OpenAI startet "ChatGPT Work" und gibt GPT-5.6 für alle frei

1 month ago 11

Mit ChatGPT Work will OpenAI seinen Chatbot vom Fragenbeantworten zum eigenständigen Arbeiten bringen. Das neue Produkt kombiniert Codex-Technologie mit Drittanbieter-Integrationen und wird vom frisch freigegebenen GPT-5.6 angetrieben.

Etwa zwei Wochen nachdem die Trump-Administration den Zugang zu GPT-5.6 auf ausgewählte Organisationen beschränkt hatte, hat OpenAI nun die Freigabe für den öffentlichen Rollout erhalten. Gleichzeitig stellt das Unternehmen ein neues Produkt vor: ChatGPT Work für Mobile, Web und Desktop.

ChatGPT Work ist laut OpenAI ein Agent innerhalb von ChatGPT, der über Apps und Dateien hinweg agieren, stundenlang an komplexen Projekten arbeiten und aus einem Ziel fertige Arbeitsergebnisse, also etwa eine Excel- oder ein Word-Dokument, produzieren kann.

Das Produkt basiert auf der Codex-Technologie, die bisher vor allem Entwicklern vorbehalten war. Die neue App ist wahrscheinlich ein Schritt oder der Schritt, ChatGPT und Codex zu einer Art "Super App" zusammenzuführen.

Plugins kehren zurück, diesmal mit stärkeren Modellen

Ein zentrales Element von ChatGPT Work ist ein neues "Unified Plugins Directory", das Drittanbieter-Integrationen an einem Ort bündelt. Zum Start sind unter anderem Google Drive, SharePoint, Slack, Microsoft Teams, Gmail, Outlook, Salesforce, Adobe, Zoom, LinkedIn, GitHub, Canva und Dropbox verfügbar. Nutzer können Plugins über eine "@"-Erwähnung gezielt ansprechen oder ChatGPT automatisch entscheiden lassen, welche Datenquelle relevant ist.

Das erinnert an OpenAIs gescheiterten Plugin-Ansatz von 2023. OpenAI-Mitgründer Greg Brockman räumte kürzlich ein, dass die damaligen Plugins "überhaupt nicht geklappt" hätten, "weil die Modelle damals nicht ansatzweise gut genug waren". Mit GPT-5.6 als Antrieb soll es dieses Mal anders laufen.

ChatGPT Work kann laut OpenAI ganze Workflows mit einer einzigen Anfrage abarbeiten: etwa Kundenforschung in einen Kampagnen-Brief verwandeln, daraus Marketing-Assets erstellen und diese für verschiedene Märkte anpassen, wobei der Kontext über jeden Schritt hinweg erhalten bleibt.

Was tatsächlich neu ist, bleibt auf den ersten Blick unklar. Viele der vorgestellten Funktionen wie Scheduled Tasks, Plugins oder Computer Use gibt es allerdings bereits in ChatGPT oder Codex. Ähnlich wie bei Anthropics Manöver von Claude Code zu Cowork geht es wohl in erster Linie um ein Rebranding des agentischen Coding-Produkts Codex für die Wissensarbeit mit lokalem Dateizugriff, sofern die Desktop-App genutzt wird.

Beim Thema Sicherheit betont OpenAI eine "Auto-Review"-Funktion: Fortgeschrittene Modelle prüfen wichtige Aktionen, bevor sie ausgeführt werden. Im adversarialen Red-Teaming habe Auto-Review laut OpenAI 100 Prozent der Versuche blockiert, geschützte Daten zu extrahieren.

Gestaffelter Rollout, nutzungsbasierte Abrechnung

Auf Web und Mobilgeräten erhalten zunächst Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzer Zugang zu ChatGPT Work. Plus- und Business-Kunden sollen laut OpenAI "in den nächsten Tagen" folgen. Über die ChatGPT-Desktop-App für Mac und Windows ist das Produkt hingegen sofort für alle Pläne verfügbar, einschließlich des kostenlosen Tarifs.

Die Nutzung unterscheidet sich vom normalen Chat: ChatGPT Work folgt laut OpenAI derselben Nutzungsstruktur wie Codex und teilt sich mit Codex, ChatGPT for Excel und Workspace Agents denselben agentischen Verbrauchspool. Wie viel eine Aufgabe verbraucht, hängt von Größe, Komplexität und gewähltem Modell ab.

Die Codex-Preisseite listet enthaltenes Kontingent und Zusatz-Credits auf, wobei OpenAI darauf hinweist, dass die dortigen Beispiele auf Coding-Aufgaben basieren und der Verbrauch bei Work-Aufgaben abweichen kann. Ist das Kontingent aufgebraucht, können einige Plus- und Pro-Nutzer zusätzliche Credits kaufen, andere müssen upgraden oder auf die Zurücksetzung warten. Enterprise- und Edu-Admins können über Spend Controls Limits auf Workspace-, Gruppen- und Einzelnutzerebene steuern.

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