OpenAI-KI schlägt einige der besten Wettkampfprogrammierer der Welt bei internationalem Coding-Wettbewerb deutlich

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Bei den AtCoder World Tour Finals 2026 hat ein System von OpenAI in einem Ausstellungsmatch alle menschlichen Teilnehmer deutlich hinter sich gelassen und alle fünf Aufgaben der Algorithm-Division gelöst, darunter zwei, die Beobachter als besonders schwer einordneten.

Der jährlich ausgetragene Wettbewerb lädt die weltbesten Wettkampfprogrammierer nach Japan ein. Als Teil des von OpenAI gesponserten Events fand ein Ausstellungsmatch "Human vs. AI" statt, bei dem ein KI-Agent von OpenAI gegen die menschlichen Finalisten antrat. Für Teilnehmer, die die KI schlagen und zugleich den ersten Platz erreichen, war ein "Humanity Prevails Award" von zusätzlich 600.000 Yen ausgelobt.

Die Aufgaben galten als ungewöhnlich anspruchsvoll. Der Wettkampfprogrammierer Psyho (FakePsyho) erklärte auf X, dass die AtCoder-Onsites im Algorithm-Track für Aufgaben bekannt seien, die "extrem denklastig und in der Umsetzung vergleichsweise einfach" sind. Dieser Wettbewerb habe zwei Aufgaben enthalten, die selbst nach AtCoder-Maßstäben ungewöhnlich schwer gewesen seien, die Probleme D und E.

Zwei Aufgaben widersetzten sich der KI stundenlang

Anders als bei früheren Läufen ging es nicht durchgehend glatt. Psyho dokumentierte den Verlauf auf X. Nach zwei Stunden waren die Aufgaben D und E trotz mehrerer Versuche ungelöst, und kein menschlicher Teilnehmer hatte mehr als eine Aufgabe geschafft. Erst nach rund drei Stunden löste OpenAI die Aufgabe D. Die KI sei damit nicht mehr in dem Zustand, "in dem sie entweder schnell eine korrekte Lösung findet oder völlig hilflos ist", so Psyho. Am Ende waren dennoch alle fünf Aufgaben gelöst und OpenAIs System mit einem mehr als deutlichen Abstand auf Platz 1.

Borys Minaiev, ICPC-Weltmeister und bei OpenAI an Reasoning-Modellen beteiligt, kommentierte im Livestream der Algorithm-Division, das Ergebnis sei "eigentlich ziemlich unerwartet". Er habe erwartet, dass das System alles löse, doch die Aufgaben D und E seien "deutlich schwerer als jede AtCoder-Aufgabe, die wir zuvor gesehen haben". In Tests auf früheren Wettbewerben habe das System alles meist unter einer Stunde gelöst, ähnlich wie diesmal die Aufgaben A, B und C.

Zum Aufbau sagte Minaiev, es gebe "ein Modell im Inneren und ein bisschen Harness", um die Rechenzeit zur Testzeit zu erweitern und das Modell selbst sei vergleichbar mit GPT-5.6, das diesen Donnerstag veröffentlicht wird. Das System habe keinen Internetzugang. Vor einem halben Jahr, so Minaiev, hätte man die meisten dieser Aufgaben noch nicht lösen können.

Kurz nachdem er den Stream verließ, löste OpenAIs System auch die letzte Aufgabe E.

5 : 3 für KI

Vor rund einem Jahr hatte eine OpenAI-KI beim AtCoder Heuristics World Finals 2025 den zweiten Platz erreicht. Das Modell lief damals zehn Stunden vollständig autonom unter denselben Bedingungen wie die menschlichen Finalisten, verlor nach einem starken Start zwischenzeitlich die Führung und wurde schließlich von FakePsyho überholt. Es war laut OpenAI die erste bekannte Top-3-Platzierung eines KI-Modells bei einem führenden Programmier- und Mathematikwettbewerb.

Dieses Mal ist OpenAIs Modell mit 8300 Punkten und fünf gelösten Aufgaben auf Platz 1, auf Platz 2 folgt Teilnehmer tour1st mit 4300 Punkten. Kein menschlicher Teilnehmer löste die Aufgaben C und E.

OpenAI setzt sich mit großem Abstand auf Platz 1. Bild: X / Psyho

Ein weiterer Schritt einer schnellen Aufholjagd

Das Ergebnis reiht sich in eine bereits erkennbare Serie einreiht. Bei der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) 2025 erreichte ein System von OpenAI ein Ergebnis auf Goldmedaillen-Niveau. Laut OpenAI-Forscherin Sheryl Hsu belegte das System Rang sechs und lag damit vor allen bis auf fünf der 330 menschlichen Teilnehmer. Bemerkenswert ist der Sprung binnen eines Jahres: 2024 hatte OpenAIs System eine Bronzemedaille knapp verpasst und lag im 49. Perzentil, ein Jahr später kletterte es ins 98. Perzentil. Beim ICPC-Weltfinale 2025 löste OpenAIs System dann alle zwölf Aufgaben und hätte damit den ersten Platz belegt, während Googles Gemini 2.5 Deep Think Goldniveau erreichte.

Bei allen diesen Läufen betont OpenAI, dass die Systeme nicht speziell für den jeweiligen Wettbewerb trainiert wurden. Beim ICPC handelte es sich etwa um ein Ensemble aus allgemeinen Reasoning-Modellen, wobei GPT-5 elf der zwölf Aufgaben löste und ein experimentelles Modell die schwerste und letzte Aufgabe nach neun Einreichungen knackte - etwas, das kein menschliches Team schaffte.

Das nächste Ziel des Unternehmens dürfte die Internationale Informatik-Olympiade 2026 Anfang August sein.

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