Razer bietet unterschiedliche Arten von Gaming-Mäusen an. Beispielsweise visiert man mit den leichten Viper-Modellen E-Sportler an. Da hatte der Hersteller ja erst vor einigen Monaten mit der Viper V4 Pro eine neue Generation präsentiert. Doch die Modellreihe Naga, welche sich eher an MMO- und MOBA-Spieler richtet, schlummert bereits seit Ende 2022 – damals erschien im November die Razer Naga V2 Pro. Kürzlich hat der Gaming-Spezialist dann ein Nachfolgemodell enthüllt. Ich konnte mir die Gaming-Maus schon vorab für euch im Test ansehen.
Zur Einordnung für euch: Ich habe die Razer Viper V4 Pro gerne zum Spielen genutzt, eigentlich entspricht die Naga V3 Pro aber eher meinem Anforderungsprofil. Ok, ich bin nicht der große Online-Gamer, spiele aber gerne RPGs und auch mal das ein oder andere Strategiespiel. Genau da bietet diese Maus dank ihres zusätzlichen, austauschbaren Tastenfelds an der Seite viele Möglichkeiten.
Technische Daten Razer Naga V3 Pro
| Format | Rechtshänder |
| Konnektivität | Razer HyperSpeed Wireless Bluetooth Kabelgebunden |
| Akkulaufzeit | Bis zu 155 Stunden (HyperSpeed Wireless) Bis zu 280 Stunden (Bluetooth) |
| RGB-Beleuchtung | Razer Chroma RGB (Logo, Mausrad, 12 Tasten Seitenteil) |
| Sensor | Razer Focus Pro 50K Optical Sensor Gen 3 |
| Max. Empfindlichkeit (DPI) | 50000 |
| Max. Geschwindigkeit (IPS) | 930 |
| Max. Beschleunigung (G) | 90 |
| Programmierbare Tasten | 23 / 17 / 13 |
| Switch-Typ | Razer Optical Mouse Switches Gen 4 |
| Switch-Lebensdauer | 100 Millionen Klicks |
| Integrierte Speicherprofile | 5 |
| Mausgleiter | 100 % PTFE |
| Kabel | USB-Kabel (Typ A auf Typ C) |
| Kippbares Mausrad | In 4 Richtungen neigbares Razer HyperScroll Tilt Wheel Gen 2 Taktiler Modus (24 / 48 Schritte) & Freilauf Modus Smart Reel Modus per Razer Synapse konfigurierbar |
| Größe | Länge: 119,5 mm Breite: 75,5 mm Höhe: 43,5 mm |
| Gewicht | 117 g (ohne Kabel & Dongle) 12 Tasten Seitenteil: 20 g 6 Tasten Seitenteil: 17 g 2 Tasten Seitenteil: 15 g |
| Kompatibilität | Razer HyperFlux V2 & Razer Mouse Dock Pro (separat erhältlich) |
| Abtastrate / Intervall | 1000 Hz |
Die Abtastrate der Razer Naga V3 Pro beträgt weiterhin ab Werk 1.000 Hz. Ihr könnt jedoch als optionales Zubehör den Dongle Razer HyperFlux V2 bzw. das Razer Mouse Dock Pro kaufen, um auf 8.000 Hz zu kommen. Solltet ihr es auf so eine hohe Abtastrate anlegen, die vor allem in Multiplayer-Games einen Sinn haben kann, empfehle ich aber ohnehin eher die Viper V4 Pro. Im Übrigen bietet die neue Naga drei Tasten mehr als das Vorgängermodell, ein verbessertes Scrollrad und einen höher auflösenden Sensor mit 50.000 statt 30.000 DPI.
Für mehr Kontrolle erweitert die Razer Naga V3 Pro das Design um zwei Schnellzugriffstasten neben der linken Maustaste zur schnellen DPI-Anpassung. Auch hat Razer die Ringfingertaste zurückgeholt, ihr aber die Möglichkeit zur Sperrung verpasst, um Fehlbetätigungen auszuschließen. Kostenpunkt des neuen Eingabegeräts? Das sind stolze 199,99 Euro.
Ausstattung und Verarbeitung der Razer Naga V3 Pro
Die Razer Naga V3 Pro wiegt mit 117 Gramm etwas weniger als das direkte Vorgängermodell mit 134 g. Ihr habt dabei die Wahl, ob ihr die Gaming-Maus über den beiliegenden Dongle mit 2,4 GHz mit eurem Rechner verbindet, Bluetooth nutzt oder kabelgebunden via USB-C rangeht. Letzteres dient auch zur Aufladung. Es besteht jedoch auch die Option, Wireless Charging über das HyperFlux V2 Wireless Charging System und Razer Mouse Dock Pro zu verwenden. Müsst ihr dann jedoch separat nachkaufen.
Im Lieferumfang der Razer Naga V3 Pro liegen drei austauschbare Seitenplatten bei. Die erste Plate stellt euch satte 12 Buttons zur Verfügung und ist z. B. für MMOs gedacht. Die zweite Variante reduziert auf sechs Tasten und könnte euch in MOBAs zur Seite stehen. Die eher konservative Version mit zwei Buttons ist etwa für Shooter oder den Office-Betrieb geeignet. Die Seitentasten sind jetzt Double-Shot-Keycaps, was für mehr Langlebigkeit sorgen soll.
Wie man es von Razer kennt, so läuft die Konfiguration über die App Synapse 4. In der Software legt ihr Makros an, passt die DPI-Einstellungen an, aktualisiert die Firmware und mehr. Bis zu fünf Speicherprofile mit euren individuellen Konfigurationen könnt ihr dann auf den Onboard-Speicher der Naga V3 Pro schubsen. Flexibilität gibt es aber nicht nur bei den Seitenplatten. Auch das Scrollrad offeriert euch unterschiedliche Modi.
