
Es gibt Neuigkeiten im Bereich der Cyberkriminalität, diesmal von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) und dem Bundeskriminalamt. In einer international abgestimmten Aktion mit Behörden aus Kanada und den USA haben die Ermittler am 19. März 2026 zwei der weltweit größten Botnetze ausgehoben. Die technische Infrastruktur der Netzwerke Aisuru und Kimwolf wurde dabei erfolgreich abgeschaltet. Beide Systeme stellten aufgrund ihrer enormen Größe eine ernste Bedrohung für IT-Infrastrukturen dar, so die Beamten.
Im Rahmen der Maßnahmen konnten zwei mutmaßliche Administratoren identifiziert werden. Bei Durchsuchungen an Wohnorten in Deutschland und Kanada stellten die Beamten umfangreiche Beweismittel sicher und beschlagnahmten Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich.
Den Zugriffen gingen monatelange Ermittlungen voraus. Das Botnetz Aisuru bestand wohl aus einem Zusammenschluss von Millionen kompromittierter IoT-Geräte, darunter Router und Webcams. Das damit verknüpfte Kimwolf-Netzwerk basierte überwiegend auf infizierten Android-TV-Boxen. Beide Netze wurden primär für volumenstarke DDoS-Angriffe genutzt. Kimwolf diente darüber hinaus als sogenanntes Residential-Proxy-Netzwerk, über das Dritte gegen Bezahlung ihre Internetaktivitäten über fremde Anschlüsse verschleiern konnten.
Die Kaperung der Geräte erfolgte meist ohne Wissen der Eigentümer. Die Schadsoftware verbreitete sich auf IoT- und Android-Geräte, die Sicherheitslücken aufwiesen oder lediglich durch schwache Standardpasswörter geschützt waren.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstützt die Abschaltung durch technisches Sinkholing, bei dem der Datenverkehr der Botnetze auf kontrollierte Server umgeleitet wird. Nutzer, deren Geräte Teil der Infrastruktur waren, werden über ihre jeweiligen Internetprovider informiert.
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1 month ago
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