Nomad Leather Mag Wallet: Magsafe-Wallet mit Wo-ist-Unterstützung ausprobiert

1 month ago 3

Seit knapp vier Jahren gibt es nun Apples AirTags auf dem Markt, die sich doch beachtlicher und weiter wachsender Beliebtheit erfreuen. Das Crowdsourcing-Netzwerk ist seitdem auch für Drittanbieter geöffnet, weshalb auch das Zubehör mit Wo-ist-Unterstützung stetig mehr wird. So ist eine Integration beispielsweise in den Bikes von VanMoof, den Scootern von Ninebot zu finden. Auf dem Markt gibt es zudem diverse Tracking-Card-Lösungen. Ich habe zum Jahresbeginn die Tracking-Card von Nomad unter die Lupe genommen.

Seit einiger Zeit gibt es aus dem Hause Nomad auch das Nomad Leather Mag Wallet. Hierbei handelt es sich um ein Wallet, welches magnetisch an einem iPhone hält und bis zu vier Karten fasst. Apple bietet seit einigen Jahren sogenannte MagSafe-Wallets an und bewirbt diese mit Wo-ist-Unterstützung. Hier ist es allerdings so, dass im Wallet keine Technik steckt, sondern sich das Smartphone lediglich den letzten bekannten Standort merkt, an dem das Wallet vom iPhone getrennt wird. Beim Nomad Leather Mag Wallet verhält es sich hier etwas anders: Das Wallet hält ebenfalls magnetisch am iPhone, lässt sich aber auch dank verbauter Technik eigenständig tracken. Man hat da quasi fest einen Tracker unsichtbar im Wallet verbaut. Dafür benötigt man freilich einen verbauten Akku. Der soll im Tracker mit einer vollständigen Ladung bis zu fünf Monate durchhalten. Er lässt sich allerdings wiederaufladen auf einem Qi oder MagSafe-Lader. Nicht mit dabei ist das Precision-Tracking per UWB, das behält sich Apple für die eigenen AirTags bislang leider vor.

Das Nomad Mag Wallet ist aus Leder (Horween Leder) gefertigt. Es hält magnetisch an einem iPhone mit MagSafe-Magneten und fasst zwischen 1 und 4 Standard-Karten – je nach Dicke. Man setzt intern auf einen Federmechanismus, um die Karten sicher zu halten. Das Wallet ist mit 47 Gramm auf der Waage kein Leichtgewicht und es misst 96 x 66 x 9 Millimeter.

Die Verarbeitung vom Mag Wallet macht durchaus etwas her. Das Leder ist ordentlich verarbeitet und fasst sich wertig an. Die Technik ist hier wirklich dezent und unscheinbar eingebaut. So ist nur auf der magnetisch haftenden Seite ein dezenter Hinweis auf Apples „Find my“ versteckt und ein Knopf angedeutet. Zum Starten der Einrichtungsprozess muss der Knopf lange gedrückt werden. Der Einrichtungsprozess ist wie bei anderen Wo-ist-Gerätschaften über die Wo-ist-App einfach zu erledigen: Button drücken, in der Wo-ist-App wurde die Karte im Einrichtungsprozess dann direkt erkannt. Einen Namen sowie ein Symbol (Emoji) vergeben, fertig. (Mit einem Doppelklick wird per Ton dann quittiert, dass das Wallet gekoppelt ist).

Im Vergleich zum originalen MagSafe Wallet von Apple ist die Wallet-Variante von Nomad (befüllt mit drei Karten) nur eine knappe Karten-Dicke höher. Zudem passt bei Nomad auch eine vierte Karte bei Bedarf mit rein, was in der Höhe aber nur nochmals marginal mehr aufträgt. Alternativ machen sich auch drei Karten plus ein Schein Bargeld ganz gut. Dafür, dass zudem eine komplette Tracking-Einheit ebenfalls noch mit drin sitzt, finde ich das elegant gelöst. Einen Unterschied merkt man dann auf der gewichtstechnischen Seite: So ist das Nomad-Wallet mit 47 Gramm (ungefüllt) kein Leichtgewicht. Ihr packt da selbst auf ein Pro-Max-Modell nochmals gut 25 Prozent des Eigengewichts obendrauf. Der Magnet hält bombenfest an der Smartphone-Rückseite (in meinem Fall auf einem Leder-Case mit Magnet, passenderweise ebenfalls von Nomad).