Ihr könnt zwischen vier Modi wechseln: Free Spin mit freier Rotation, einem taktilen Modus mit 24 Stufen, einem Präzisionsmodus mit 48 Stunden sowie einem smarten Modus, der je nach Szenario automatisch zwischen dem Free-Spin- und dem Tactile-Modus umschaltet. Im Lieferumfang liegen im Übrigen neben der Naga V3 Pro selbst und den drei Seitenplatten auch noch ein passender USB-A-Dongle mit Adapter auf USB-C, ein USB-C-auf-USB-A-Ladekabel und eine Kurzanleitung bei.
Grundsätzlich wirkt die Maus recht schnörkellos und ist Razer-typisch ohne echte Makel verarbeitet. Die Chroma-Hintergrundbeleuchtung könnt ihr mit anderen Razer-Geräten synchronisieren – oder sie bei Bedarf auch komplett abschalten.
Praxistest der Razer Naga V3 Pro
Wer das Vorgängermodell kennt, wird feststellen, dass die Razer Naga V3 Pro sich sehr ähnlich anfühlt. Diese Gaming-Maus ist dabei ausschließlich für Rechtshänder gedacht. Was einige Anwender vermissen könnten: Bei der Naga V2 Pro konntet ihr das Scrollverhalten des Rades noch filigraner anpassen. Offenbar wurde das aber wenig genutzt bzw. hat viele Nutzer eher überfordert. Deswegen hat Razer sich auf die bereits erwähnten Modi beschränkt.
Grundsätzlich funktioniert das auch gut, aber der freie Modus ist etwas überempfindlich, was der Hersteller vielleicht ja noch per Update nachbessert. Ich hatte jedenfalls ab und an das Problem, dass ich das Rad nur kurz versehentlich gestreift habe, mich aber dann beim eifrigen Scrollen wiederfand. Die Lift-Off-Erfassung klappt präzise, da hatte ich ja etwa in meinen letzten Maus-Tests z. B. mit der Glorious D3 Wireless auch schon Gegenteiliges erlebt.
Als Akkulaufzeit nennt Razer im Übrigen bis zu 155 Stunden mit 2,4 GHz, was man aber meiner Erfahrung nach auch übertreffen kann, wenn man die RGB-Beleuchtung ignoriert und mit moderaten DPI-Werten unterwegs ist. Das kommt also stark darauf an, was ihr mit dem Nager bzw. der Naga so anstellt. Die Seitenteile halten dabei im Übrigen magnetisch, sind also jederzeit blitzschnell gewechselt. Ihr braucht euch dabei keine Sorgen über den Halt machen: Da wackelt im laufenden Betrieb nichts. Vielmehr fühlen sich die Seitenplatten so an, als seien sie fester Teil des Eingabegeräts.
Die neuen Switches gefallen mir persönlich gut, aber die kannte ich ja auch schon von der Viper V4 Pro. Sie sind relativ laut, lösen dafür aber schnell und präzise aus. Die Razer Naga V3 Pro ist dabei allerdings ein ganz schöner Brocken, nicht nur was das Gewicht, sondern auch die Maße betrifft. Anwender mit kleineren Händen könnten daher so ihre Probleme haben.
Dazu muss ich sagen, dass die Seitenplatte mit 12 Buttons von Hardcore-MMO-Spielern zwar sicherlich als hilfreich empfunden wird, es aber im Alltag eher schwierig ist, ohne einen Blick nur per Tasten exakt zwischen den eng nebeneinander liegenden Feldern zu differenzieren. Das ist bei der Variante mit „nur“ 6 Zusatztasten etwas einfacher, weswegen ich diese für viele Spieler als besten Mittelweg einstufe. Ich habe aber auch ziemliche Wurstfinger, vielleicht seid ihr da filigraner unterwegs.
In Strategiespielen wie „Civilization VI“, „Age of Empires II“ oder „XCOM: Chimera Squad“ sind die zusätzlichen Tasten dabei genau so eine Hilfe wie in MOBAs oder MMOs. Man kann sich hier mit passenden Makros auf jeden Fall einige Schritte im Alltag vereinfachen. Dabei ist die Maus am besten mit dem Palm-Grip zu benutzen. Das passte für mich persönlich ergonomisch durchaus gut.
Mein Fazit
Die Razer Naga V3 Pro lässt sich sowohl als Allrounder als auch als extrem vielseitige Gaming-Maus nutzen. Für E-Sportler bleibt aus dem Hause die leichtere, empfindlichere und ab Werk direkt mit höherer Abtastrate nutzbare Viper V4 Pro die bessere Wahl. Doch wer gerne Strategie- und Rollenspiele bzw. MOBAs und MMORPGs zockt, der erhält dank der austauschbaren Seitenplatten der Naga deutlich mehr Möglichkeiten.
Nachteile gibt es auch, denn die Switches der Razer Naga V3 Pro sind identisch zur Viper V4 Pro und damit zwar präzise und reaktionsschnell, aber auch verhältnismäßig laut. Dass man für 8K-Support zusätzliche Dongles/Docks nachkaufen muss, lässt sicherlich auch so manchen Leser eine Augenbraue hochziehen. Zumal diese Gaming-Maus mit 199,99 Euro im oberen Preissegment unterwegs ist.
Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Personalisierungschancen, etwa auch im Hinblick auf das Scrollrad, ist die Razer Naga V3 Pro allerdings eine richtig starke Gaming-Maus, die Funktionen bietet, die ihr bei kaum einem Mitbewerber findet. Wer also MMOs und Co. zockt und seine Tastatur etwas entlasten will: Hier kommt die passende Maus für euch.
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