Shokz hat Anfang der Woche seine neuen Open-Ear-Kopfhörer OpenFit Air 2 vorgestellt. Freilich handelt es sich hier um die direkten Nachfolger der 2024 erschienenen OpenFit Air der 1. Generation. Das neue Modell soll vor allem mit seinem leichten Design punkten. So wiegen die beiden Earbuds jeweils nur 7,2 g. Folgerichtig bewirbt Shokz diese Ohrhörer als leichteste der Open-Ears überhaupt mit Ohrbügel. Aber wie schlagen sich diese Kopfhörer sonst so? Das habe ich für euch im Test geprüft.
Laut Shokz konnte man die 1. Generation dieses Modells über 2 Mio. Mal verkaufen. Das ist für ein Open-Ear-Einstiegsmodell sicherlich beachtlich. Die OpenFit Air 2 sollen natürlich nach dem Willen des Unternehmens daran anknüpfen. Auch das Ladecase ist dabei etwas schlanker geworden. Man setzt ansonsten auf Ohrbügel mit einem Kern aus einer 0,75 mm Nickel-Titan-Legierung (Ni-Ti). Gegenüber dem Vorgängermodell will man zudem dank optimierter Bassphere-Treiber stärker im Tiefton-Bereich punkten. Aber schaut am besten einmal in die Vergleichstabelle für einen differenzierteren Eindruck.
| Gewicht pro Kopfhörer | 7,2 g | 8,7 g |
| Audiotechnologie | Bassphere, OpenBass 2.0 | OpenBass Air |
| Privates Hören | DirectPitch | DirectPitch |
| Bedienung | Druckempfindliche Taste | Touch-Tasten |
| Wiedergabezeit | 8 Std. (36 Std. mit Ladecase) | 6 Std. (28 Std. mit Ladecase) |
| Standby-Zeit | 180 Tage | 30 Tage |
| Schnellladen | 10 Minuten laden für 3 Std. Nutzung | 10 Minuten laden für 2 Std. Nutzung |
| Schutzart (IP) | IP55 | IP54 |
| Mikrofone | 4 Mikrofone mit Geräuschunterdrückung | 4 Mikrofone mit Geräuschunterdrückung |
| Bluetooth-Version | Bluetooth 6.1 | Bluetooth 5.2 |
Ihr könnt also schon einige technische Sprünge erkennen: Die Shokz OpenFit Air 2 setzen etwa auf Bluetooth 6.1 statt nur 5.2, sind etwas besser vor Staub und Wasser geschützt, lassen sich schneller aufladen, kommen auf eine höhere Betriebsdauer und nutzen abweichende Audiotreiber. Zudem hat Shokz die berührungsempfindlichen Tasten gegen echte, haptische Buttons getauscht. Das sollte zu weniger Fehleingaben führen. Dafür ist jedoch auch der Preis gestiegen: von 109 auf 139 Euro.
SHOKZ OpenFit Air 2 Open-Ear-Kopfhörer, Ohrbügel 7,2g superleicht, schwarz
- [Sicherer Halt und ganztägiger Tragekomfort] Genießen Sie schwerelosen Tragekomfort mit einem...
- [Satter Klang und privater Sound] Genießen Sie einen satten, tiefen Klang dank Shokz OpenBass 2.0 und...
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Ausstattung und Verarbeitung
Die neuen Shokz OpenFit Air 2 unterscheiden sich optisch recht deutlich vom Vorgängermodell. Letzteres hat chromfarbene Akzente in Hochglanz-Optik an den Buds eingesetzt, während das Nachfolgemodell stattdessen matte Oberflächen, teilweise in Silbergrau, verwendet. Auch fühlen sich die Wings haptisch komplett anders an.
So sind die Earwings der Shokz OpenFit Air 2 etwas steifer als beim Vorgängermodell bzw. sie weisen mehr Spannung auf. Parallel sind sie deutlich dünner und leichter geworden. Die neuen, haptischen Buttons sitzen dabei an der Oberseite der Kopfhörereinheit. Einfacher, doppelter oder dreifacher Tastendruck löst dabei verschiedene Aktionen aus. In der App könnt ihr auch Anpassungen vornehmen – und natürlich aus verschiedenen Equalizer-Profilen wählen.
Die Shokz OpenFit Air 2 verwenden für den Klang zwei 11,8-mm-Treiber und setzen auf neue Techniken wie OpenBass 2.0, um den Vorgänger im Tieftonbereich klar zu überbieten. DirectPitch hingegen übernimmt man nahtlos aus der vorherigen Generation, um dafür zu sorgen, dass Schall nicht an die Umgebung abstrahlt. Die Open-Ears unterstützen auch Android Fast Pair, Microsoft Swift Pair sowie Multipoint. Somit könnt ihr etwa ein Smartphone und ein Notebook parallel verbunden halten, um schnell zwischen den Audioquellen zu wechseln.
Als Akkulaufzeit Der OpenFit Air 2 nennt Shokz bis zu 8 Stunden – dem Vorgängermodell ging nach 6 Stunden die Puste aus. Nach meinem Eindruck kommt das im Alltag gut hin, allerdings kam ich sogar eher etwas länger mit einer Ladung hin. Hängt aber natürlich davon ab, mit welchen Lautstärken ihr unterwegs seid. Zumal zunehmendes Altern die Laufzeiten etwas verkürzen wird.
