OpenAI arbeitet an neuer Modellfamilie "Astra", die stunden- oder tagelang an Problemen arbeiten soll

3 months ago 25

OpenAI arbeitet an einer neuen Modellfamilie mit dem vorläufigen Namen "Astra", die bei langandauernden Aufgaben deutlich leistungsfähiger sein soll als bisherige Modelle.

CEO Sam Altman hat Astra in dieser Woche Politikern und Regulierungsbehörden in Washington D.C. vorgeführt. OpenAI betonte dabei die Fähigkeit, mehrere Agenten über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten zu lassen, um besonders schwierige Probleme zu lösen. Als mögliche Anwendungsgebiete nannte das Unternehmen komplexe Projekte und fortgeschrittene mathematische Aufgaben. Das berichtet The Information unter Berufung auf drei mit den Plänen vertraute Personen.

Astra soll laut dem Bericht eine neue Modellklasse neben den bestehenden Familien Sol, Terra und Luna bilden. Ob das Modell als GPT-6 oder als zusätzliche Variante innerhalb der GPT-5-Reihe erscheint, etwa als GPT 5.7, ist offenbar noch nicht entschieden. Auch ein Veröffentlichungstermin steht nicht fest.

OpenAI will zudem in Kürze einen Bericht veröffentlichen, der zeigt, wie das Unternehmen mit seiner fortschrittlichsten KI zehn zuvor ungelöste mathematische Probleme gelöst hat. Damit will OpenAI die Leistungsfähigkeit seiner aktuellen Modelle demonstrieren.

Astra soll erstes Modell unter neuem US-Regulierungsrahmen werden

Die Modelle befinden sich laut The Information bereits in der Testphase. Sie sollen die ersten sein, die das geplante neue Framework der Trump-Administration durchlaufen. Das Regelwerk sieht vor, dass KI-Modelle der Bundesregierung vorgelegt werden, bevor sie öffentlich freigegeben werden. Die Administration strebt an, es bis zum Wochenende zu finalisieren.

Interessant wird dabei die Frage, wie anfällig die Modelle in langlaufenden Arbeitsprozessen für sich aufschaukelnde Fehler sind. Entscheidend ist, ob sie sich selbst korrigieren können, wenn sich ein Arbeitsablauf in die falsche Richtung entwickelt und der Kontext immer weiter anwächst. Genau das ist eine Schwachstelle aktueller agentischer Systeme.

Auch Multi-Agenten-Set-ups, wie es Astra sein soll, sind kein Selbstläufer: Bei stark aufeinander aufbauenden Aufgaben wie Planung verschlechtern sie die Leistung bislang teils deutlich, weil Koordinationsaufwand und Fehlerverstärkung die Gewinne aufzehren.

Fernziel autonome KI-Forschung

Die Gerüchte zu Astra passen zu früheren Aussagen des Unternehmens. Chief Scientist Jakub Pachocki erklärte im offiziellen OpenAI-Podcast, dass OpenAI KI-Systeme entwickeln wolle, die über Stunden oder Tage hinweg an einem Problem arbeiten. Derzeitige Systeme seien oft auf kurze Aufgaben beschränkt. OpenAI wolle jedoch Modelle bauen, die langfristig planen, denken und experimentieren können. Ende letzten Jahres stellte das Unternehmen sogar die Frage, wie man über Systeme nachdenken soll, die Aufgaben lösen könnten, für die ein Mensch Jahrhunderte bräuchte.

Bis März 2028 will das Unternehmen einen vollautonomen KI-Forscher fertigstellen, der eigenständig Forschungsprojekte durchführt. Auch dieser dürfte auf langlaufende KI-Prozesse angewiesen sein. Noch in diesem September soll ein KI-System mit den Fähigkeiten eines Forschungspraktikanten entstehen, das menschliche Wissenschaftler deutlich beschleunigen soll. Möglicherweise handelt es sich dabei um Astra.

Pachocki sagte auch, dass diese Systeme deutlich mehr Rechenleistung benötigen würden: OpenAIs langfristige Infrastrukturplanung unterstreicht diese Ambitionen. Offen bleibt, ob der Umsatz des Startups schnell genug wächst, um diesen massiven Ausbau finanziell stemmen zu können.

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