Spotify und Plattenfirmen fordern 322 Mio. US-Dollar von Anna’s Archive

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Wir hatten es schon im Blog thematisiert: Die Plattform Anna’s Archive hatte sowohl Metadaten als auch direkte Musikdaten von Spotify abgegriffen. Hatte man im ersten Schritt nur Metadaten veröffentlicht, ging man später auch dazu über, tatsächlich Musik frei zugänglich zu machen. Logischerweise hat das weder dem Musikstreaming-Dienst aus Schweden noch dessen Partnern aus der Musikindustrie sonderlich geschmeckt. Im Ergebnis strebt man inzwischen durch ein Gerichtsverfahren nach 322 Mio. US-Dollar Entschädigung.

Obendrein verlangen Spotify und die Plattenfirmen, dass Anna’s Archive durch eine dauerhafte, einstweilige Verfügung vom Netz genommen wird. Recht bekommen könnten sie, doch ob das in der Praxis Auswirkungen hat, ist eine andere Frage. Denn schon zuvor erzielte man eine ähnliche Verfügung, die aber am Ende nur zu einem Providerwechsel des Schattenarchivs führte. Anna’s Archive hat bislang auch nicht wirklich auf die rechtlichen Querelen reagiert.

Die neuen Forderungen sehen vor, dass die Betreiber von Anna’s Archive 300 Mio. US-Dollar an Spotify zahlen sollen, 7,5 Mio. US-Dollar an Sony, 7,5 Mio. US-Dollar an die Universal Music Group (UMG) und schließlich 7,2 Mio. US-Dollar an Warner. Die Forderungen könnten später noch deutlich höher werden, denn bislang bezieht sich die genannte Summe nur auf 120.000 Dateien, welche man im Rahmen der Untersuchungen heruntergeladen hatte. Später könnten noch Milliardenbeträge ins Spiel kommen (via Ars Technica).

Anna’s Archive hatte sich bislang eigentlich eher auf das Spiegeln von Büchern spezialisiert, machte dann aber für das Scraping von Spotify eine Ausnahme. Mittlerweile hat das Archiv zwar im Übrigen die Torrents von seiner Website genommen; sie werden von Dritten aber weiter über das Peer-to-peer-Netzwerk verteilt, jetzt wo die Katze aus dem Sack ist.

Die vielversprechendste Chance hätte die Musikindustrie bzw. Spotify wohl, den Stecker zu ziehen, käme sie an den menschlichen Betreiber hinter Anna’s Archive heran. Der ist aber bislang noch anonym. Dass jener über 320 Mio. US-Dollar auf der hohen Kante hat, ist wiederum unwahrscheinlich. Geld sehen, dürften die Plattenformen also wohl eher nicht – oder zumindest nicht in diesem Maßstab.

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