Russland attackiert Kiew sechsten Tag in Folge

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Terror vor SchuljahresbeginnRussland attackiert Kiew den sechsten Tag in Folge

615513250Ein Trümmerwüste nach einem russischen Angriff vor wenigen Tagen auf das Dorf Myla in der Region Kiew. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Das russische Militär nimmt erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew ins Visier. Mindestens vier Menschen sterben in der Region, weitere werden verletzt. Die Bevölkerung kommt wegen des ständigen Luftalarms nicht mehr zur Ruhe.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Das Medium "Kyiv Independent" berichtete von Dutzenden Explosionen. Der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, warf den russischen Streitkräften vor, gezielt zivile Infrastruktur und Wohngebäude anzugreifen. Die Militärverwaltung der Millionenmetropole erklärte auf Telegram, es seien drei Tote und fünf Verletzte zu beklagen.

Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Stadt Boryspil sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. 48 Menschen wurden demnach in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage in Boryspil getroffen worden sei. Tkatschenko rief die in viereinhalb Kriegsjahren immer wieder durch Angriffswarnungen aufgeschreckten Bewohner dazu auf, den Luftalarm nicht zu ignorieren und sich in Schutzräume zu begeben. Es war der sechste Tag in Folge mit Angriffen auf die Region.

Auch aus anderen Landesteilen gab es in der Nacht Berichte über russische Angriffe, darunter aus dem Raum Odessa am Schwarzen Meer. Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram unter anderem über Angriffe auf Charkiw, Sumy und Saporischschja.

In der Ukraine beginnt an diesem Dienstag das neue Schuljahr. Zwar wollen die Behörden in Kiew angesichts zunehmender Drohnenangriffe aus Russland ihre Sicherheitsmaßnahmen bei Luftalarm anpassen. Die Militärverwaltung der Region ordnete jedoch an, dass in Gebieten mit hohem Risiko keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte am Montag bei Telegram erklärt, er habe Behördenvertreter in Kiew zusammengebracht, um über Änderungen der Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Dabei habe er etwa vorgeschlagen, die U-Bahn weiter über die Dnipro-Brücken fahren zu lassen. Bei Luftalarm stoppt die Metro derzeit ihren Verkehr über den Fluss.

Die russische Armee hat ihre Angriffe auf die Ukraine zuletzt stark ausgeweitet. Regelmäßig fliegen Schwärme von Kampfdrohnen auf die Hauptstadtregion zu. Russland setzt auch verstärkt auf Angriffe mit ballistischen Raketen, die besonders schnell fliegen und nur schwer abzufangen sind. Der Ukraine fehlt es an Raketen für ihre Abwehrsysteme vom Typ Patriot, die für die Verteidigung gegen die ballistischen Raketen besonders effektiv sind.

Quelle: ntv.de, nbr/ghö/dpa/AFP/rts

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