schwierige Reise

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In dieser Woche ist das Survival-Spiel „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ für PC und Konsolen erschienen. Das Spiel stammt vom deutschen Publisher Daedalic und dem Studio Gamexcite, das bisher vor allem mehr oder minder taugliche Spiele rund um Asterix veröffentlicht hat. Ich konnte mir nun deren Ausflug ins Universum von Star Trek zu Gemüte führen – und hatte generell viel Spaß.

Worum geht es in „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“? Ihr spielt im Grunde die Geschichte der Science-Fiction Serie nach, die von 1995 bis 2001 im TV gelaufen ist. Es geht um das Raumschiff Voyager und seine Crew, die durch eine Wendung Lichtjahre von der eigentlichen Heimat gestrandet ist. Dabei gilt es, den mühsamen Weg nach Hause zu bewältigen, der Jahrzehnte dauern könnte. Freilich gibt es in dem Game ein Wiedersehen mit Charakteren wie Captain Janeway, Seven of Nine, dem Vulkanier Tuvok und mehr.

Wichtig zu wissen:  „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ ist mit einem verhältnismäßig überschaubaren Budget entstanden. Sprachausgabe gibt es daher nur jeweils zu Anfang eines Sektor-Hubs in Form von Logbüchern. Immerhin werden diese aber tatsächlich von den Darstellern von Tom Paris und Tuvok – Robert Duncan McNeill und Tim Russ – vorgelesen. Für die deutsche Sprachausgabe hat man deren Sprecher Christian Toberentz und Erich Räuker zurückgebracht. Auch Teile der Originalmusik finden Verwendung. So ertönt etwa das markante Theme der Serie im Hauptmenü und in einigen Cutscenes.

Mein Test-System:

  • CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
  • CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
  • Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
  • RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
  • SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
  • Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
  • Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
  • Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)

„Star Trek: Voyager – Across the Unknown“: Was wäre wenn?

Als Erstes ein zentraler Kritikpunkt: Akustisch hätte man deutlich mehr aus „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ machen können. Über weite Strecken fühlt sich der Titel, nicht nur wegen der fehlenden Sprachausgabe, sehr spartanisch an. Denn auch Musik ist sparsam dosiert bzw. arg im Hintergrund, sodass man meistens nur den Soundeffekten lauscht. Generell merkt man der Präsentation das knappe Budget an. Die Charaktere sehen zwar den Schauspielern ähnlich, doch die Animationen sind hölzern und die Polygondichte hätte auch eine PS3 wohl nicht ins Schwitzen gebracht.

Immerhin kann man das Ganze aber in nativem 4K mit vollen Details und bei hohen Bildraten genießen, ohne gleich den nächsten Kredit für einen neuen Gaming-PC aufnehmen zu müssen. Und die Cutscenes mit dem Raumschiff Voyager sind durchaus gut gemacht. In Sachen Gameplay liegt hier dann in der Tat ein lupenreines Survival-Game vor. Im Zentrum steht also das Management verschiedener Ressourcen. Dabei gibt es auch eine gewisse Härte. Denn manuelles Speichern ist nicht drin. Stattdessen legt der Titel regelmäßig Auto-Saves an. Passt euch also der Ausgang einer Mission nicht, könnt ihr jene nicht mal eben neu beginnen. Immerhin gibt es aber die Chance, bereits abgeschlossene Sektoren jederzeit neu zu beginnen. Ist also in einem Sektor mal allzu viel daneben gegangen, könnt ihr diesen neu beginnen und müsst nicht gleich das ganze Spiel von Anfang an nochmal durchlaufen.

Dabei müsst ihr auf verschiedene Ressourcen achten, wenn ihr mit der Voyager von Planet zu Planet kurvt. Am wichtigsten ist Deuterium, das als eine Art Treibstoff dient. Geht euch dieses aus, muss der Warpkern heruntergefahren werden und ihr könnt nur noch auf absoluter Sparflamme agieren. Vom Warpkern hängt dabei auch der Strom im Schiff ab. Räume wie Quartiere, der Transporter, die Krankenstation benötigen Strom und müssen also folgerichtig abgeschaltet werden, wenn Deuterium fehlt und die Energieversorgung zusammenbricht.

