OpenAI holt früheren US-Heeresminister für Militär- und Geheimdienstgeschäft

2 days ago 11

OpenAI stärkt seine Position im Rennen um die Führungsrolle als KI-Unternehmen für den nationalen Sicherheits- und Verteidigungsbereich in den USA.

Das Unternehmen hat dafür den früheren zivilen Leiter der US Army Dan Driscoll als "Senior Counselor for National Security Modernization" eingestellt. Auch das Wall Street Journal interpretiert die Personalie so, dass OpenAI enger mit dem Militär zusammenarbeiten, Regierungsaufträge gewinnen und die Regeln für den KI-Einsatz bei Streitkräften und Geheimdiensten mitgestalten will.

In der neu geschaffenen Rolle soll Driscoll laut OpenAI gemeinsam mit Regierungen, Industrie, Wissenschaft und Verbündeten der USA daran arbeiten, dass KI die nationale Sicherheit und die Abwehr von Cyberangriffen stärkt. Außerdem soll er OpenAI-Teams helfen, die praktischen Bedürfnisse von Sicherheitsinstitutionen besser zu verstehen. Driscoll sagt, die Anforderungen an die nationale Sicherheit änderten sich so schnell wie seit 50 Jahren nicht mehr. KI könne die Verwaltung entlasten, mehr Informationen auswerten und Antworten schneller an die richtigen Personen bringen.

Driscoll trieb KI-Modernisierung bei der Army voran

Als 26. Heeresminister der USA war Driscoll ziviler Chef von fast einer Million Soldaten und mehr als 265.000 Zivilangestellten der US Army, eine entsprechende Position gibt es in Deutschland nicht. Während seiner Amtszeit trieb er die KI-Modernisierung der Army voran, unter anderem mit Project ARIA, einer Initiative für KI-Werkzeuge in Haushaltsplanung, Logistik und taktischer Modellbereitstellung. Driscoll bringt damit konkrete Erfahrung in der militärischen KI-Beschaffung zu OpenAI mit.

Ende August 2026 reichte Driscoll seinen Rücktritt ein. Hintergrund waren laut Berichten monatelange Spannungen mit Verteidigungsminister Pete Hegseth, der wiederholt hochrangige Offiziere gegen Driscolls Willen absetzte oder von Beförderungslisten strich.

Politisch könnte Driscoll OpenAI auch über die gegenwärtige Pentagon-Führung hinaus Zugang verschaffen. Der Vertraute von Vizepräsident JD Vance unterhält laut AP gute Beziehungen zu beiden Parteien im Kongress. Diese Vernetzung könnte bei veränderten Mehrheiten nach den aktuellen Zwischenwahlen an Bedeutung gewinnen.

OpenAI füllte die Lücke nach Anthropics Pentagon-Bann

Die Einstellung reiht sich in OpenAIs wachsende Verteidigungsambitionen ein. Ende Februar 2026 hatte das Pentagon Konkurrent Anthropic als "Lieferkettenrisiko" eingestuft, nachdem CEO Dario Amodei sich geweigert hatte, Einschränkungen gegen Massenüberwachung und autonome Waffen aus seinen Verträgen zu streichen.

Noch am selben Tag verkündete OpenAI-CEO Sam Altman eine eigene Vereinbarung mit dem Pentagon für den Einsatz seiner Modelle in geheimen Netzwerken. Altman betonte, der Deal enthalte ähnliche Schutzklauseln wie die von Anthropic geforderten.

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