Nomad macht eine weitere Sache raffiniert: So setzt man auf einen Federmechanismus im Wallet-Inneren. Dies sorgt dafür, dass die Karten (auch wenn dieses beispielsweise mit zwei Karten nur halb befüllt ist), fester sitzen. Bei Apples MagSafe-Wallet ist das bei mir nicht gegeben. Durch eine Aussparung an der Front lassen sich Karten zudem, auch im angedockten Zustand, nach oben rausschieben (das passt auch mit dem Abstand zum Kamera-Bump).

Ansonsten gibt es die üblichen AirTag-Funktionen. Es kann ein Ton zum Aufspüren des Wallets abgespielt werden. Und die Funktion den Standort mit anderen zu teilen ist ebenfalls gegeben. Besonders praktisch ist es, dass man sich über ein zurückgelassenes Wallet, wie bei jedem AirTag, informieren lassen kann – somit gehört ein Vergessen der Vergangenheit an. Bei Apples Wo-ist-Umsetzung des Wallets sieht man immer nur den Standort, an welchem man das Wallet vom Smartphone abgenommen hat. Ist dies beispielsweise im Auto passiert, dann passt der Standort am Ende der Autofahrt schon nicht mehr zur Wallet-Position, das ist hier aufgrund der aktiven Tracking-Unterstützung anders.

Anders als bei den AirTags gibt es kein Precision Finding, sprich Ultrabreitband ist (wenig überraschend) nicht vorhanden. Es ist lediglich Bluetooth vorhanden und es wäre doch mal an der Zeit, dass Apple auch die UWB-Schnittstelle für Drittanbieter öffnet.

Über die Wo-ist-App lässt sich ein grober Batteriestand abrufen. Konkrete Langzeiterfahrungen zur Akkulaufzeit kann ich bisher keine geben. Um das Wallet aufzuladen, genügt es, dieses auf einem Qi- oder MagSafe-Ladepad zu platzieren. Es ist sinnvoll, da auf eine magnetische Variante (mit MagSafe oder Qi2) zu setzen, damit es optimal zum Laden ausgerichtet ist. Das Wallet spielt aber auch einen kurzen Ton ab, um einen Ladestart zu signalisieren. Eine Ladestands-LED gibt es nicht, entsprechend hat man nicht unbedingt den Überblick, wann letztlich wieder voll aufgeladen ist – das dürfte aber zu verschmerzen sein. Um das Smartphone zu Laden muss man das Wallet freilich abnehmen.

Nomad ruft für das Mag Wallet mit 79 Euro (in der UVP, Straßenpreis ca. 60 Euro) gerade einmal 10 Euro mehr auf, als es bei Apples MagSafe-Wallet der Fall ist (Straßenpreis ca. 40 Euro). Dafür bekommt man ein wesentlich höherwertiges Produkt gerade, wenn ich mir meine alte Apple-Leder-Variante mit Verarbeitung und Leder-Qualität von Nomad vergleiche. Zudem: Karten halten dank Federmechanismus sicherer und es gibt eben aktive Tracking-Funktionen. Wer gewillt ist ein paar Euro mehr zu bezahlen und mit den Trade-Offs bei Dicke und Gewicht klarkommt, der sollte das Mag Wallet von Nomad durchaus als ernstzunehmende Alternative in Betracht ziehen. Ich bin (auch dank digitalen Wallet-Funktionen) seit Ewigkeiten nur noch mit dem nötigsten an Karten (Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte und Not-Fuffi) unterwegs und für meine Bedürfnisse hat das Nomad-Wallet die Apple-Lösung abgelöst. Ich habe das Wallet aber auch nicht dauerhaft am Smartphone haften, sondern unterwegs liegt es dann halt auch mal im Auto.

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