ANC beherrschen die OpenFit Air 2 im Gegensatz zu Shokz Open-Ear-Flaggschiff OpenFit Pro zwar nicht, bringen aber elektronische Rauschunterdrückung für Anrufe mit. In Sachen Bluetooth-Codecs beschränkt man sich im Übrigen auf SBC und AAC. Ihr könnt die Kopfhörer in den Farben Schwarz, Weiß sowie Ice Blue erstehen. Für meinen Test habe ich die schwarze Version ausprobiert.
Kleiner Kritikpunkt meinerseits: Die Shokz OpenFit Air 2 sind sauber verarbeitet und wirken im Design nicht weniger wertig als die anderen Modelle der Reihe. Dass der Hersteller aber kein Ladekabel mehr beilegt, ist schon etwas schade.
Der Praxistest der Shokz OpenFit Air 2
Ich selbst nutze im Fitnessstudio Over-Ears mit ANC, aber im sonstigen Alltag nur noch Open-Ear-Kopfhörer. Entsprechend bin ich nun schon einige Jahre täglich mit den Modellen von Shokz unterwegs und kann sie ganz gut vergleichen. In Sachen Klang bleibt hier aus meiner Sicht der OpenFit Pro das Maß der Dinge, aber der OpenFit Air 2 schlägt sich besser als gedacht. Tatsächlich sind die Bässe auch eine ganze Ecke kräftiger als beim Vorgängermodell, obwohl jenes in dieser Hinsicht eigentlich auch schon in Ordnung ging.
Der Tragekomfort ist im Übrigen auch mit Brille wieder grandios. Ich vergesse schon die OpenFit Pro ab und an auf den Ohren und bei den OpenFit Air 2 kann das aufgrund des niedrigen Gewichts noch leichter geschehen. Ehrlich gesagt nutze ich die Bedienelemente an den Kopfhörern selten, bevorzuge hier aber definitiv die haptischen Buttons der neuen Generation. Auch das Auslösen von Funktionen über doppelte oder dreifache Tastendrücke läuft einwandfrei ohne Fehlerkennungen.
Den Mehrwert der haptischen Tasten solltet ihr nicht unterschätzen: Bei starkem Regen ist es mir tatsächlich schon passiert, dass bei den Vorgängern vermeintliche Touch-Eingaben aufgrund des Regenwassers/nasser Haare erkannt worden sind. Die Anrufqualität wiederum ist nach meinem Eindruck aber gegenüber dem Vorgängermodell identisch geblieben. Etwa arbeitet die elektronische Rauschunterdrückung sauber, Stimmen klingen dadurch aber eher „scharf“ bzw. steril.
Doch wie klingen denn die Kopfhörer an sich, besonders im Vergleich mit der vorherigen Generation? Nun, wie schon angesprochen, hat sich die Basswiedergabe der OpenFit Air 2 deutlich verbessert. Erwartet hier aber dennoch keine Power, wie sie bei In-Ears oder Over-Ears erreicht wird. Die Open-Ear-Technik sorgt eben immer noch für Grenzen, zumal es hier um ein Einstiegsmodell geht.
Generell ist der Klang recht ausgewogen. Man kann über den Equalizer, entweder die Presets oder manuelle Anpassungen, zudem nach eigenem Geschmack und Hörvermögen nachhelfen. Das tendenziell eher warme und neutrale Klangbild passt zu meinem persönlich, recht melodischen Musikgeschmack wunderbar. Künstler wie Angus & Julia Stone, Cruyff in the Bedroom oder Nick Drake kommen sauber rüber. Mitten und Höhen sind naturgemäß dominanter als die Bässe, man platziert sich aber schon in einem angenehmen Bereich – nicht zu vergleichen mit dem „Küchenradio-Sound“ vieler Knochenschall-Modelle.
Paradedisziplin der OpenFit Air 2 sind Telefonate. Die Stimmwiedergabe ist erstklassig und weil sie sich so angenehm tragen, sind die Open-Ears auch für längere Gespräche ungleich komfortabler als In-Ears oder Over-Ears. Nein, die OpenFit Air 2 sind jetzt kein Quantensprung gegenüber dem Vorgängermodell, sind aber eindeutig im Gesamtbild klanglich überlegen und tragen sich noch einen Tick angenehmer.
Mein Fazit
Die Shokz OpenFit Air 2 kosten 30 Euro mehr als das Vorgängermodell. Dafür stocken sie auf Bluetooth 6.1, verlängern die Akkulaufzeit deutlich und tragen sich noch eine Nuance angenehmer. Obendrein konnte der chinesische Hersteller den Klang aufpolieren, insbesondere im Bassbereich. Das Ergebnis ist keine Revolution, aber ein solider Generationssprung mit ausreichend Mehrwerten.
Wer das Vorgängermodell besitzt, kann aus meiner Sicht jedoch noch abwarten, denn die OpenFit Air 2 sind zwar klar besser, legen aber eben keinen so deutlichen Sprung hin, als dass sich ein Upgrade lohnen würde. Wer jedoch zwischen den Stühlen sitzt und über den Neueinstieg nachdenkt: Die 2. Generation der Einstiegs-Open-Ears ist eindeutig ergonomisch und klanglich überlegen.
Paradedisziplin der OpenFit Air 2 bleiben Telefonate. Man kann die Open-Ears tatsächlich mal auf den Ohren vergessen, das gilt selbst für mich als Brillenträger. Insofern denke ich, dass der Hersteller auch mit dem neuen Modell an den Erfolg der 1. Generation anknüpfen kann.
SHOKZ OpenFit Air 2 Open-Ear-Kopfhörer, Ohrbügel 7,2g superleicht, schwarz
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2 months ago
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