Nvidia wächst auch ohne offizielle China-Lieferungen

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Nvidia übertrifft für den Fiskalzeitraum vom Mai bis Juli die selbstgesteckte Umsatzprognose von 45 Milliarden US-Dollar: Gut 46,7 Milliarden Dollar setzt die Firma um, bei einem Betriebsgewinn von 28,4 Milliarden und einem Nettogewinn von 26,4 Milliarden Dollar.

Das sequenzielle Wachstum gegenüber dem Jahresanfang schrumpft auf sechs Prozent, weil Nvidia weiterhin offiziell keine KI-Beschleuniger nach China verkaufen darf. Das US-Handelsministerium versprach zwar die Genehmigung von Lieferlizenzen, diese materialisieren sich bislang aber nicht. Auch bis Oktober erwartet Nvidia laut Mitteilung keine Lieferungen nach China. Der einzige Umsatz von dort kommt demnach über den inoffiziellen Grau- und Schwarzhandel sowie über Gaming-Hardware.

Die Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr zeigen, wie anhaltend stark Nvidia vom KI-Hype profitiert: Umsatz und Gewinn wachsen um 56 bis 59 Prozent, obwohl Nvidia vor einem Jahr längst dick im Geschäft mit KI-Beschleunigern war. Die Bruttomarge ist zurück bei 72,4 Prozent.

Die Data-Center-Gruppe erzielt einen neuen Rekord mit 41,1 Milliarden Dollar Umsatz. In den letzten Monaten rückte allerdings verstärkt die Netzwerksparte in den Fokus. Sie erzielt Rekordumsatz von knapp 7,3 Milliarden Dollar, 46 Prozent mehr als zu Jahresbeginn und beinahe doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Laut Nvidias Finanzchefin Colette Kress laufen alle Netzwerk-Produktreihen gut: Spectrum-X für Ethernet, Infiniband für die Vernetzung von Supercomputern und Nvlink für die Verbindung zahlreicher GPUs. Nvidia dürfte auch vermehrt eigene Serversysteme verkaufen.

Der Umsatz mit KI-Beschleunigern ging verglichen zum Jahresbeginn minimal zurück, auf 33,8 Milliarden Dollar. Im vorherigen Quartal verbuchte Nvidia noch teilweise Beschleunigerverkäufe nach China, zuletzt gar keine mehr. Die Firma hat laut eigenen Aussagen jedoch einen Kunden außerhalb Chinas für die eigentlich China-exklusive H20-GPU gefunden. Dieser Kunde machte 650 Millionen Dollar Umsatz aus.

Alle Sparten wachsen bei Nvidia, Data Center allerdings nur wegen der Netzwerk-Untergruppe.

(Bild: Nvidia)

Die Gaming-Sparte rund um GeForce-Grafikkarten erzielt einen neuen Rekord von fast 4,3 Milliarden Dollar Umsatz, der Nvidia erneut keine Nennung wert ist. Gaming wächst sequenziell um 14 Prozent und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 Prozent.

Der operative Cashflow fällt binnen dreier Monate um 44 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar, weil Nvidia hohe zu zahlende Verbindlichkeiten und Rückstellungen verbucht.

Im jetzt laufenden Fiskalquartal bis Ende Oktober erwartet Nvidia wieder stärkeres Wachstum: 54 Milliarden Dollar Umsatz prognostiziert die Firma, auch ohne H20 für China. Das wären 16 Prozent mehr als im vergangenen Quartal. Die Führungsriege will weiter für Lieferungen nach China lobbyieren, einschließlich neuer Blackwell-GPUs.

In der Analystenkonferenz zu den Geschäftszahlen sagte CFO Kress, dass Nvidia inzwischen GB300-Boards alias Blackwell Ultra mit besonders viel Speicher ausliefert. Firmenchef Jensen Huang erwartet starke GB300-Verkäufe in den kommenden Monaten.

Die Börse zeigt sich über den Geschäftsbericht nicht allzu erfreut. Nvidias Aktie ist seit Bekanntgabe um 2,5 Prozent gefallen. Offenbar lagen insbesondere die Erwartungen an die Verkäufe von KI-Beschleunigern höher.

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(mma)

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