Nur mit Zertifikat: Long-Term-Support für OpenSearch

4 hours ago 1

Im Rahmen seiner europäischen Hauskonferenz hat die OpenSearch Foundation eine Version mit Langzeitunterstützung (LTS) von OpenSearch angekündigt. Den LTS-Status erhalten zu Beginn die aktuelle Version 3.6 sowie OpenSearch 2.19 als finales Release der vorherigen Hauptversion. Künftig soll es pro Hauptversion eine LTS-Variante geben, die mindestens 18 Monate Support erhält.

Um einem Vendor-Lock-in vorzubeugen, können Anwender selbst festlegen, welcher Anbieter die LTS-Leistung erbringen soll. Zwar gibt es Dienstleister, die OpenSearch anbieten, für die Bereitstellung des langfristigen Supports ist jedoch eine Zertifizierung durch die OpenSearch Foundation erforderlich. So müssen die Unternehmen belastbare Fristen zum Bereitstellen von Patches, Upgrade-Möglichkeiten und Basisarbeit in der Community nachweisen.

Konkret verspricht die OpenSearch Foundation, dass Sicherheitspatches und Bugfixes nach maximal 60 Tagen bereitstehen und sich Upgrades im laufenden Betrieb einspielen lassen, ohne OpenSearch-Dienste herunterfahren zu müssen. Derzeit gibt es mit Bigdata Boutique, Eliatra und Resolve drei zertifizierte Anbieter.

Die zentralen Neuerungen in OpenSearch 3.6 liegen im Bereich der agentenbasierten KI. Mit dem neuen OpenSearch Launchpad sollen Anwender innerhalb von Minuten eigene Suchanwendungen erstellen können, ohne technische OpenSearch-Kenntnisse zu benötigen. Stattdessen können Anwender ihre Vorgaben in Dokumenten oder per Chat an die Plattform übergeben, die dann eigenständig eine lokale Anwendung mit grafischer Oberfläche einrichtet.

Launchpad ist die erste Fähigkeit der neuen OpenSearch Agent Skills. Sie enthalten und verknüpfen das technische Wissen für den Bau von Suchanwendungen. Alle darin enthaltenen Werkzeuge sollen sich über das Model Context Protocol (MCP) mit verschiedenen Entwicklungsumgebungen integrieren lassen, darunter Claude Code, Cursor und Kiro.

Eine weitere Neuerung ist der OpenSearch Agent Server. Er gehört zur KI-Agenten-Infrastruktur von OpenSearch. Der Agent Server leitet Anfragen weiter, spricht über MCP mit OpenSearch und kann mit LLM-Anbietern wie AWS Bedrock oder Ollama kommunizieren. Die technischen Voraussetzungen sind Python 3.12 oder neuer, OpenSearch 2.x oder neuer und eine Anbindung an das bevorzugte Sprachmodell.

Zum Agent Server gehört der ebenfalls neue, noch experimentelle OpenSearch Relevance Agent. Mit ihm können Anwender über Anweisungen in natürlicher Sprache das Nutzungsverhalten einer Suche auswerten, datengetriebene Hypothesen generieren und Verbesserungsvorschläge evaluieren lassen. Dazu orchestriert der Relevance Agent die Kommunikation mit spezialisierten KI-Agenten und ist auch über die Chat-Schnittstelle in das Cockpit von OpenSearch integriert. Neben der Weiterleitung von Nachrichten wertet er die erhaltenen Antworten aus und gibt eine Zusammenfassung im Cockpit aus.

Die neuen Funktionen von OpenSearch 3.6 finden sich im Entwicklerblog des Projekts. Nach einem Lizenzstreit spaltete sich OpenSearch im Jahr 2021 als quelloffener Fork von ElasticSearch ab. AWS betrieb das Projekt bis zur Übergabe an die Linux Foundation im Jahr 2024.

(sfe)

Read Entire Article