Prusa spendiert XL und CORE One ein Sommer-Update: Mehr Tempo, weniger Kalibrierkram

2 months ago 26

Prusa hat sich für den Sommer 2026 ein ordentliches Hardware-Update für die eigene Druckerflotte ausgedacht. Mit dem XL+, dem CORE One+ (Gen 2) und dem CORE One L+ kommen überarbeitete Fassungen der bekannten Modelle auf den Markt. Wie man es von Prusa gewohnt ist, wirft man dabei keine Kunden ins kalte Wasser: Statt die alte Hardware einfach zum alten Eisen zu erklären, gibt es wieder Upgrade-Kits, mit denen sich bestehende Drucker auf den neuen Stand bringen lassen. Wer jetzt eine völlig neue Gerätegeneration erwartet, wird aber enttäuscht – die Änderungen zielen eher auf den Alltag am Drucker ab. Das Ziel sind kürzere Vorbereitungszeiten, saubere erste Schichten und weniger Fingerarbeit bei der Kalibrierung.

Zwei Neuerungen ziehen sich durch die komplette genannte Produktpalette: Einerseits bekommen jetzt alle Modelle serienmäßig einen mechanischen Düsenabstreifer (Nozzle Wiper), der Filamentreste vor dem eigentlichen Druckstart entfernt und damit für sauberere erste Schichten sorgt. Andererseits kommen nun überall die neuen GT1.5-Zahnriemen zum Einsatz, die feine, sich wiederholende Muster auf glatten Oberflächen sichtbar reduzieren sollen.

Den kleinen Nozzle Wiper kennt man in der 3D-Druck-Gemeinde bereits

Beim XL+ gibt es zusätzlich ein komplett neues 360-Grad-Kühlsystem. Der Luftstrom wird damit wohl gleichmäßiger um die Düse geführt, was sich vor allem bei Überhängen, Brücken und feinen Details bemerkbar machen soll. Richtig Zeit spart aber der neue Tool Offset Sensor: Statt der bisherigen, eher zähen Kalibrierung mit einem abnehmbaren Stift misst jetzt ein fest verbauter Wirbelstromsensor die Ausrichtung der Werkzeugköpfe – laut Prusa dann sogar bis zu zwanzigmal schneller als bisher.

High-Flow-Düsen gehören nun ebenfalls zur Grundausstattung. Das geschlossene Gehäuse wurde besser abgedichtet, sodass die passive Innentemperatur durch die Abwärme des Druckers auf etwa 50 °C steigen kann. Ausgelegt ist der Drucker bereits auf bis zu 60 °C, ein passender aktiver Gehäuseheizer ist aber noch in Arbeit.

Core One Plus (Gen 2)

Auch die geschlossenen CoreXY-Modelle bekommen ihr Update. Der große CORE One L+ übernimmt die neuen Riemen und den Düsenabstreifer. Deutlicher spürbar dürften die Änderungen beim kompakteren CORE One+ (Gen 2) ausfallen: Hier wurde die Aufhängung des Heizbetts neu konstruiert, wodurch bei Materialien wie PLA oder PETG mit maximal 85 °C Betttemperatur die sonst übliche Wartezeit beim Aufheizen komplett wegfällt. Der Drucker startet also merklich zügiger mit der ersten Schicht. Außerdem übernimmt die Gen 2 nun das werkzeuglos abnehmbare obere Panel des L-Modells samt der robusteren automatischen Gehäuseentlüftung – macht die Wartung einfacher.

Das neue High-Temperature-Hotend

Preislich ändert sich nichts, die neuen Modelle kosten weiterhin so viel wie ihre Vorgänger. Wer eine Bestellung eines älteren Modells offen hat, wird aber automatisch und ohne Aufpreis auf die neue Plus-Variante umgestellt. Fertig montierte CORE One+ (Gen 2) und CORE One L+ werden ab sofort ausgeliefert, montierte XL+ sollen im Laufe des Augusts folgen. Wer lieber sein bestehendes Gerät aufrüsten möchte, muss sich noch etwas gedulden: Die Upgrade-Kits und Einzelteile kommen schrittweise zwischen Ende August und Anfang September in den Shop.

Für die nähere Zukunft hat Prusa dann aber noch weiteres in der Pipeline. So steht INDX, das automatische Werkzeugwechselsystem für die CORE-Serie, kurz vor der ersten Auslieferung und soll auch voll mit der Gen 2 des CORE One+ kompatibel sein. Wer bereits ein Bondtech INDX Conversion Kit bestellt hat, bekommt das nötige Hardware-Upgrade für die zweite Generation kostenlos nachgeliefert. Geplant ist außerdem ein System zur automatischen Filamentkalibrierung, das vor jedem Druck per Wiegezelle die Flow-Eigenschaften des geladenen Filaments misst und die Parameter passend anpasst.

In wenigen Wochen soll zudem eine erste Alpha-Version von PrusaSlicer 3.0 erscheinen. Für die CORE-One-Serie ist im September ein spezielles Hotend für Hochtemperatur-Materialien geplant, dessen Release verschoben wurde, um die Zuverlässigkeit mit Filamenten von Drittherstellern gründlich zu testen. Und als Nachfolger von PrusaLink arbeitet man an Prusa Connect Local, einem komplett lokalen, offenen System zur Netzwerksteuerung ohne Cloud-Zwang – ein Early-Access-Programm für technisch versierte Nutzer soll angeblich bald starten.

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