Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

3 weeks ago 14

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Bereits im April 2026 hatte Razer seine ergonomische Tastatur Pro Type Ergo vorgestellt. Mit diesem Modell wagt man sich also in neue Gefilde vor, denn auch wenn die Gaming-DNS des Herstellers durchschimmert, handelt es sich um ein Eingabegerät, das auch für den Office-Betrieb prädestiniert ist. Während zunächst nur eine QWERTY-Version der Tastatur vorgestellt wurde, gibt es inzwischen ohne viel Aufhebens auch eine QWERTZ-Variante für den deutschen Markt. Eben jene habe ich im Test für euch ausprobiert.Zählpixel

Die Razer Pro Type Ergo weist zunächst einmal einige klassische Gaming-Merkmale auf. Beispielsweise bringt die Fullsize-Tastatur eine Makro-Tastenreihe mit und integriert eine Chroma-RGB-Beleuchtung. Auch ist sie zur App Synapse 4 kompatibel. Zum Rechner könnt ihr die wahlweise kabellos per 2,4 GHz oder Bluetooth bzw. kabelgebunden per USB-C verbinden. Eine fest integrierte Handballenauflage gehört ebenfalls zur Ausstattung.

Technische Eckdaten der Razer Pro Type Ergo

Merkmal Spezifikation
Switch-Typ Scherenmembran
Tippgefühl Leicht & taktil
Größe Geteilte ergonomische Fullsize-Tastatur mit Makro-Tastenreihe
Beleuchtung Razer Chroma RGB
Handballenauflage Integrierte weiche Handballenauflage aus Kunstleder
Integrierter Speicher Nein
Medientasten Razer Command Dial, dedizierter multifunktionaler klickfähiger Medien-Drehregler und 3 dedizierte Funktionstasten
Passthrough Nein
Konnektivität Verbindung per Razer HyperSpeed Wireless (2,4 GHz), Bluetooth oder USB-C
Tastenkappen Ultraflache ABS-Tastenkappen mit gelaserter Beschriftung
Weitere Merkmale
  • Makro-Tasten: 5
  • Innen ausgeschäumt: Nein
  • Unterstützt Razer Synapse
  • Razer Command Dial
  • 1000 Hz Abtastrate
  • N-Key-Rollover & Anti-Ghosting
  • Kompatibel zu Windows/Mac
  • Razer Chroma RGB (19 Zonen)

Die Razer Pro Type Ergo arbeitet mit einer Abtastrate von 1.000 Hz, was aus meiner Sicht zum Spielen absolut ausreicht. Zu den weiteren Gaming-Features zählen auch Anti-Ghosting-Technologie sowie N-Key-Rollover. Doch dann kommen Merkmale ins Spiel, die eher zu einer Office-Tastatur passen. Etwa handelt es sich ausdrücklich nicht um ein mechanisches Keyboard, sondern um ein sehr flaches Design mit Scherenmembran-Tasten. Mehr könnt ihr auch auf der Produktseite nachlesen.

Sitzt der Hersteller hier nun unbequem zwischen den Stühlen oder kann man beide Lager bedienen?

Ausstattung und Verarbeitung

Das Design der Razer Pro Type Ergo könnt ihr ja schon auf den Bildern gut erkennen. Es handelt sich um eine ergonomische Tastatur mit zweigeteiltem, gekrümmtem Tasten-Aufbau. Die zu sehende Handballenauflage ist fest integriert und leider nicht abnehmbar. Wie schon erwähnt, sind keine mechanischen Tasten verbaut. Das macht das Keyboard einerseits leiser, aber andererseits für einige Spieler sicherlich etwas uninteressanter. Im Lieferumfang liegt dabei auch ein USB-Dongle bei, den ihr für eine 2,4-GHz-Verbindung am Rechner eurer Wahl einstecken solltet.

