KI-Modelle von OpenAI und Google fanden die kritische Sicherheitslücke in PHP, die potenziell Millionen von Webseiten weltweit betrifft.
OpenAIs Modell GPT-5.6 Sol spürte die Schwachstelle im Rahmen der Patch-the-Planet-Initiative auf. OpenAI bezeichnet den Fund als eines der folgenreichsten Sicherheitsprobleme der jüngeren Zeit. Die KI fand die Lücken nach Einschätzung von OpenAI vor den Angreifern, was den Entwicklern und Sicherheitsanbietern ein Zeitfenster für Gegenmaßnahmen verschaffte. Auf GitHub stellt OpenAI ein Tool bereit, mit dem Betreiber prüfen können, ob ihre PHP-Version betroffen ist.
Auch die Sicherheitsfirma Wiz entdeckte die Lücken unabhängig davon, unter Einsatz von Wiz Atlas, Googles Gemini 4 Argon und ebenfalls GPT-5.6 Sol. Laut Wiz leistete Gemini 4 Argon einen besonders wertvollen Beitrag bei der Suche nach der Schwachstelle, der Entwicklung von Exploits, der Angriffserkennung und der Überprüfung des Patches.
KI senkt die Hürde für Angreifer
Ein Angriff, der gegen eine bestimmte PHP-Installation funktioniert, musste bisher aufwendig an andere Versionen und Konfigurationen angepasst werden, erklärt Wiz. Laut der Firma fällt diese Hürde mit KI weg, da große Sprachmodelle Exploits automatisch an verschiedene PHP-Versionen, Konfigurationen und Speicherlayouts anpassen können. "Das senkt die Hürde für skalierbare Angriffe auf verschiedene Installationen erheblich", schreibt Wiz. Dadurch würden bisher unmögliche Angriffe möglich.
Es ist ein weiteres Kapitel in der seit Monaten andauernden Debatte um die offensiven und defensiven Cybersecurity-Fähigkeiten von KI‑Modellen. Gemeinsam mit PHP-Entwicklern, Wiz, Cloudflare und US-Behörden wie CISA und dem Weißen Haus wurde die Behebung über zwei Monate hinweg in fünf Phasen koordiniert: von der Bestätigung und dem Patch über die Vorbereitung betroffener Organisationen und die Einbindung von Regierungsbehörden bis hin zur Veröffentlichung von Updates und Anleitungen. OpenAI schlägt dieses Vorgehen als wiederholbares Rahmenwerk für künftige KI-gestützte Sicherheitsfunde vor.
OpenAI erwartet weitere ähnliche Funde in der Größenordnung der PHP2Shell-Lücke in den kommenden Monaten. Die Firma warnt: Dieselben KI-Fähigkeiten, die Schwachstellen finden, können auch Angreifern helfen.
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