Als weitere Ressourcen, die ihr verwalten müsst, gibt es noch für Reparaturen, Upgrades und den Bau neuer Räume Duranium und Tritanium. Diese sind nicht ganz so essentiell wie das Deuterium, doch ein Mangel sorgt dafür, dass ihr nur noch auf der Stelle tretet. Dazu kommt Essen, das euch die Versorgung der Crew erleichtert, wenn Koch Neelix die Pfanne schwenken kann. Ist kein Essen mehr an Bord, könnt ihr auf die Replikatoren umstellen, oder Notrationen verteilen. Letzteres schadet aber der Moral der Crew, die ihr zusätzlich im Auge behalten solltet. Gilt im Übrigen auch für den Zustand des Schiffs. Letzteres kann durch Kämpfe, Flüge durch Asteroidenfelder und andere Ereignisse Schaden nehmen.

Noch kein Soulslike, aber manchmal gnadenlos

Dabei müsst ihr euch im Spielverlauf von „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ ständig entscheiden: Baue ich mehr Quartiere für die Crew oder verbessere ich lieber die Kampfsysteme? Erstelle ich ein Upgrade für die Schiffsscanner, damit ich mich auch in kosmischen Nebeln zurechtfinde, oder aktiviere ich die Lebenserhaltungssysteme eines neuen Decks? Oft sind es vermeintlich kleine Entscheidungen, die später über Leben und Tod entscheiden. Beispielsweise nützen euch Deuterium-Funde nichts, wenn eure Lager überfüllt sind – also schnell neue Lagerräume bauen. Dadurch sind dann aber eure Techniker eingespannt und die Crew muss auf dem Boden der Gänge pennen – was die Moral senkt. Schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist das Ganze sehr herausfordernd und allzu schnell steht die Voyager am Rande des Abgrunds.

Wer sich da chancenlos sieht, spielt auf dem niedrigsten Niveau, das aber immer noch Planung im Weltall voraussetzt. Hier sind aber z. B. die Außenmissionen, bei denen ihr die Skills eurer Crewmitglieder passend zu den Anforderungen auswählen müsst, eher ein Kinderspiel. Grundsätzlich trefft ihr zudem immer wieder in Haupt- und optionalen Nebenmissionen Entscheidungen. Wollt ihr z. B. Tuvix, der durch einen Transporterunfall aus Tuvok und Neelix entstanden ist, am Leben lassen oder ihn opfern, um die beiden ursprünglichen Crewmitglieder zurückzuerhalten? Die Konsequenzen begleiten euch das gesamte Spiel über.

Letzteres ist durchaus umfangreich und kann für einen Durchlauf aller 12 Sektoren gut und gerne 15 bis 20 Stunden benötigen. Vor allem, da ihr mit Sicherheit den ein oder anderen Sektor nochmal neu starten werdet, weil etwas schiefgegangen ist. Aufgrund der „Was wäre wenn?“-Thematik ergibt sich natürlich auch ein gewisser Wiederspielwert. Zumal die Entwickler versuchen, die Monotonie, welche sich aus dem Ressourcenmanagement ergibt, immer wieder aufzulockern. So startet ihr mal in einen Sektor angeschlagen von vorherigen Gefechten und müsst erst einmal die Voyager wieder flottmachen oder habt mit Defiziten des Warpantriebs zu kämpfen, sodass es notwendig ist, hart die Schere anzusetzen und einige Räume zu deaktivieren, bis das Problem gelöst ist.

Mein Fazit

„Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ ist eine gelungene Überraschung und ein wirklich gutes Survival-Spiel. Man merkt dem Titel zwar das vergleichsweise geringe Budget an, aber Ressourcenmanagement und folgenschwere Entscheidungen machen Laune. Fans der Serie werden hier jedenfalls gerne versinken und Momente aus sieben Staffeln nacherleben oder auf alternative Lösungswege achten. Da kann man es verschmerzen, dass die Weltraumkämpfe allzu simpel ablaufen und es manchmal Frustmomente gibt, weil Deuterium-Mangel direkt alle Systeme killt.

Den regulären Preis von 39,99 Euro finde ich etwas hochgegriffen, primär weil erst ein abermals rund 10 Euro teurer Zusatz-DLC dann alle Inhalte nachliefert. Das hat direkt ein Geschmäckle, was ich schade finde. Denn die Liebe der Entwickler zur Vorlage ist klar erkennbar. Und Fans von Star Trek sind in den letzten Jahren arg gebeutelt worden. Da tut es gut, mal einen Blick auf bessere Zeiten zu werfen und mit „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ in etwas Nostalgie zu versinken.

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