Angeschaut: Apple MacBook Pro mit PROLED XDR: OLED und Touch

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 OLED und Touch

Ich habe mir das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display in den vergangenen Tagen anschauen können - wobei dieses Mal die Begrifflichkeit Hands-on" treffender wäre. Die Prozessoren und die Leistung klammere ich hier bewusst aus. Da muss ich noch etwas mehr arbeiten und ich möchte nicht zu schnell Testberichte raushauen, ohne mich eingehend beschäftigen zu können. Mir geht es um die eigentliche Neuerung: den komplett überarbeiteten Bildschirm mit Tandem-OLED und Touchscreen.

PROLED XDR: Helligkeit und Tandem-OLED

Apple schmeißt bei den teuren Modellen das Mini-LED-Panel über Bord und setzt erstmals auf Tandem-OLED. Dabei liegen zwei organische Leuchtschichten übereinander. Das bringt ordentlich Leuchtkraft: Bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit bei HDR und SDR sowie 1.000 Nits durchgehend über das gesamte Panel. Weil die Pixel komplett abschalten, gibt es kein Blooming mehr um helle Elemente auf dunklem Grund.

Der Kontrast liegt auf dem Papier bei 10.000.000:1. Neben dem P3-Farbraum deckt das Panel nun auch Adobe RGB nativ ab. Weil die separate Hintergrundbeleuchtung wegfällt, speckte das Gehäuse ab: Das 14-Zoll-Modell (ca. 36 cm Diagonale) wiegt jetzt 1,38 kg. Die normalen LCD-Versionen mit M6-Chip bringen im direkten Vergleich mehr Gewicht auf die Waage. Auch der 16er ist mit 1,82 kg leichter - das spürt man wirklich beim Rumschlören. So viel dicke Technik und so wenig Gewicht.

Touch am Mac: Hardware und macOS 27

Touch am Mac bedeutet mehr als nur ein berührungsempfindliches Deckglas. Apple setzt auf ein On-Cell-Design, bei dem die Sensorschicht direkt im Display sitzt. Das Scharnier ist straffer abgestimmt, damit der Deckel beim Antippen nicht nachwippt. Tippt man während eines Videocalls aufs Panel, greift eine Software-Stabilisierung für die Kamera, damit das Bild ruhig bleibt. Dennoch: Es wippt etwas. Es bleibt nicht komplett starr. Ist halt ein Notebook-Panel, welches man noch aufklappen möchte, und nicht die Tür eines Atombunkers.

 OLED und Touch

Maus und Tastatur bleiben das Fundament. macOS 27 übersetzt Berührungen bei älteren Programmen schlicht in Mausklicks, Entwickler müssen ihre Apps also nicht sofort umkrempeln. Bedienelemente wie Schieberegler vergrößern sich kurz unter der Fingerkuppe. Das System nutzt dafür unsichtbare 36-Punkt-Touchflächen, angelehnt an die 44 Punkte unter iOS.

Dazu kommen Wischgesten: Drei Finger nach oben schieben Mission Control ins Bild, ein Wisch vom rechten Rand holt die Mitteilungszentrale. In Logic Pro lassen sich Software-Instrumente direkt auf dem Bildschirm einspielen, in Final Cut Pro schiebt man Clips per Finger durch die Timeline.

Das haptische Erlebnis: So fühlt sich Touch auf dem Mac an

 OLED und Touch
Wer befürchtet, dass sich die direkte Bildschirmeingabe beim MacBook wie ein unausgereifter Kompromiss anfühlt, wird positiv überrascht. Apple nutzt, wie oben erwähnt, eine sogenannte „On-Cell“-Technologie, bei der spezielle Touch-Silizium-Chips direkt in das Display-Panel integriert sind und einige herkömmliche Touch-Schichten überflüssig machen. Das reduziert den Abstand zwischen Finger und Pixeln, wodurch man das Gefühl hat, die digitalen Inhalte wie 3D-Objekte oder Schieberegler tatsächlich unmittelbar zu berühren.

