Orion Browser 1.0 für macOS veröffentlicht: WebKit statt Chromium

1 month ago 3


Nach sechs Jahren Entwicklung ist es so weit: Orion für macOS erreicht Version 1.0 und verlässt damit offiziell den Beta-Status. Das Projekt gesellt sich nun als fertiges Produkt zu den bereits vorhandenen Apps für iOS und iPadOS. Der Browser erweitert damit das Kagi-Ökosystem, das sich voll auf den Nutzer und dessen Privatsphäre konzentrieren will.

Man darf sich durchaus fragen, warum die Welt neben Chrome, Safari und Firefox noch einen weiteren Browser benötigt. Die Macher sehen das Problem darin, dass modernes Surfen oft nur noch dazu dient, Nutzerdaten für Werbung abzugreifen. Orion geht hier bewusst einen anderen Weg: Null Telemetrie. Der Browser sammelt keine Nutzungsdaten und hat keine Werbe-Tracker integriert. Da das Projekt nicht durch Anzeigen finanziert wird, besteht laut den Entwicklern auch kein Anreiz, dem Nutzer im Netz hinterherzuspionieren oder Profile zu erstellen.

Technisch setzt man ein Ausrufezeichen, indem man nicht wie fast alle anderen Wettbewerber auf den Chromium-Zug aufspringt. Orion nutzt WebKit, den Motor, der auch Safari antreibt. Das sorgt für eine hohe Performance und gute Optimierung auf dem Mac. Wer Safari gewohnt ist, wird sich schnell zurechtfinden, bekommt aber unter der Haube deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten und einen anderen Umgang mit Erweiterungen.

Screenshot

Beim derzeitigen Hype-Thema KI sind die Macher vorsichtig. Während Kagi als Suchmaschine durchaus KI-Funktionen bietet, bleibt der Browser-Kern davon bewusst frei. Man sieht ein Sicherheitsrisiko darin, KI-Agenten tief ins System zu integrieren, die potenziell alles mitlesen könnten. Orion soll ein sicheres Tor zum Netz bleiben; KI-Tools lassen sich bei Bedarf anbinden, sind aber nicht fest verdrahtet.

Funktional bringt die Version 1.0 einiges mit, was Power-User freuen dürfte. Es gibt einen Fokus-Modus, der Webseiten entschlackt und wie Web-Apps wirken lässt, sowie eine Link-Vorschau, um Inhalte kurz anzureißen, ohne gleich einen Tab öffnen zu müssen. Profile lassen sich strikt trennen, um Arbeit und Privates auseinanderzuhalten. Das Ganze wird von einem sehr kleinen Team aus nur sechs Entwicklern gestemmt und ist komplett selbstfinanziert. Ich hatte das damals mal ausprobiert, als das Teil in der Beta war, interessant war, dass man eben auch Firefox- und Chrome-Erweiterungen nutzen konnte, lief bei den von mir genutzten aber wie ein Sack Schrauben. Übrigens: Orion gibts für den Mac, das iPad und iOS. Linux ist als Alpha am Start, für Windows ist der Browser in Entwicklung.

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