Die Neigung der Razer Pro Type Ergo ist anpassbar. Es gibt fünf einstellbare Schreibwinkel: flach (0°), Neigung nach vorn bei –4° oder –7° und Neigung nach hinten bei +4° oder +7°. Das Tasten-Layout bietet euch zwei B-Tasten, doppelte Leertasten und eine mittige Rücktaste. Der Hersteller verwendet Scissor-Switches und flache, fingerkuppenförmige Tastenkappen mit verkürztem Tastenhub. Damit das Tippen nicht nur angenehm, sondern auch leise von der Hand geht, verbaut Razer schalldämpfende Layer und Stabilisatoren im Inneren. In einem der Ständer sitzt im Übrigen bei Nichtgebrauch "versteckt" der 2,4-GHz-Dongle.

Man verleugnet seine Gaming-Wurzeln aber keineswegs, denn die Razer Pro Type Ergo bietet ganz links fünf Makro-Tasten sowie zusätzlich eine Mikrofon-Stummschalttaste sowie das rechts sitzende Razer Command Dial. Das Drehrad unterstützt mehrere Standardfunktionen und kann um benutzerdefinierte Aktionen erweitert werden. Laut Razer kann man mit einer Akkuladung bis zu drei Monate im Office-Betrieb hinkommen. So lange konnte ich die Tastatur zwar noch nicht testen, das erscheint mir aber durchaus realistisch - allerdings nur bei abgeschalteter RGB-Beleuchtung.

Razer hat auch eine Shortcut-Taste für seinen AI Prompt Master integriert. Der kann einen Prompt für euch optimieren, bevor er an die KI eurer Wahl im Web geschleust wird. Ob ihr das sinnvoll oder eher überflüssig findet, liegt im Auge des Betrachters. Die Makro-Tasten empfiehlt der Hersteller jedenfalls nicht nur Spielern, sondern schlägt z. B. als Belegung selbst etwa spezielle Shortcut-Profile für den Adobe Illustrator, Microsoft Excel, Firefox und mehr vor. Das unterstreicht den Anspruch, hier eine Office- und Multimedia-Tastatur anzubieten.

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Anzumerken ist, dass die Razer Pro Type Ergo mit fast 1,5 kg Gewicht ein ganz schöner Kaventsmann ist. Zudem möchte ich erwähnen, dass das Design zwar auch Gamern mit einem Faible für Ergonomie zusagen könnte, die RGB-Beleuchtung aber abgespeckter ist. Es handelt sich nämlich nicht um eine Per-Tasten-Beleuchtung, sondern um 19 Zonen. Generell kann ich sagen, dass die Tastatur Razer-typisch sehr wertig verarbeitet ist und einen robusten Eindruck macht. Haptik und Optik will ich jedenfalls nur als exzellent bezeichnen.

Praxistest der Razer Pro Type Ergo

Ich selbst arbeite derzeit an einer Logitech MX Keys. Zum Zocken nutze ich in 99 % der Fälle auch am PC einen Controller oder zuletzt auch mal die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact. Ich habe auch schon das Microsoft Ergonomic Keyboard besessen, konnte mich aber nur schwer an das Design gewöhnen. Das trifft auch auf das Tippen an der Razer Pro Type Ergo zu. Das Design mag ergonomischer sein, aber die Umstellung, wenn man von einer Standardtastatur kommt, ist anfangs erheblich und keineswegs zu unterschätzen.

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Es fällt mir da auch etwas schwer zu sagen, wie stark Finger und Hände wirklich entlastet werden. Ich winkle meine Handgelenke auch beim Tippen an meiner Logitech MX Keys an und nutze eine Handballenauflage. Fühlt es sich nun entspannter an, wenn ich lange an der Razer Pro Type Ergo arbeite? Das kann ich subjektiv kaum beantworten, da ich auch mit meinem bisherigen Setup keine wirklichen Probleme hatte. Viel wird hier von einer persönlichen Körperhaltung abhängen.

Coole Sache, Parker: Die Razer Pro Type Ergo ist nicht nur für Windows, sondern auch für macOS geeignet. Die entsprechenden Tastenmarkierungen sind, ähnlich wie bei der MX Keys, passend für beide Systeme gestaltet worden. Passend dazu gibt es mittlerweile auch die Begleit-Software Synapse 4 für die Macs von Apple, wenn auch offiziell noch als "Vorschau". Zu der Webversion von Synapse ist die Tastatur aber aktuell nicht kompatibel. Zumindest ich war nicht in der Lage, das Keyboard darüber zu konfigurieren. Inzwischen hat Razer im Übrigen auch die Chroma-App (wieder) abgespalten, sie muss also separat für die Beleuchtung genutzt werden.

