Nach zwölf Jahren ist es so weit: Netflix verpasst seinem Startbildschirm für TV-Geräte eine grundlegende Überarbeitung. Der Streaming-Gigant überrascht dabei mit einem völlig neuen Ansatz, der sich deutlich vom gewohnten „Blockbuster-Regal-Look“ unterscheidet.
Die Änderungen betreffen zunächst nur TV-Geräte, was durchaus Sinn ergibt, da hier etwa 70 Prozent der Netflix-Nutzung stattfindet, so das Unternehmen. Das neue Design, intern „Eclipse“ genannt, soll bereits nächste Woche ausgerollt werden und in den kommenden Monaten alle Nutzer erreichen.
Besonders auffällig ist die Navigationsleiste, die nun am oberen Bildschirmrand zu finden ist – bisher war sie eher versteckt an der linken Seite platziert. Interessant sind auch die „responsive recommendations“: Das System reagiert jetzt quasi in Echtzeit auf das Suchverhalten der Nutzer. Wer also nach Horror-Inhalten sucht, bekommt unmittelbar entsprechende Empfehlungen angezeigt, statt wie bisher bis zu 24 Stunden darauf warten zu müssen.
Eine wesentliche Neuerung betrifft die Darstellung der Inhalte selbst. Statt einer Flut von Titelbildern zeigt die Oberfläche nun weniger Titel, diese dafür aber deutlich prominenter. Fährt man mit dem Cursor über einen Titel, expandiert dieser zu einer größeren Ansicht mit zusätzlichen Informationen wie Kurzbeschreibung und Badges für besondere Merkmale – etwa „Häufig erneut geschaut“ oder „13 Wochen in den Top 10“.
Mit diesem Redesign reagiert Netflix auch auf eine interessante Entwicklung: Immer mehr Nutzer wissen nicht genau, was sie schauen möchten. Netflix-Produktchefin Eunice Kim sieht darin eine klare Aufgabe für die Plattform, Titel effektiver zu präsentieren und die Entscheidungsfindung zu erleichtern.
Für die Streaming-Branche könnte diese Neugestaltung weitreichende Folgen haben. Schließlich haben sich fast alle Konkurrenten in den vergangenen Jahren am Netflix-Design orientiert. Nicht ohne Grund äußerte Disney-CEO Robert A. Iger kürzlich seinen Unmut über die „zu statischen“ Startseiten der eigenen Streaming-Dienste.
Mit mittlerweile über 300 Millionen Abonnenten weltweit und einem riesigen Katalog an Eigenproduktionen setzt Netflix damit erneut Maßstäbe im Streaming-Markt. Greg Peters, Co-CEO von Netflix, gibt sich gegenüber der New York Times entsprechend selbstbewusst: Wenn Nutzer zwischen Netflix und der Konkurrenz wechseln, sollen die anderen Dienste im Vergleich „statisch und veraltet“ wirken. Eine klare Ansage an die Konkurrenz.
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8 months ago
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