Nvidia glänzt: Umsatz +62%, Aktie steigt

1 month ago 3

Durch den KI-Boom wächst der wertvollste Konzern der Welt auch im dritten Quartal enorm. Der Bedarf an Rechenleistung wachse exponenziell, sagt Nvidia-Chef Jensen Huang.

Aktualisiert am 20. November 2025, 0:42 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, AFP, ,

161 Kommentare
 "Die Verkaufszahlen für Blackwell-Chips sind unglaublich hoch", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang.
"Die Verkaufszahlen für Blackwell-Chips sind unglaublich hoch", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang. © Lee Jin-man/​AP/​dpa

Der KI-Boom lässt das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia weiterhin explosiv wachsen. Im dritten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz nach eigenen Angaben um 62 Prozent auf 57 Milliarden Dollar. Der Reingewinn habe ähnlich stark auf fast 32 Milliarden Dollar zugelegt. Selbst im Vergleich zum Vorquartal gab es ein Plus von 22 Prozent. 

Damit übertraf der weltgrößte Chipkonzern das dreizehnte Quartal in Folge die Markterwartungen. Das Unternehmen legte zudem einen überraschend optimistischen Ausblick vor, der Spekulationen über ein nahendes Ende des KI-Booms dämpfte.

Nvidia gilt als Gradmesser für den Zustand der KI-Industrie

"Die Verkaufszahlen für Blackwell-Chips sind unglaublich hoch", sagte Konzernchef Jensen Huang. Prozessoren für Rechenzentren seien ausverkauft und der Bedarf an Rechenleistung wachse exponenziell. Vor einigen Wochen hatte er vor möglichen Lieferengpässen bei KI-Prozessoren gewarnt. Für das Schlussquartal 2025 stellte Nvidia-Chef Huang Erlöse von 65 Milliarden Dollar, plusminus zwei Prozent, in Aussicht. 

Nvidia hatte seine Ergebnisse nach Börsenschluss vorgestellt. Anleger reagierten umgehend erleichtert: Im nachbörslichen Handel an der Wall Street stieg die Nvidia-Aktie um 6,4 Prozent. Das ist der größte Kurssprung seit einem halben Jahr. Auch Kurse anderer Chipkonzerne sowie die Aktien der großen Nvidia-Kunden Google, Microsoft, Amazon und Meta legten zu. 

Chipsysteme von Nvidia gelten als Schlüsseltechnologie für die Entwicklung von Software mit Künstlicher Intelligenz. Sie werden sowohl für das aufwendige Training von KI-Modellen zum Beispiel für den Chatbot ChatGPT eingesetzt – als auch beim Betrieb der Software. Die Nvidia-Ergebnisse sind damit zu einem Gradmesser für den Zustand der KI-Industrie geworden.

Hedgefondsmanager nähren Furcht vor einer Blase

Nvidia mit Hauptsitz im kalifornischen Santa Clara ist mit Abstand der größte Hersteller sogenannter GPU-Chips, die als unverzichtbar für die Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz gelten. In den vergangenen Wochen war an den Börsen allerdings die Sorge gestiegen, dass der KI-Boom eine Blase ist, die bald platzen könnte. 

Genährt werden diese Sorgen unter anderem vom Ausstieg des Technologie-Investors Softbank und des Hedgefonds des Milliardärs Peter Thiel bei Nvidia. Der mit seinen Wetten gegen den US-Immobilienmarkt 2008 bekannt gewordene Investor Michael Burry spekuliert aktiv auf einen Kursrutsch von KI-Werten. Nach seiner Einschätzung hübschten einige Cloud-Anbieter ihre Bilanzen auf, indem sie KI-Prozessoren über einen längerten Zeitraum von bis zu sechs Jahren abschrieben.

Anleger hatten deshalb teils Aktien verkauft, was die Börsen in Asien und Europa vor Verkündung der neuesten Nvidia-Ergebnisse ins Minus gedrückt hatte. Auch der Kurs der Kryptowährung Bitcoin hatte deutlich nachgegeben und war zeitweilig unter die Marke von 90.000 Dollar gerutscht.

Wegen der zunehmenden Anlegervorsicht war auch der Börsenwert von Nvidia in den vergangenen Wochen von 5 Billionen auf rund 4,5 Billionen Dollar gesunken. Der Chipkonzern ist damit jedoch noch immer das wertvollste Unternehmen an der Börse. Der Börsenwerte der Softwarekonzerne Microsoft und Apple lagen zuletzt bei rund vier Billionen Dollar. 

Read Entire Article