Russland hilft Iran bei Hyperschall-Marschflugkörpern

2 months ago 12

Russland soll den Iran seit drei Jahren heimlich dabei unterstützen, Marschflugkörper zu entwickeln, die ihre Ziele mit Überschallgeschwindigkeit erreichen können, berichtet der britische „Telegraph“. Das Projekt, das unter dem Codenamen „C340L“ läuft, könnte vor allem US-amerikanischen Flugzeugträgern und anderen Kriegsschiffen gefährlich werden.

„Für die Iraner würde dies ein qualitativ neues strategisches Waffensystem bedeuten, das Schiffe der US-Marine bedrohen könnte“, zitiert die Zeitung den ehemaligen CIA‑Analysten Jim Lamson. Mit Geschwindigkeiten bis zu 3500 km/h und geringer Flughöhe sind solche Raketen von Radarsystemen schwerer zu erkennen und somit extrem schwer abzufangen. Bislang gebe es allerdings keine Hinweise darauf, dass die Überschallraketen bereits im Kampf eingesetzt wurden.

Russische Raketeningenieure sollen bereits 2023 in den Iran gereist sein – und seien auch in die Analyse der Testberichte des neuen Waffensystems eingebunden, heißt es in dem Bericht. Ein Raketenprogramm wie das Projekt „C340L“ würde allerdings „eine politische Freigabe von ganz oben in Russland erfordern“, erläutert Analyst Fabian Hinz. Der Austausch von Raketentechnologie sei „strategisch hochsensibel“ und sei von den Iranern „seit Jahrzehnten“ forciert worden. Unklar ist, wann die Raketen einsatzbereit sein könnten.

USA und Iran greifen sich wieder an

Unterdessen flammt der USA-Iran-Konflikt wieder auf: Die USA und der Iran griffen sich am Dienstag im Kampf um die Kontrolle über die Straße von Hormus erneut gegenseitig an. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain. Diese Staaten sind mit Washington verbündet und beherbergen US-Militärstützpunkte.

Für die Iraner würde dies ein qualitativ neues strategisches Waffensystem bedeuten, das Schiffe der US-Marine bedrohen könnte.

Jim Lamson, ehemaliger CIA-Analyst

In der Nacht zum Montag hatte es erstmals seit Ende Juli wieder gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA gegeben. Dass der Beschuss nun weitergeht, zeigt, dass eine dauerhafte Beilegung des Kriegs auch mehr als sechs Monate nach Beginn weit entfernt zu sein scheint.

Die Ukraine wirft Moskau und Teheran vor, sich gegenseitig in ihren Kriegen zu unterstützen. Kremlchef Wladimir Putin hatte in seinem Angriffskrieg iranische Drohnen erhalten; Teheran wiederum soll Satellitendaten für Angriffe im Nahen Osten von Moskau erhalten haben. Keine Seite hat diese Form der militärischen Hilfe bestätigt.

Putin sicherte dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian unterdessen am Rande des Gipfels der china- und russlandfreundlichen Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) weitere Unterstützung zu. „In dieser schwierigen Zeit versuchen wir, ihnen die notwendige Hilfe zukommen zu lassen; wir haben darüber gesprochen und liefern die benötigten Waren“, sagte er bei dem Gespräch in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Details nannte er nicht. (Tsp/dpa)

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