OpenAI wirbt mit ChatGPT als Gesundheitshelfer

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Trotz Datenschutzbedenken vertraut jeder Zweite Chatbots bei Gesundheitsfragen, ergab jüngst eine Studie in Deutschland. Unter dem Motto: „Steuern Sie Ihre Gesundheit mit Zuversicht“ zeigt OpenAI nun in einem Werbevideo Anwendungsfälle verschiedener Nutzer. Ob es um die Aufschlüsselung medizinischer Informationen, Vor- oder Nachbereitung eines Arzttermins, das Leben mit (chronischen) Krankheiten, eine kurzfristige Sporteinheit für zwischendurch oder längerfristige Unterstützung während einer Krebstherapie für den betroffenen Patienten oder sein Umfeld geht – der Chatbot soll die Nutzer in ihrer Gesundheit und dem Management des allgemeinen Wohlbefindens unterstützen.

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Eine zentrale Rolle spielt dabei die im Video aufgeworfene Frage: „Was kann ich ganz einfach tun, um mich besser zu fühlen?“ Die Antwort liefern die Protagonisten, indem sie ChatGPT wie selbstverständlich mit ihren Gesundheitsthemen bedienen.

Der Arzt würde Medikamente verschreiben, sagt einer der männlichen Protagonisten, aber er selbst könne „noch so viel mehr tun“ um seine Behandlung zu unterstützen und greift sogleich zum Smartphone, um per Foto den Kaloriengehalt sowie den Entzündungswert für die Mahlzeit im Restaurant durch ChatGPT berechnen zu lassen.

So stellt sich OpenAI die Welt nach Dr. Google vor: Eine Mutter sucht Balance zwischen Familie und Selbstfürsorge. Der Chatbot erstellt ein kurzes Workout und begleitet sie beim Spaziergang: „Alles, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.“ Eine andere lässt Kleidung auf schädliche Stoffe prüfen und sagt: „Zu wissen, dass ich meine Fürsorge selbst in der Hand habe, gibt mir Selbstvertrauen.“ Ein Nutzer analysiert mit dem Chatbot Gesundheitsdaten, versteht Befunde besser und plant Arzttermine gezielter. Eine Familie bereitet mit seiner Hilfe Gespräche zur Krebserkrankung ihres Kindes vor – um die Zeit mit Ärztinnen und Ärzten effektiv zu nutzen.

Tatsächlich hat es in den vergangenen Monaten wiederholt Kritik an OpenAI und ChatGPT gegeben. Aktuell läuft unter anderem eine Klage von Eltern, die OpenAI eine Mitschuld am Suizid ihres 16-jährigen Sohnes geben.

Dass ChatGPT negative Folgen auf die (psychische) Gesundheit von Nutzern haben kann, führte in den letzten Monaten zu einer Reihe von Änderungen in OpenAI’s Modellen. Bei sensiblen Themen wechselte ChatGPT automatisch per Routing zu einem Modell mit schärferen Sicherheitsfunktionen, wobei die Sicherheitsfilter mehrfach angepasst werden mussten, bis ChatGPT nun fast immer wie von OpenAI gewünscht reagiert.

Bekannt ist, dass Chatbots in der Vergangenheit Nutzern fragwürdige Gesundheitstipps gaben. So vertraute ein Mann dem Ernährungstipp von ChatGPT und landete wegen einer Bromidvergiftung mit einer Psychose im Krankenhaus. Andere Nutzer wurden allein durch ihre Gespräche mit dem Chatbot in ihren wahnhaften Ideen bestärkt. Schon einfache Tippfehler können zu falschen Ratschlägen durch Chatbots führen.

(mack)

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