Anthropic-Manager signalisiert dass Pro- und Max-Pläne nicht mehr zur heutigen Nutzung passen

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Anthropic hat Claude Code kurzzeitig aus dem Pro-Abo für Neukunden entfernt und die Änderung nach öffentlicher Kritik zurückgenommen. Head of Growth Amol Avasare deutete dabei an, dass die aktuellen Abo-Pläne grundsätzlich nicht mehr zur heutigen Nutzung passen.

Laut Ed Zitron der den Prozess auf Where's Your Ed At dokumentierte, verschwand Claude Code zeitweise von den Preistabellen auf der Anthropic-Website. Sowohl in der mobilen als auch in der Desktop-Ansicht zeigte der Pro-Tarif bei Claude Code ein X-Symbol, während die Max-5x- und Max-20x-Pläne weiterhin Zugang erhielten. Parallel dazu wurde die Support-Dokumentation angepasst: Eine archivierte Version vom 10. April trug noch den Titel "Using Claude Code with your Pro or Max plan", die aktualisierte Fassung sprach nur noch vom "Max plan". Bestehende Pro-Nutzer berichteten, weiterhin über das Command-Line-Interface und die Web-App auf Claude Code zugreifen zu können.

Nachdem die Änderung auf X thematisiert wurde, erklärte Amol Avasare, Head of Growth bei Anthropic, es handle sich um einen "kleinen Test von rund 2 Prozent neuer Prosumer-Anmeldungen". Bestehende Pro- und Max-Abonnenten seien nicht betroffen. Zitron weist darauf hin, dass diese Erklärung nicht zu den beobachteten Änderungen passt: Sowohl die öffentliche Preisseite als auch die allgemeine Support-Dokumentation wurden so geändert, dass sie für alle Besucher Pro ohne Claude-Code-Zugang auswiesen. Anthropic machte die Änderungen später rückgängig, Avasare entschuldigte sich für die Verwirrung.

Max-Pläne sind für Chat-Nutzung, nicht für Claude Code

Interessanter als der Test selbst sind Avasares Aussagen zu den kommenden Monaten. Er räumte ein, dass Anthropic "unterwegs kleine Anpassungen vorgenommen" habe, etwa wöchentliche Obergrenzen und engere Limits zu Spitzenzeiten, die aktuellen Pläne aber "nicht für diese Nutzung gebaut" seien. Der Max-Plan sei vor Claude Code und Claude Cowork erschienen und "für starke Chat-Nutzung konzipiert, das war's".

Der Vorgang reiht sich in ein Muster ein: Anthropic stellte Enterprise-Kunden auf eine Abrechnung pro Million Tokens um, weg von Rate Limits, die oft deutlich günstiger sind als die tatsächliche Nutzung. Würde Claude Code dauerhaft aus dem Pro-Tarif fallen, müssten neue Abonnenten für das Coding-Werkzeug auf API-Tokens umsteigen oder teurere Tarife zahlen. Dazu kommen die höheren Kosten des neuen Tokenizers, den Anthropic für Opus 4.7 einsetzt.

Warum das Thema größer ist als ein Preisexperiment

Hinter den Tests und bereits umgesetzten Änderungen steht die wachsende Rechenkapazitätskrise, die die gesamte KI-Branche erfasst. Anthropics API-Verfügbarkeit lag laut Wall Street Journal in den 90 Tagen bis zum 8. April bei nur 98,95 Prozent, weit entfernt vom Cloud-Standard von 99,99 Prozent. Erste Enterprise-Kunden wie Retool-Gründer David Hsu wechselten deshalb zu OpenAI.

Doch nicht nur Anthropic ist betroffen: OpenAI stellt seine Sora-App ein, um Rechenkapazität für Coding- und Enterprise-Produkte freizuräumen. Auch GitHub Copilot hat seine Abrechnung umgestellt und neue Anmeldungen für Pro, Pro+ und Student-Pläne vorerst pausiert. GPU-Stundenpreise auf dem Spotmarkt zogen laut Ornn Compute Price Index um 48 Prozent an.

Vor diesem Hintergrund wirken die kurzzeitigen Einschnitte bei Pro weniger wie ein Preisexperiment und eher wie ein Vorbote systematischer Rationierung agentischer Werkzeuge in den Consumer-Tarifen.

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