Das Panel reagiert dabei schnell, sodass sich das Scrollen, Zoomen oder das Spielen von Software-Instrumenten absolut flüssig und mühelos anfühlt. Das ist hier bei mir aber so ein Ding. Ich sehe für mich persönlich das Problem zur Lösung nicht. Selbst bei Convertibles habe ich Touch  kaum berührt. In meinem produktiven Alltag bin ich nicht nur Trackpad-Nutzer, sondern eingefleischter Fan von Tastaturkürzeln, um lange Wege kurz zu halten. Armausstrecken gehört nicht zu meinen bevorzugten Moves. Es fühlt sich für mich nicht natürlich an, auch wenn Apple die Ausführung als solche toll realisiert.

 OLED und Touch

Klar, man muss Touch nicht nutzen. Es ist sogar deaktivierbar. Aber momentan zahlste da eben drauf. Wobei man sich dabei vor Augen halten muss, dass man quasi nicht nur für Touchh bezahlst, du hast mit dem Display quasi fast einen portablen Studio Display XDR an Bord.

Dadurch, dass man das Panel nicht ganz umklappen kann, fehlt da etwas Nutzungszweck vielleicht - und der Apple Pencil wird ja auch nicht unterstützt, das ist vielleicht ein Kritikpunkt für echte Kreative.

Für kurze, punktuelle Handgriffe, wie das Scrollen durch ein Dokument, durch Timelines, das schnelle Heranzoomen eines Bildes (Pinch-to-Zoom) oder das Drücken eines Aufnahme-Buttons in Apps ist das vielleicht ganz nett. Es ist eine Ergänzung, die man nutzen kann. Nicht muss.

Dynamic Island und schmalere Ränder

Beim Gehäuse hat Apple ebenfalls nachgebessert. Das schwarze Kinn am unteren Rand ist weg, die Ecken sind abgerundet. Der Grund dafür offenbart sich mir noch nicht. Statt der alten Notch sitzt oben nun die Dynamic Island. Darin parkt die 12-Megapixel-Kamera mit Center Stage samt Platz für Live-Aktivitäten, Spotlight und Siri, die sich auch per Wisch aufwecken lässt. Da müssen die ganzen App-Entwickler, die auf die Notch setzen, nun umdenken und ihre Apps anpassen, wie ich merkte.

Stärken und Schwächen

Was gefällt:

* Bis zu 2.000 Nits Peak und tiefes Schwarz ohne Lichthöfe
* Für Kreative: Native Abdeckung von Adobe RGB
* Gehäuse durch den Wegfall der Mini-LED-Beleuchtung leichter (1,38 kg beim 14-Zöller)
* Saubere Touch-Umsetzung mit On-Cell-Technik und dynamischen Touch-Zielen in macOS 27
* Ältere Apps funktionieren ohne Anpassung über simulierte Mausklicks

Was nicht so gefällt:

* Teurer Spaß: Für das PROLED XDR Display verlangt Apple rund 400 Euro Aufpreis gegenüber den Standardmodellen. Und bei den heutigen Hardwarepreisen ist eine Anschaffung eh schon teurer als bis vor einiger Zeit.
* Fettfinger-Garantie: Ohne Mikrofasertuch sieht das Panel nach einem Arbeitstag vielleicht unschön aus
* Gorilla-Arm: Dauerhaftes Tippen an einem aufrecht stehenden Laptop-Bildschirm geht auf Dauer in die Schultern

Und zum Rest, einmal kurz: sagenhaft. Wie immer bei den Pro-Modellen: Dick klingende Lautsprecher, tolle Akkulaufzeit, hervorragendes Trackpad und einfach ein gutes Feeling. Tolles Gesamtpaket dieses Pro. Aber diese Aussage trifft für mich schon seit einigen Jahren zu.

Außerhalb der Reihe: In den sozialen Medien wurde am meisten eine Sache diskutiert. Ich habe das mal visualisiert:

 OLED und Touch

Ja, der Apfel hinten leuchtet wieder. Durch nicht vorhandene Backlights ist das eine eigene Beleuchtungslösung, die mit der Helligkeit des Displays gekoppelt ist. Sieht man nicht, wenn man vor dem Display sitzt, finde ich als Design-Element aber nett. Mein Sohn fand es auch schick. Der konnte übrigens mit dem Touch-Display mehr anfangen als ich, da er bei manchen "Programmier"-Gedöns irgendwelche Blöcke von A nach B schiebt. Das fand er dann tatsächlich praktischer als die Mausbedienung. So können sich eben die Ansichten unterscheiden. Alles eine Sache dessen, was man macht. Kein Muss, aber eben eine Option, dieses Touch.

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