Putin intensiviert Angriffe auf Ukraine – Dutzende Tote

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Der russische Machthaber Wladimir Putin lässt die Angriffe auf die Ukraine intensivieren. Dabei sind nicht nur die Energieanlagen im Visier, sondern immer öfter auch Zivilisten. Die Folgen sind verheerend. Am Donnerstag meldete die Regierung in Kyjiw Dutzende Tote. Mindestens 33 Menschen starben offiziellen Angaben zufolge dabei allein am Vormittag bei Drohnenangriffen auf Linienbusse in Kramatorsk im Osten des Landes.

Am Morgen waren bereits die Opferzahlen nach einem der bisher schwersten Luftangriffe des Krieges am Mittwoch nach oben korrigiert worden. Demnach starben insgesamt mindestens 32 Menschen, rund 100 weitere Personen wurden verletzt.

Besonders hart getroffen worden war die Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Mehr als 20 Bewohner kamen ums Leben. Auch in Kyjiw gab es nach einem Treffer auf ein mehrstöckiges Wohnhaus mehrere Tote.

Die Russen greifen gezielt Zivilisten an.

Wadym Filaschkin, Leiter der regionalen Militärverwaltung von Donezk

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der „niederträchtigsten Angriffe“. Er wies darauf hin, dass die Angriffe mit dem Geburtstag Putins zusammenfielen. „Das ist die Art von Geburtstagsgeschenk, die Putin sich selbst gemacht hat: die Tötung von Kindern, die Tötung von Menschen“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

Am Donnerstagvormittag dann die nächste Horrornachricht. Die Kremltruppen attackierten zwei Linienbusse in Kramatorsk mit Drohnen. Dabei seien mindestens 30 Menschen getötet worden, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Weitere 18 Menschen seien nach bisherigen Erkenntnissen verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos, auf denen leblose Körper und Trümmer vor einem brennenden Bus-Wrack zu sehen sind.

Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk im Osten des Landes. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.

In Kramatorsk und Slowjansk wurde daraufhin der öffentliche Nahverkehr vollständig eingestellt. Eine entsprechende Anordnung habe er den städtischen Militärverwaltungen erteilt, teilte Filaschkin mit. „Die Russen greifen gezielt Zivilisten an. Für sie ist ein Bus mit Passagieren gerade deshalb ein attraktives Ziel, weil sie mit einem Schlag möglichst viele Menschen töten können.“

In der Hauptstadt Kyjiw und in einigen Landkreisen wurde der Strom notfallmäßig abgeschaltet, teilte Vizeenergieminister Artem Nekrassow auf Telegram mit. Der russische Beschuss habe Anlagen beschädigt, es gebe Spannungsabfälle im Hochspannungsnetz. Für die Millionenstadt bedeutete dies, dass in einigen Teilen auch die Pumpen der Wasserversorgung ausfielen. Auch in den frontnahen Gebieten Sumy, Charkiw, Donezk und Saporischschja brach nach russischen Angriffen die Stromversorgung zusammen.

Der Kreml lehnt ein vorübergehendes Einfrieren des Krieges in der Ukraine als Lösung ab. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, dass weder eine zeitweilige Einstellung der Kampfhandlungen noch ein Einfrieren des Konflikts zu einer dauerhaften Regelung beitragen würden. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass.

„Jede Unterbrechung ist vorübergehend, auch ein Einfrieren würde nicht helfen“, sagte Peskow. Für eine Beilegung des Krieges sei ein umfassender Ansatz erforderlich. Einzelne Maßnahmen könnten nach Ansicht Moskaus keine langfristige Lösung gewährleisten. Welche konkreten Schritte Russland für eine solche umfassende Regelung für notwendig hält, erläuterte der Kremlsprecher nicht.

Auch US-Außenminister Marco Rubio sieht derzeit keine realistischen Chancen für ein Ende des russischen Angriffskriegs. In einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“ bezeichnete er die Situation als „strategische Sackgasse“, aus der es entweder durch eine diplomatische Einigung oder durch eine weitere militärische Eskalation einen Ausweg gebe.

Das größte Hindernis für Verhandlungen seien laut Rubio die territorialen Forderungen Moskaus. Russland bestehe auf der vollständigen Kontrolle über den Donbass, während die Ukraine diese Bedingung entschieden ablehne. Washington sei weiterhin bereit, eine diplomatische Lösung zu unterstützen. Bisherige Vermittlungsversuche hätten jedoch keine Ergebnisse gebracht. (mit Agenturen)

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