Slowakei klagt gegen EU-Gasimportstopp

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Nach Ungarn hat auch die Slowakei eine Klage gegen das EU-Gasimportverbot aus Russland angekündigt. Regierungschef Fico sieht einen Verstoß gegen die EU-Grundprinzipien.

Aktualisiert am 27. Januar 2026, 15:41 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters,

 Die Slowakei hatte nach offiziellen Angaben ihren Anteil an russischem Gas auf 33 Prozent gesenkt, neben der Industrie sind auch die Haushalte stark von Gas zum Heizen abhängig.
Die Slowakei hatte nach offiziellen Angaben ihren Anteil an russischem Gas auf 33 Prozent gesenkt, neben der Industrie sind auch die Haushalte stark von Gas zum Heizen abhängig. © Marijan Murat/​dpa

Die Slowakei will sich rechtlich gegen den von der EU beschlossenen Importstopp für Erdgas aus Russland wehren. Das Land plant eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Das gab der linksnationale Ministerpräsident Robert Fico in Bratislava bekannt. Die Slowakei werde die entsprechende EU-Verordnung anfechten, weil sie das Prinzip der Subsidiarität verletze, wonach alle EU-Mitgliedsländer das Recht haben, selbst über ihren Energiemix zu entscheiden. Das sei "ein Verstoß gegen die Grundprinzipien, auf denen die Europäische Union aufgebaut ist", sagte Fico. 

Das Importverbot war auf EU-Ebene so ausgestaltet worden, ‌dass keine Einstimmigkeit bei der Abstimmung nötig war. Damit sollte klargestellt werden, dass der Schritt gegen den Widerstand von ⁠Ungarn und der Slowakei vollzogen werden kann. Das Verbot sieht vor, dass spätestens Ende 2027 der Import von Erdgas aus Russland aufhören soll. Damit will die EU angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Russlands Einnahmen aus Energie-Rohstoffexporten verringern. Inkrafttreten soll die Verordnung Anfang Februar mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt.

Slowakei und Ungarn wollen sich bei der Klage abstimmen

Er wolle dagegen vorgehen, dass der Beschluss mit qualifizierter Mehrheit angenommen worden sei, sagte Robert Fico. Auch Ungarn hatte zuvor angekündigt, vor dem Europäischen ‍Gerichtshof klagen zu wollen. Deshalb will sich die Fico-Regierung mit Ungarn abstimmen. Wann die Slowakei die Klage genau einreichen werde, sagte Fico nicht. Er bezeichnete die Pläne wiederholt als Energie-"Selbstmord" und sagte, der Transitstopp werde sein Land ⁠jährlich bis zu 500 Millionen Euro kosten.

24 der 27 EU-Länder hatten für die Annahme der Verordnung gestimmt, Bulgarien enthielt sich. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán ordnete das Importverbot, anders als von der EU-Kommission dargestellt, als eine Sanktion ein. Dafür wäre aber eine einstimmige Abstimmung erforderlich gewesen. Die Slowakei und Ungarn verweisen auf ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und pflegen eine enge Beziehung zu Russland

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