Wegen möglicher Holocaustleugnung und Beihilfe zur Kinderpornografie ermittelt Frankreichs Justiz gegen X. Sie ließ Räume in Paris durchsuchen und Elon Musk vorladen.
3. Februar 2026, 12:02 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, sko
Die französische Justiz hat die Räume der Onlineplattform X in Paris durchsuchen lassen. Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte zudem mit, dass Elon Musk und die frühere X-Geschäftsführerin Linda Yaccarino zur Vernehmung am 20. April in Paris zu einer "freiwilligen Anhörung" geladen worden seien. Es gehe um Ermittlungen gegen X, die auch Europol mit anstrenge.
Musk ist als aktueller faktischer Besitzer von X geladen. Yaccarino ist laut Staatsanwaltschaft "in ihrer Eigenschaft als faktische und rechtliche Geschäftsführerin der Plattform X zum Zeitpunkt der Tat" geladen, wie Le Monde berichtete. Mehrere Mitarbeiter von X sollen im April zudem von der Staatsanwaltschaft als Zeugen angehört werden.
Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Längerem gegen X. Sie wirft der Onlineplattform vor, Algorithmen so verändert zu haben, dass rechtsextreme Inhalte mehr Aufmerksamkeit bekämen. Seit Kurzem kamen die Vorwürfe der Holocaustleugnung und sexualisierter Abbildungen über den Chatbot Grok dazu. Dabei geht es um erstellte Bilder von Frauen und Kindern, sogenannte Deepfakes, die auch sexualisierte Gewalt zeigen können. Auch die EU ermittelt wegen des Chatbots gegen das Unternehmen X. Die Mutter eines von Musks Kindern klagte zudem gegen X wegen der Erstellung sexualisierter Bilder.
Ermittlungen wegen Bilderstellung und Algorithmen
Die Ermittlungen verfolgten das Ziel, die Gestaltung von X in Frankreich in Einklang mit den französischen Gesetzen zu bringen. Die Justiz verfolge einen "konstruktiven Ansatz", um zu überprüfen, ob die Plattform X in Frankreich die dort geltenden Gesetze respektiere, sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau.
Laut Staatsanwaltschaft umfassen die Ermittlungen unter anderem die Vorwürfe der Beihilfe zum Besitz kinderpornografischer Darstellungen, der Verletzung des Rechts am eigenen Bild, der Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Datendiebstahls.
Bei der französischen Staatsanwaltschaft waren dazu am 12. Januar zwei Meldungen eingegangen. Der französische Abgeordnete Éric Bothorel hatte laut Le Monde Anzeige erstattet wegen Veränderungen im Algorithmus auf der Plattform nach Übernahme durch Elon Musk. Der Direktor für Cybersicherheit hatte sich der Anzeige angeschlossen. Die Ermittlungen wurden anschließend auf Vorwürfe wegen des Chatbots Grok ausgeweitet. X äußerte sich bisher nicht.



