OpenNutriTracker: Kalorienzähler als quelloffene Alternative ohne Abo und Tracking

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 Kalorienzähler als quelloffene Alternative ohne Abo und Tracking
Wer seine Ernährung, Kalorien oder Makro- und Mikronährstoffe im Blick behalten will, landet in den App Stores schnell bei bekannten Platzhirschen, die inzwischen meist saftige Abopreise aufrufen oder zwingend ein Benutzerkonto samt Datenübertragung in die Cloud verlangen. Yazio hatte vor Jahren mal schick angefangen, mittlerweile ist das ja eine richtige Shitshow geworden. Aber hey, Alternativen gibt es reichlich, Mitautor Benny hatte da neulich erst Intake vorgestellt. Mit OpenNutriTracker gibt es ein quelloffenes Projekt unter GPLv3-Lizenz für Android und iOS, das einen komplett anderen Weg einschlägt: lokal, ohne Werbung, ohne Tracking und ohne Bezahlschranken.

Volle Datenkontrolle auf dem Smartphone

Die App berechnet Kalorien- und Nährstoffziele anhand eurer Angaben zu Größe, Gewicht, Alter und Aktivitätslevel. Gespeichert wird das gesamte Tagebuch lokal auf dem Smartphone in einer AES-256-verschlüsselten Datenbank. Der Schlüssel verbleibt im Android Keystore beziehungsweise in der iOS Keychain. Ein Account oder eine Registrierung existieren schlichtweg nicht. Wer seine Daten sichern oder auf ein anderes Gerät mitnehmen möchte, kann Einträge, Aktivitäten, Rezepte und den Gewichtsverlauf vollständig als JSON oder CSV exportieren und wieder einspielen. Auch das Teilen einzelner Mahlzeiten per QR-Code ist möglich.

Offene Datenbanken und Barcode-Scanner

Für die Lebensmittelsuche greift OpenNutriTracker auf offene Datenbestände zurück, darunter Open Food Facts, das deutsche Bundeslebensmittelschlüssel-Verzeichnis (BLS) sowie USDA FoodData Central. Ihr könnt Lebensmittel über die Textsuche finden, Produkte per Barcode-Scanner über die Kamera erfassen oder Kalorienwerte manuell eintragen. Neben Kalorien, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß schlüsselt die App auch Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe in Tages- und Wochenansichten auf, für die kommerzielle Alternativen gerne monatliche Gebühren verlangen.Zählpixel

Abgerundet wird der Funktionsumfang durch ein Ernährungstagebuch nach Mahlzeiten, einen Wassertracker, einen Fasten-Timer sowie einen rein lesenden Trainingsimport aus Apple Health und Health Connect. Da müsst ihr aber schauen, standardmäßig bekommt ihr nicht euer ganzes  Trainingsbudget gutgeschrieben. Ich verbrauchte heute bei meinem 10-Kilometer-Lauf im Park so knapp 800 Kalorien, 62 % Budget bekam ich davon auf mein tägliches Ziel. Verständlich, denn der Körper verbrennt an solchen Sporttagen anders - wer 800 kcal verbrennt, sollte die nicht unbedingt on top wieder reinballern.

Optionale KI-Erfassung mit eigenem API-Schlüssel

Wer Mahlzeiten nicht komplett von Hand zusammensuchen will, kann auf eine experimentelle KI-Unterstützung zurückgreifen. Die ist standardmäßig komplett deaktiviert und erfordert entweder die Eingabe eines eigenen API-Schlüssels (Anthropic, OpenAI oder OpenRouter) oder die Adresse eines selbst betriebenen Servers. Das Modell liest dabei lediglich Lebensmittel und Mengenangaben aus einem Foto oder einer Freitext-Beschreibung heraus. Die konkreten Nährwerte werden anschließend weiterhin aus den verifizierten Datenbanken bezogen, damit keine Schätzwerte der KI im Tagebuch landen.

OpenNutriTracker steht kostenlos im Google Play Store sowie im Apple App Store bereit, der Quellcode liegt öffentlich auf GitHub. Nutzt ihr solche Apps zur Übersicht oder ist euch die manuelle Protokolliererei auf Dauer zu lästig?

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