Razer bietet an der Pro Type Ergo im Übrigen ja deutlich mehr als nur das spezielle Ergonomie-Design. Die fünf Makro-Tasten an der linken Seite, das programmierbare Command-Dial und die weiteren Zusatztasten können euch nicht nur beim Gaming aushelfen, sondern auch die Produktivität steigern. Letzteres sehe ich auch eher als Einsatzgebiet dieses Modells an. Für gelegentliches Zocken ist die Pro Type Ergo auch absolut geeignet. Core-Gamer, die regelmäßig mit Maus und Tastatur zocken, werden aber mit Sicherheit das Feeling mechanischer Tasten und z. B. Anpassungsmöglichkeiten des Auslösepunktes und mehr vermissen.

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Trotzdem ist die Razer Pro Type Ergo ein guter Allrounder, wenn auch kein Meister aller Klassen. So fehlt der Tastatur nämlich Onboard-Speicher. In der Praxis bedeutet das, dass die App Synapse 4 im Hintergrund immer aktiv bleiben muss, damit ihr z. B. eure angelegten Makros und Co. verwenden könnt. Da sind andere Razer-Tastaturen, wie die Huntsman-Modelle, deutlich flexibler. Für euch kann das auch Einschränkungen bedeuten, wenn ihr die Tastatur etwa an einem Firmen-Rechner anschließt, auf den ihr kein Synapse schieben dürft. Dann verhält sich die Pro Type Ergo wie eine Standardtastatur und die Zusatzfunktionen bzw. –tasten bleiben für euch weitgehend nutzlos.

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Ansonsten hat mir sowohl das Arbeiten als auch das Spielen mit der Razer Pro Type Ergo nach einer gewissen Eingewöhnungsphase viel Spaß gemacht. Dank der Scissor-Switches tippt es sich im Office gut und leise mit der Tastatur. Wie gesagt: Zum Zocken gibt es bessere, mechanische Keyboards, aber für die ein oder andere Runde ist die Pro Type Ergo auf jeden Fall zu haben.

Mein Fazit

Die Razer Pro Type Ergo solltet ihr in erster Linie als Office- und nur an zweiter Stelle als Gaming-Tastatur sehen. Vor allem der fehlende Onboard-Speicher zeigt diesem Modell deutliche Grenzen auf. Zudem arbeitet die Chroma-RGB-Beleuchtung mit 19 Zonen, ist also nicht für jede Taste einzeln steuerbar. Generell seid ihr wegen des fehlenden Speichers abhängig von Synapse 4, das gilt es vor dem Kauf zu bedenken. Ohne die im Hintergrund aktive App funktionieren etwa keinerlei Makros.

Das ergonomische Design der Razer Pro Type Ergo erfordert einige Einarbeitung, kann eure Handgelenke aber sicherlich entlasten. Wie groß dieser Effekt ist, wird aber stark davon abhängen, wie ihr eure aktuelle Tastatur nutzt bzw. wie euer Setup so aussieht. Die Verarbeitung des Eingabegeräts ist hervorragend und die Anschlussmöglichkeiten dank 2,4 GHz, Bluetooth und USB-C vielfältig.

Razer Pro Type Ergo im Test – Tastatur (nicht nur) für ergonomisches Gaming

Was die Euphorie vielleicht etwas bremsen könnte, das ist der Preis. Denn mit 199,99 Euro ist die Razer Pro Type Ergo nicht unbedingt ein Schnäppchen. Für Gamer gibt es mit z. B. der Huntsman-Serie von Razer selbst geeignetere Alternativen für weniger Geld. Für den Office-Bereich gibt es z. B. mit der Logitech Ergo K860 auch günstigere Modelle, wenn auch ohne den Gaming-Kick. Für euch dürfte Razers Modell also vor allem einen Blick wert sein, wenn ihr die hochwertige Verarbeitung schätzt und eine Office-Tastatur mit gewisser Gaming-DNS sucht, die sich in beiden Bereichen verteidigen kann.

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