OpenAI würde Chrome übernehmen

8 months ago 10

Im aktuellen Kartellverfahren gegen Google hat OpenAI sein Interesse am Chrome-Browser bekundet. Nick Turley, Produktchef von ChatGPT, erklärte vor dem Washingtoner Gericht, dass OpenAI ernsthaft an einer Übernahme interessiert wäre, sollte Google den Browser aufgrund kartellrechtlicher Auflagen verkaufen müssen. Turley wurde vom Justizministerium als Zeuge im Rahmen eines dreiwöchigen Prozesses geladen, der klären soll, welche Änderungen Google an seinem Geschäft vornehmen muss, nachdem ein Bundesrichter im vergangenen Jahr festgestellt hatte, dass das Unternehmen den Suchmaschinenmarkt monopolisiert.

Interessant ist dabei vor allem der Hintergrund: OpenAI hatte bereits versucht, Googles Suchtechnologie für ChatGPT zu lizenzieren. Google lehnte dies jedoch im August mit der Begründung ab, zu viele Wettbewerber seien involviert. ChatGPT nutzt derzeit die Technologie von Microsofts Suchmaschine Bing, scheint damit aber nicht vollends zufrieden zu sein.

Die Suche sei ein entscheidender Bestandteil von ChatGPT, um aktuelle und sachliche Antworten auf Nutzeranfragen zu liefern, sagte Turley. ChatGPT werde noch Jahre davon entfernt sein, 80 % der Anfragen mit seiner eigenen Suchtechnologie beantworten zu können, fügte er hinzu. Die vom US-Justizministerium vorgeschlagene Öffnung von Googles Suchdaten könnte die Entwicklung von ChatGPT deutlich beschleunigen. Er betonte allerdings dabei, dass OpenAI nicht der einzige interessierte Käufer sei.

Der Kartellprozess offenbarte auch weitere Details. So hatte Google offenbar exklusive Vereinbarungen mit Samsung und anderen Herstellern im Visier, die nicht nur die Suchmaschine, sondern auch die Gemini-KI und Chrome betreffen sollten. Allerdings hat Google in jüngster Zeit seine Exklusivverträge mit Samsung, Motorola, AT&T und Verizon gelockert.

Google selbst plant, gegen das Urteil des Richters Amit Mehta in Berufung zu gehen, der dem Unternehmen bereits ein Suchmonopol bescheinigt hatte. Der Konzern betont, dass der Fall nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun habe und verweist auf starke Konkurrenz durch Meta und Microsoft. Mal schauen, was da passiert – sollte sich Google von Chrome trennen müssen, so ist das sicherlich historisch. Die Aussagen von OpenAI, bzw. Turley sollte man hingegen nicht überbewerten, ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Frage nach einer Übernahme eher rhetorischer Natur war.

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