Sonos Play im Test: Zwischen Wohnzimmer und Strand

3 weeks ago 7

Erinnert ihr euch? Erst kürzlich hatte Sonos mal wieder die Hardware aus dem Sack gelassen und mit dem Sonos Play das Portfolio in Santa Barbara ordentlich aufgebohrt. Nachdem die ersten Details zur Ankündigung für ordentlich Gesprächsstoff sorgten, hatte ich das gute Stück nun eine Weile im Einsatz.

Sonos-CEO Tom Conrad betonte ja bereits, dass man bei den neuen Modellen voll auf Langlebigkeit setzt, das Ökosystem soll ergänzt, nicht ersetzt werden. Ein Ansatz, den wir hier im Blog ja immer gerne sehen. Der Sonos Play positioniert sich dabei als vielseitiger Stereo-Speaker, der den Spagat zwischen den heimischen vier Wänden und dem Einsatz im Freien schaffen will.

Rein von den Specs her liest sich das Ganze wie eine Wunschliste für mobile Musikliebhaber: Stereo-Sound, eine abnehmbare Trageschlaufe für die Mobilität und ein Akku, der laut Datenblatt stolze 24 Stunden durchhält. Dass das Teil nach IP67 wasserdicht ist und sogar als Powerbank für das Smartphone herhält, sind nette Mitnahmeeffekte für den nächsten Ausflug.

Spannend wird es bei der Konnektivität: Neben den Klassikern wie AirPlay 2, Spotify Connect und automatischem Trueplay erlaubt Sonos hier erstmals das Gruppieren mehrerer Speaker direkt über Bluetooth, auch fernab vom heimischen WLAN. Einfach die Play-Taste drücken und bis zu drei weitere Play- oder Move-Modelle dazuholen.

Mit einer UVP von 349 Euro sortiert sich die Kiste preislich unter dem großen Bruder Move ein, der mittlerweile oft bei 449 Euro liegt. Ist der Sonos Play also der „bessere Roam“ oder eher ein „Move Mini“? Ich habe mir das Teil geschnappt und geschaut, ob der Sound hält, was das Marketing verspricht.

Ein paar Worte vorab: Ich nutze Sonos nun schon seit über 15 Jahren durchgängig, kenne also das System wirklich gut (würde ich behaupten). Ich weiß, dass hier viele Leser ebenfalls auf Sonos setzen, da kann ich es recht übersichtlich mit diesem Test halten.

Der Sonos Play ist hervorragend verarbeitet, wobei ich mir aus irgendwelchen Outdoor-Gründen doch vielleicht einen kleinen Abdeck-Pinökel für den USB-C-Anschluss gewünscht hätte. Rein hörtechnisch ist es quasi wie von euch erwartet: Der Play sitzt über dem Roam und unter dem Move 2. Daran gibt es nichts zu rütteln – und das ist auch gut so. Der Sound ist satt und wie üblich könnt ihr innerhalb der Sonos-App am Equalizer spielen. Ich justiere da immer ganz gerne nach, ab Werk waren mir ein wenig Höhen drin.

Innerhalb von Berichten zum Thema Sonos lese ich immer Kommentare von Nicht-Sonos-Nutzern, die anderen erklären wollen, warum man so etwas nicht braucht. Finde ich immer quatschig, denn jeder wird andere Gründe für irgendeine Anschaffung haben.

Und so würde ich an dieser Stelle auch niemandem empfehlen, den Sonos Play zu kaufen, wenn man nicht plant, ihn portabel zu nutzen. Das ist seine Stärke. Er kann gut als einzelne Box in kleinen bis mittelgroßen Räumen arbeiten, eine entsprechende Dockingstation ist im Lieferumfang enthalten. Ihr könnt ihn aber auch prima von Raum zu Raum transportieren, vielleicht temporär ins Bad, oder nach dem Tageseinsatz ins Schlafzimmer, falls ihr zum Einpennen gerne noch etwas hört (ich bin die Abteilung Hörspiele).

Ehrlicherweise muss man sagen, dass im Bad, im Schlafzimmer oder im Kinderzimmer eine kleine Roam reicht. Vielleicht sogar teilweise draußen. Ich selbst bin im Sommer viel draußen und fand den Sonos Roam stellenweise zu dünn, wenn man mal weiter weg ist. Da war ich dann wiederum froh, die Move 2 im Garten nutzen zu können. Da gibt es dann auch kein Problem mit der Schlepperei.

Aber: Ging es mal outdoor weiter weg, dann kann die Move 2 schon zum Problem werden. Die wiegt natürlich und ist groß. Zur Grünkohltour wurde dann neulich ein kompakterer Quäker mitgenommen, und wenn man mal im Sommer Richtung Strand zieht, überlegt man es sich genau, ob man den Move 2 mitschlört – trotz des geilen Sounds.

Genau hier setzt dann eben der Sonos Play an. Soundtechnisch voluminöser als der Roam, aber eben portabler als der Move 2. Klanglich? Tatsächlich genau so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Dazwischen. Das ist nun natürlich nicht „Wow „oder schlecht, sondern eben bauformbedingt. Er tönt gut, aber es gibt halt auch genügend Alternativen „ohne Sonos-Juice“, der in der Liga spielt, nur günstiger.

Rein technisch hält Sonos alles, was man so verspricht, bei nicht voller Lautstärke mag man auf die Akkulaufzeit kommen, ich habe das mal so durchgerechnet hier mit meinem gemischten Konsum. Sonos-Nutzer finden sonst „das Übliche vor“. Alexa und auch Sonos Voice Control (leider immer noch nur Englisch oder Französisch). Und ja, es gibt einen Mikrofon-Ausschalter.

Ansonsten? Stereo-Pairing ist möglich, aber eben nur 2 Play, ein Mix ist nicht machbar. Das holt dann flotten Wumms raus, preislich und so gilt dann das eben Erwähnte. Wäre schon heavy für ein kleines Stereo-Setp. Ansonsten könnt ihr das ganze Sonos-Universum wieder gruppieren, all das eben. Ganz cool: Ihr könnt die Kisten jetzt auch außerhalb eures WLANs gruppieren, ein Feature, welches mit dem Play angekündigt wurde und auch auf den Move 2 ausgeweitet wurde.

Wenn man sich beispielsweise auf einem Campingplatz oder am Strand befindet und komplett ohne Internetverbindung ist, kann man bis zu vier Sonos Play oder Move 2 per Bluetooth direkt miteinander verbinden. Auch hier gilt: Gruppenkopplung ja, Stereokopplung Play / Move 2: nein. Das geht nur bei identischen Playern.

Wie das Koppeln klappt? Man verbindet sich einfach mit Play über ein Smartphone und hält dann die Play/Pause-Taste an bis zu drei weiteren Play oder Move 2 gedrückt, um sie zu verbinden. Weiterhin bleibt das dann ein Bluetooth-Gekröse, außerhalb eures WLANs funktioniert die App dann auch weiterhin nicht. Das ist ganz cool für Nutzer mehrerer Lautsprecher, wer eh nur einen hat, der greift vielleicht weiterhin zu Bluetooth.

Unterm Strich: Für Nutzer, die in das von mir beschriebene Profil passen, ist der Sonos Play echt was Nettes. Aber das muss man sich auch leisten wollen. Ihr habt keine Schmerzen mit dem Mehr an Volumen zum Rumschleppen beim Move 2? Gönnt euch den im Angebot. Wummst mehr. Für mich bleibt Sonos die Nummer 1 im Multiroom, was aber auch an den Möglichkeiten der App liegt – da habe ich eben alle meine Services.

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