Russland plant massiven Drohnen-Ausbau

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Stand: 22.09.2026, 11:08 Uhr

Von: Lisa Weegner

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Russland plant mehr Kamikaze-Drohnen – eine neue Kohlefaserfabrik soll helfen.

Moskau – Russland will seine Produktion von Kamikaze-Drohnen offenbar deutlich ausweiten. Eine neue Fabriklinie in Tatarstan soll einem Medienbericht zufolge dafür einen entscheidenden Rohstoff liefern: militärtaugliche Kohlefaser für die leichten und stabilen Rümpfe der Angriffsdrohnen. Geplant sind demnach bis zu 500 zusätzliche Tonnen pro Jahr.

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Interne Unterlagen des russischen Staatskonzerns Rosatom beschreiben den Ausbau der Kohlefaserfabrik Alabuga-Volokno, wie das Nachrichtenportal Politico berichtet. Demnach könnte die neue Anlage spätestens 2029 jährlich bis zu 500 Tonnen Kohlefaser zusätzlich herstellen. Rosatom habe zu den Dokumenten keine Stellung nehmen wollen.

Geheime Unterlagen enthüllen Putins nächste Drohnen-Offensive

Russland plant mehr Kamikaze-Drohnen – eine neue Kohlefaserfabrik soll helfen. © © IMAGO / ZUMA Press / Archivbild

Der Rohstoff wird unter anderem für die Tragflächen und innere Konstruktion russischer Geran-2-Angriffsdrohnen verwendet. Diese Drohnen basieren auf dem iranischen Modell Shahed-136. Ohne die leichte Kohlefaser lasse sich das Gewicht der Fluggeräte kaum niedrig halten, erklärte der Waffenexperte David Albright vom Institute for Science and International Security laut Politico.

Albright berechnete dem Bericht zufolge, dass die geplante zusätzliche Kapazität theoretisch Material für rund 28.000 weitere Drohnenrümpfe pro Jahr liefern könnte. Das entspräche einem Anstieg um etwa 78 Prozent gegenüber einer von der Ukraine genannten derzeitigen Jahresproduktion von mehr als 36.000 Kamikaze-Drohnen.

Satellitenbilder zeigen Bauvorbereitungen

Die russische Regierung genehmigte das Projekt im Mai als neue Produktionslinie für chemische Fasern und Garne, wie aus offiziellen Bauunterlagen hervorgehe. Satellitenbilder zwischen Mai und August zeigten bereits vorbereitete Flächen neben der bestehenden Fabrik.

„Das Fundament der neuen Fabrik wird vorbereitet“, sagte Albright nach Angaben des Portals. Der Ausbau kommt offenbar voran: Die neue Fabriklinie soll bis 2027 fertiggestellt werden und bis spätestens 2029 ihre volle Jahreskapazität von 500 Tonnen zusätzlicher Kohlefaser erreichen.

Die Dokumente stammen nach Angaben von Politico aus russischen Quellen und wurden von der in Kiew ansässigen sicherheitspolitischen Denkfabrik Ukrainian Security and Cooperation Centre (USCC) ausgewertet, die der ukrainischen Regierung nahesteht.

Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses sowie die ukrainische Regierung hätten die Unterlagen geprüft und ihre Echtheit bestätigt. Beide Bestätigungen berufen sich auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter. Mit dem Ausbau will Russland zugleich seine Abhängigkeit von Importen verringern.

In den Rosatom-Unterlagen werden die „Importsubstitution von Gütern mit ziviler und militärischer Nutzung“ sowie der Bedarf der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie als Gründe genannt. Geplant sei außerdem eine neue Anlage für den Ausgangsstoff PAN, aus dem hochwertige Kohlefasern hergestellt werden, heißt es.

Russland setzt auf größere Drohnenflotten

Russland plant dem Bericht zufolge nach einer Analyse des Washingtoner Center for Strategic and International Studies, bis 2030 rund 130.000 Drohnen für sein staatliches Programm unbemannter Flugsysteme herzustellen. Bis 2035 soll diese Zahl auf 350.000 steigen.

Drohnen ermöglichten Russland große Angriffswellen gegen weit entfernte Ziele und könnten dabei die ukrainische Luftabwehr überlasten, erklärte die Drohnenexpertin Stacie Pettyjohn vom Center for a New American Security laut Politico. Serhii Kuzan vom USCC warnte den Angaben zufolge zudem, der Ausbau in Alabuga betreffe langfristig auch die Sicherheit europäischer Staaten.

Die Fabrik und die Rosatom-Tochter UMATEX stehen nach den Angaben bereits unter Sanktionen der USA, Großbritanniens und weiterer westlicher Staaten. Nach früheren internen Versand- und Zolldokumenten erhielt Alabuga-Volokno in diesem Jahr zudem 46 Tonnen Chemikalien für Kohlefaser aus China. Rosatom hatte damals erklärt, seine Unternehmen hielten sich an geltendes Recht.

Quellen: Politico, nif/red.

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