Nvidia-Quartalszahlen setzen Märkte unter Druck

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Nvidia Logo vor Börsenkurve

Der Chiphersteller Nvidia will am Mittwoch seine Quartalsergebnisse vorstellen

(Bild: Below the Sky/Shutterstock.com)

Nach Powells Zinssignalen hoffen Anleger auf starke Ergebnisse des KI-Chip-Herstellers. Ein schwacher Ausblick könnte die Rally stoppen.

Asiatische Aktien legten am Montag zu, nachdem der Chef der US-Notenbank (Fed) Jerome Powell eine Zinswende signalisiert hatte. Doch die entscheidende Bewährungsprobe für die Märkte steht noch bevor: Nvidia wird am Mittwoch seine Quartalszahlen veröffentlichen.

Powells Kurswechsel ließ die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September auf 84 Prozent steigen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Futures preisen mindestens 100 Basispunkte Lockerung bis Mitte nächsten Jahres ein. Der Strategiewandel drückte US-Staatsanleihen und Dollar nach unten.

"Die Nachrichten verstärken unsere Ansicht, dass die Fed auf eine schwächere Arbeitsnachfrage reagieren wird", sagte Bruce Kasman, globaler Chefökonom bei JPMorgan. Allerdings impliziere dies auch, dass die Notenbank größere Risiken für Beschäftigung und Wirtschaft sehe.

Nvidia im Fokus der Anleger

Alle Blicke richten sich nun auf Nvidia. Analysten erwarten einen Gewinnsprung von 48 Prozent auf 1,01 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 46 Milliarden Dollar. "Nvidia ist entscheidend für den Aktienmarkt, weil jedes Zeichen weiterer Stärke den Markt anfeuern wird", erklärte Eric Beiley von Steward Partners.

Das Risiko bestehe darin, dass KI-Investitionen ihren Höhepunkt erreicht haben könnten. Mit einem Gewicht von fast acht Prozent im S&P 500 ist Nvidia zum Marktbarometer geworden. 40 Prozent der Umsätze stammen von Meta, Microsoft, Alphabet und Amazon – allesamt Top-10-Werte im Index.

Optionshändler preisen eine Kursbewegung von sechs Prozent in beide Richtungen ein. Bei einer Marktkapitalisierung von vier Billionen Dollar könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben.

China-Geschäft bleibt unsicher

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem China-Geschäft. Die Trump-Regierung erlaubte Nvidia kürzlich den Verkauf bestimmter Chips gegen eine 15-prozentige Umsatzbeteiligung für die US-Regierung. Beijing reagierte jedoch mit der Aufforderung an lokale Unternehmen, Nvidias H20-Chip zu meiden.

"Die Markterwartung war, dass Nvidia schließlich nach China zurückkehren dürfte", sagte Michael O'Rourke von Jonestrading. Das Problem sei nun, dass China Anstoß an der US-Begründung nehme, die Chips seien nahezu veraltet.

Trotz der Unsicherheiten bleiben Wall Street-Analysten optimistisch. Neun von 79 Experten hoben allein in der vergangenen Woche ihre Kursziele an. Das durchschnittliche Ziel liegt bei 194 Dollar – neun Prozent über dem Freitagsschluss.

Der S&P 500 wird derzeit mit dem 22-fachen der erwarteten Gewinne bewertet, was über seinem zehnjährigen Durchschnitts-KGV von 19 liegt. "Die Bewertungen sind auf schwindelerregenden Niveaus", warnte Beiley.

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